• IAEA - Die Renaissance der Atomkraft
    • US-Einzelhandel meldet Umsatzplus
    • China-Krisenkonzern Evergrande könnte Stimmung verdüstern
    • EZB-Rehn: Regierungen sollten mit Zinserhöhung kalkulieren
    • Neue Sicherheitspartnerschaft im Indopazifik
    • London: Premier Johnson bildet Kabinett um
    • ifo schlägt Reform des Ehegattensplittings vor
    • Peking will „zivilisiertes“ Internet
    • Wacker Chemie erhöht Prognosen
    • VW-Abgasskandal: Betrugsprozess gegen Manager beginnt
    • Continental spaltet Vitesco ab

    Markt

    • Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag etwas von den vorangegangenen Kursverlusten erholt. Der DAX legte im Handelsverlauf deutlicher zu, musste einen Großteil der Kursgewinne angesichts einer schwächeren Wall Street allerdings wieder hergeben und beendete den Xetra-Handel mit einem Plus von 0,23 Prozent auf 15.651,75 Punkte. China ist wieder ein Thema an den Börsen. Zunächst trübten am Vortag schwache Konjunkturdaten das Marktsentiment. Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze wuchsen jeweils so schwach wie seit rund einem Jahr nicht mehr. Doch auch der Krisenkonzern Evergrande ist im Marktfokus. Zuletzt wurde die vorübergehende Aussetzung des Handels mit Anleihen beantragt. „Immer klarer wird, dass die chinesische Regierung an Evergrande offensichtlich ein Exempel statuieren will", schrieben die Analysten der LBBW laut Reuters. Nun müssten die Märkte darauf hoffen, dass die Verantwortlichen in Peking eine systemische Krise zu verhindern wissen. Der zweitgrößte Immobilienentwickler des Landes ächzt unter einem Schuldenberg von mehr als 300 Mrd. Dollar und hat selbst vor Liquiditäts- und Ausfallrisiken gewarnt. In der deutschen Wirtschaft werden die Sorgenfalten tiefer. „Die Gefahr einer Überhitzung des chinesischen Immobilienmarktes ist nicht von der Hand zu weisen“, sagte Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), zu Reuters. Sollte die Blase am Immobilienmarkt platzen, könne der Konsum in China leiden oder der Bau als wichtiger Konjunkturmotor ausfallen. Im Handel am Donnerstagnachmittag zeigt sich der deutsche Leitindex aber noch gut erholt und notiert deutlich über der Marke von 15.700 Punkten.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bei Menschen über 60 Jahren erhöht den Schutz des Biontech-Mittels einer Studie zufolge deutlich. So habe es bei zweifach Geimpften in Israel mehr als 10 Mal so viele nachgewiesene Infektionen und knapp 20 Mal mehr schwere Erkrankungen gegeben als bei 3-fach-Geimpften, schreiben israelische Forscher im "New England Journal of Medicine“.
    • Die US-Kartellbehörden wollen Übernahmen kleinerer Start-ups durch Tech-Größen wie Alphabet, Apple oder Facebook künftig genauer unter die Lupe nehmen. Bei einer Anhörung der Federal Trade Commission (FTC) ging es um hunderte Unternehmenskäufe durch Firmen wie Alphabet. Diese sind in ihrem Umfang häufig zu klein, um den Behörden gemeldet werden zu müssen.
    • Der Laufschuh-Hersteller On Holding hat an der New Yorker Börse einen erfolgreichen Start absolviert. Die Aktien des Schweizer Unternehmen stiegen am Mittwoch zu Handelsbeginn um rund 48 Prozent auf gut 35 Dollar. Insgesamt bewertet die Börse die Firma, an dem auch Tennisstar Roger Federer beteiligt ist, damit mit rund 11,4 Mrd. Dollar.
    • Die ersten Weltraumtouristen sind an Bord einer SpaceX-Rakete des Raumfahrtunternehmens von Elon Musk auf dem Weg ins Weltall. Die Mission "Inspiration 4" hob an einer Trägerrakete des Typs Falcon mit dem Gründer und Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Shift4 Payments, Jared Isaacman, sowie drei Begleiter um 20:03 Uhr vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab.
    • Der US-Tabakkonzern Philip Morris hat alle Vorbedingungen für die Übernahme der britischen Vectura Group aufgehoben, nachdem die Annahmequote für seine laufende Offerte 74,77 Prozent erreicht hat. Damit steht dem Erfolg der Übernahme nichts mehr im Wege. Im August hatte Philip Morris das Beteiligungsunternehmen Carlyle mit einem Angebot von 165 Pence je Vectura-Aktie übertrumpft.
    • Der US-Kochboxenversender Blue Apron plant eine Kapitalerhöhung, an der sich Gründungsinvestor Joseph Sanberg und Mit-Gründer Matthew B. Salzberg maßgeblich beteiligen werden. Beide ziehen sich überdies aus dem Board des Unternehmens zurück.
