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Der Baltic Dry Index, der Preisindex für den weltweiten Seetransport von Frachtgütern, hauptsächlich Kohle, Eisenerz und Getreide, hat während der vergangenen Wochen mehr als 50 Prozent eingebüßt. Die folgende Abbildung zeigt, dass mit den crashartigen Verlusten auch der seit einigen Monaten gültige Aufwärtstrend nach unten verlassen wurde. Achten Sie auf die rote Linie. Übrigens erweisen sich solche „schiefen“ Schulter-Kopf-Schulter-Formationen, wie man sie hier jetzt erkennt, oftmals als besonders hinterhältig. Das muss man jetzt sehr genau beobachten.

Der Baltic Dry Index gehört zu den ehrlichsten Konjunkturbarometern überhaupt: Seine Preise können nicht manipuliert werden. Die großen Frachtschiffe bleiben eben leer, wenn weniger transportiert wird, die Preise für den Gütertransport fallen. Der Index gilt deshalb als vorauslaufender Indikator für die Entwicklung der Rohstoffpreise.

Man sollte den jüngsten Einbruch deshalb nicht auf die leichte Schulter nehmen: Auch dem Aktienmarkt-Crash im Herbst 2008 war ein Absturz des Baltic Dry Index vorausgegangen.

Die US-Notenbank wird sich hüten, in dieser Situation für unangenehme Überraschungen zu sorgen und etwa die Zinsen anheben. So war auch die jüngste Entscheidung der Notenbank, die Zinsen unverändert zu lassen, genau so erwartet worden.

Das Statement der Fed war dagegen durchaus überraschend: Neuerdings begründet die Notenbank die konjunkturelle Flaute in den USA nicht nur mit der Schwäche des US-Immobilienmarkts sondern auch mit den Problemen in Europa. Damit wird die Niedrigzinspolitik erstmals auch mit den Schwierigkeiten in Europa in Verbindung gebracht.

Der Strategiewechsel dürfte nicht ganz unbeabsichtigt sein. Da in Europa eine weitere Zuspitzung der Krise mit den anstehenden Sparmaßnahmen wohl unausweichlich ist, kann man dann von der anderen Seite des Atlantik mit dem Finger zu uns herüber weisen, und erklären: „Die da drüben sind an allem schuld“. So bastelt die Fed derzeit an einer geschickten Ablenkungsstrategie, die sich in den kommenden Monaten noch als sehr nützlich erweisen könnte.

Doch wie geht es an den Börsen weiter?
Aus saisonaler Sicht ist die aktuelle Sommerflaute keine Überraschung. Seit 1898 haben Zwischenwahljahre, wie das Jahr 2010, die unangenehme Eigenschaft, dass von Anfang Mai bis Ende Juli an den Börsen in den USA praktisch nichts passiert. Erst im August kommt wieder etwas Leben in die Bude, bevor die Kurse im September auf Tauchstation gehen – und das Börsenjahr dann mit einer bemerkenswerten Jahresendrallye beschließen. Die folgende Abbildung zeigt den Fahrplan, der bis jetzt recht genau eingehalten wird.

Wie wir die Lage jetzt einschätzen und was wir unseren Lesern raten, das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die in wenigen Tagen erscheint.

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de