• Microsoft Corp. - Kürzel: MSF - ISIN: US5949181045
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 146,110 $
  • Apple Inc. - Kürzel: APC - ISIN: US0378331005
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 262,200 $

Die große Outperformance der FAANG-Aktien (Facebook, Apple, Amazon, Netflix, Google) ist bereits Geschichte. Amazon und Google kommen nicht vom Fleck, Netflix steht ein Drittel unter seinen Allzeithochs. Der Trend zur Outperformance war einmal. Dafür hat sich ein neuer Trend aufgetan. Die Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung wie Microsoft und Apple konnten sich absetzen.

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Microsoft Corp.
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Apple Inc.

Man könnte auch sagen, dass sich die FAANG-Aktien einfach neu sortiert haben. Statt Amazon und Google sind es jetzt eben Microsoft und Chipgiganten, die den Ton angeben. Hochmut kommt allerdings vor dem Fall. Das war beim FAANG Trend nicht anders als jetzt bei der neuen Zusammensetzung der Megacap Outperformer.

Anleger blicken schon längere Zeit skeptisch auf das Phänomen, dass einige wenige Megacaps den ganzen Markt bewegen. Der breite Markt läuft weniger gut als es den Anschein hat. Ohne Zugpferde wie Apple und Microsoft bleibt unterm Strich wenig Performance übrig.

Dieses Phänomen tritt nicht zum ersten Mal auf. In den letzten 40 Jahren haben Megacaps den Markt immer wieder dominiert. Das lässt sich anhand des Anteils der Marktkapitalisierung feststellen. Derzeit haben die 10 größten Unternehmen einen Anteil von 24 % an der Gesamtmarktkapitalisierung des S&P 500. Die größten 5 machen immer noch 16 % aus (Grafik 1).


Seit 1979 gab es drei Zyklen. Begonnen hat es mit einer besonders hohen Gewichtung der größten Unternehmen. Damals dominierten IBM, General Motors, AT&T, General Electric und – man glaubt es kaum – Kodak den S&P 500.

Die Dominaz nahm jahrelang ab. Anfang der 90er Jahre kam es zu einem kleinen Rebound. Das ist ein Phänomen, das man in der Historie immer wieder sieht. Während wirtschaftlich schweren Zeiten und Börsenturbulenzen kaufen Anleger lieber Megacaps, weil diese sicherer erscheinen. Die Gewichtung nimmt in diesen Zeiten zu.

Mit der Internetblase kam es zur zweiten Übergewichtung der Megacaps. Es waren Microsoft, Intel, Cisco und Oracle, die den Markt dominierten. Aktuell haben wir wieder eine Übergewichtung und es sieht danach aus, als ob sich der Trend nicht mehr länger fortsetzen würde. Eine Umkehr zu einer geringeren Gewichtung wurde bisher nur durch Apple und Microsoft verhindert.

Kippen diese zwei Unternehmen nun auch, beginnt ein jahrelanger Abwärtstrend. Das bedeutet nicht, dass es zu einer negativen Performance kommt. Es reicht, wenn der restliche Markt steigt und Megacaps seitwärts laufen. Genau das ist in den kommenden Jahren zu erwarten. Die große Zeit der Megacaps ist vorbei. Die Underperformance der jetzigen Stars wird viele Jahre anhalten. Wer den Absprung verpasst, muss zusehen, wie der Markt davonläuft.

Für den breiten Markt hat das übrigens nicht unbedingt negative Folgen. Obwohl Megacaps von 1979 bis 1994 an Gewicht verloren, stieg der Markt. Das war auch zwischen 2003 und 2008 zu beobachten (Grafik 2). Ein Ende des Bullenmarktes bedeutet der Trendwechsel bei Megacaps nicht.