    • Der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund will mit einer Kapitalerhöhung brutto rund 86,5 Mio. Euro erlösen. Dazu gibt die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA 18.396.220 neue Stammaktien aus, die den bestehenden Kommanditaktionären zum Bezugspreis von 4,70 Euro je Stück angeboten werden. Das Bezugsverhältnis wurde auf 5 zu 1 festgelegt.
    • Der Telefonhersteller Gigaset hat im zweiten Quartal ein deutliches Umsatzwachstum erzielt. Unter dem Strich verzeichnete das Unternehmen erneut einen Verlust, der aber niedriger ausfiel als im Vorjahr. Mit Blick auf das Gesamtjahr besteht laut Gigaset nach wie vor eine große Unsicherheit.
    • Der Modekonzern Hugo Boss will laut seinem neuen Vorstandschef Daniel Grieder entgegen früherer Pläne mehr Beschäftigte einstellen und „unter dem Strich" keine Filialen schließen. „Wir werden mehr statt weniger Beschäftigte brauchen", sagte der Manager, der seit Juni 2021 im Amt ist, dem Manager Magazin.
    • Die Antriebstechnik-Sparte von Continental ist am Donnerstag eigenständig unter dem Namen Vitesco an die Börse gegangen. Aktionäre des Autozulieferers bekamen für fünf Continental-Aktien ein Vitesco-Papier gebucht. Bei rund 40 Millionen Papieren ergibt dies für Vitesco einen Börsenwert von fast 2,4 Mrd. Euro. Die Marktkapitalisierung des Mutterkonzerns sank durch die Abspaltung auf 19,2 Mrd. Euro.
    • Der Maschinen- und Anlagenbauer Gea hat einen Großauftrag aus den USA erhalten. Mit dem Bau einer Protein-Anlage in Nebraska zog Gea nach eigenen Angaben einen der größten Aufträge der Unternehmensgeschichte an Land. Der Auftragswert liege im deutlich oberen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, hieß es. Der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen. Ende 2023 solle die neue Fabrik dann die Produktion aufnehmen.
    • Die deutschen Maschinenbauer werden im kommenden Jahr die Corona-Krise hinter sich lassen können. VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers rechnet für 2022 mit einem um die Preissteigerungen bereinigten Produktionszuwachs von 5 Prozent, wie der Verband am Donnerstag mitteilte. Im laufenden Jahr werden die Unternehmen nach erneut bestätigter Prognose zwar 10 Prozent mehr herstellen als 2020, aber damit den vorhergehenden Einbruch um 11,8 Prozent noch nicht ganz wettmachen können.
    • Wirtschaftsverbände fordern eine schlankere Verwaltung. Die Bundesregierung müsse für Regeln sorgen, die für Betriebe und Unternehmen nachvollziehbar sind. „Überbordende Bürokratie hemmt unternehmerisches Handeln, Innovation und dringend notwendige Investitionen", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm.
    • Der Linux-Softwareanbieter Suse wird optimistischer. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) werde in diesem Jahr über der Prognose für das Geschäftsjahr zu Ende Januar 2022 liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Im dritten Quartal zu Ende Juli stieg das bereinigte Ebitda um 84 Prozent auf 65 Mio. Dollar. Der Umsatz stieg um rund ein Fünftel auf 151 Mio. Dollar und soll im Gesamtjahr die obere Hälfte der angekündigten Spanne von 550 bis 570 Mio. Dollar erreichen.
    • Die Autoindustrie hadert mit den neuen Vorgaben für Plug-In-Hybridfahrzeuge bei der Elektroauto-Kaufprämie. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) warnten, die Elektromobilität könnte kurzfristig bis mittelfristig ausgebremst werden. Nach einem Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums soll die Regelung zu Plug-in-Hybridfahrzeugen auf den elektrischen Antrieb fokussiert werden. Bei Plug-in-Hybriden muss bisher entweder ein CO2-Kriterium erfüllt sein oder eine Mindestreichweite gegeben sein. Ab dem 1.10.2022 soll das CO2-Kriterium wegfallen und das Erfordernis einer rein elektrischen Mindestreichweite von 60 Kilometern greifen, zuvor sind es 40 Kilometer. Ab dem 1.1.2024 müssen Plugin-Hybride laut Entwurf der Förderrichtlinie eine Mindestreichweite von 80 Kilometern vorweisen, um förderfähig zu sein.
