„Die Aussichten für eine kräftige Sommerbelebung des Wachstums sind gut“, sagt er. „Selbst wenn es zu einer zweiten Welle kommt, werden die Auswirkungen wahrscheinlich nicht so schwerwiegend sein wie bei der ersten.“ Eine entsprechend offensive Positionierung empfiehlt er auch Investoren – zumindest vorübergehend.

Baur: „Wir bevorzugen Aktien, die sich bei anziehendem Wachstum am besten entwickeln, zyklische Sektoren wie Rohstoffe, Industrieunternehmen, Finanzwerte und Konsumgüter. Wir würden auch an Aktien von Nebenwerten und Schwellenländern festhalten; beide haben sich im Juni gut entwickelt, und das sollte auch so bleiben. Gerade für Schwellenländer gibt es gute Gründe: Der US-Dollar schwächt sich ab, das Wachstum scheint sich zu beleben, die Rohstoffpreise ziehen wieder an.“

Eine wesentliche Voraussetzung für eine anhaltende Rallye ist laut Baur, dass der Aufschwung an den Aktienmärkten nicht nur an einigen wenigen Sektoren hängt. Diese Voraussetzung sieht er erfüllt: „Der Aufschwung der Aktienmärkte gewinnt an Breite. So konnte der Russell 2000 Small-Cap-Index sogar mit dem kräftig angestiegenen Nasdaq Composite beinahe Schritt halten und übertraf den S&P 500-Index auf Monats- und Quartalssicht.“

Mit Blick auf die Technologiewerte sieht Baur Anlass zur Vorsicht: „Vor allem die Angst vor einer neuen Infektionswelle in den USA dürfte ein Grund für den enormen Anstieg der Technologie- und Wachstumswerte im vergangenen Monat gewesen sein. Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass die Dynamik der Technologieaktien schon bald nachlassen wird. Sie hat gegenüber dem Russell 2000 und dem MSCI Emerging Market Index bereits nachgelassen.“

Auf längere Sicht jenseits der nächsten neun Monate rechnet Baur damit, dass die Aktienmarktrenditen insgesamt „wenig aufregend“ sein werden. Seine Empfehlung: „Das beste Potential für robuste langfristige Aktiengewinne ist eine Rotation in Value-Titel und Zykliker. Der Trend der letzten zehn Jahre wird sich umkehren.“