    • Der mit Spannung erwartete Strafprozess zur Manipulationsaffäre bei Volkswagen geht heute los. Wegen Corona musste das Betrugsverfahren mehrmals verschoben werden. Das Landgericht Braunschweig will nun die mutmaßliche persönliche Verantwortung von VW-Managern für einen der größten deutschen Wirtschaftsskandale überhaupt aufklären. Vier Ex-Führungskräfte stehen wegen des Vorwurfs gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs mit manipulierter Software in Millionen Autos und weiterer Straftaten vor Gericht. Laut Staatsanwaltschaft sind die Manager dafür verantwortlich gewesen sein, dass Behörden und Kunden mit der unzulässigen Software getäuscht wurden.
    • Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie wird nach robusten Geschäften und einer weiterhin starken Nachfrage optimistischer für das Gesamtjahr. Das Unternehmen hob am Mittwoch nach Börsenschluss seine Jahresprognosen für Umsatz und operatives Ergebnis erneut an. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen dürfte in diesem Jahr nun zwischen 1,2 und 1,4 Mrd. Euro liegen (zuvor: 900 Mio. bis 1,1 Mrd.). Der Umsatz soll von 4,7 Mrd. Euro im Vorjahr nun auf rund 6 Mrd. Euro steigen. Bisher hatte das Management hier 5,5 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.
    • Der Automarkt in der Europäischen Union ist im Juli und August eingebrochen. Im Juli wurde gegenüber dem Vorjahresmonat ein Minus von 23,2 Prozent auf 823.949 Pkw ermittelt, im August waren es mit 622.993 Autos 19,1 Prozent weniger Fahrzeuge als ein Jahr zuvor. Das teilte der europäische Herstellerverband Acea am Donnerstag mit.
    • Die Lufthansa-Tochter Eurowings will in Nordeuropa expandieren. Zu Ende März kommenden Jahres werde eine neue Basis mit zunächst fünf Flugzeugen in Stockholm eröffnet, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zum Start suche man dort 150 neue Crew-Mitglieder. Mit dem Angebot zu 20 europäischen Sonnenzielen und Hauptstädten will die Lufthansa-Tochter offensichtlich in die Lücke stoßen, die der Anbieter Norwegian in Skandinavien offen lässt.
    • Der Billigflieger Ryanair will sein Geschäft nach der Corona-Krise stärker ausweiten als bisher geplant. Im Geschäftsjahr bis Ende März 2026 solle die Zahl der Passagiere von Ryanair und seinen Konzern-Airlines wie Lauda auf mehr als 225 Millionen ansteigen, teilte das Unternehmen anlässlich seiner Hauptversammlung mit. Das sind 25 Mio. mehr als bisher in Aussicht gestellt.
    • Experten mit weiter steigenden Preisen am Immobilienmarkt in Deutschland. Laut einer Prognose des Hamburger Gewos-Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung wird der Immobilien-Gesamtumsatz im laufenden Jahr um 6,3 Prozent auf 311,1 Mrd. Euro steigen. Im bisherigen Rekordjahr 2020 hatte der Umsatz knapp 293 Mrd. Euro betragen. Treiber seien vor allem die Wohnimmobilien, deren Volumen vom Vorjahr voraussichtlich um 7,5 Prozent auf 237,7 Mrd. Euro wächst. Das geht aus der aktuellen Gewos-Prognose hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

    Konjunktur & Politik

    • Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erwartet einen höheren weltweiten Ausbau der Atomenergie - zum ersten Mal seit zehn Jahren. Um im Kampf gegen den Klimawandel fossile Brennstoffe zu vermeiden, erwägen nun viele Länder den Einsatz von Atomkraft, wie die IAEA am Donnerstag berichtete. Laut dem Maximal-Szenario der Atomenergiebehörde könnte sich die weltweite nukleare Produktionskapazität bis 2050 auf bis zu 792 Gigawatt verdoppeln - das sind zehn Prozent mehr als in der Vorjahres-Prognose.
    • Die Lagerbestände in den USA stiegen im Juli wie erwartet um 0,5 Prozent nach einem Anstieg um 0,8 Prozent im Vormonat Juni.
    • Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe den USA legten in der vergangenen Woche um 20.000 auf 332.000 zu, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten lediglich mit 322.000 Anträgen gerechnet. Damit wurde die jüngste Erholung zunächst unterbrochen.
    • Der Indikator für das Geschäftsklima für die Industrie in der Region Philadelphia (Philly-Fed-Index) stieg im September um 11,3 auf 30,7 Punkte, wie die örtliche Fed-Filiale mitteilte. Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Rückgang auf 19,0 Punkte gerechnet. Zuvor war der Indikator vier mal in Folge gefallen.
    • Der US-Einzelhandel überrascht mit einem Umsatzanstieg im August. Die Erlöse seien um 0,7 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das Handelsministerium mit. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang um 0,7 Prozent gerechnet. Allerdings wurde zugleich der Rückgang im Vormonat von 1,1 auf 1,8 Prozent revidiert. Gegenüber dem Vorjahresmonat legten die Umsätze um 15,1 Prozent zu.
    • Jede erhebliche Verzögerung des 3,5 Bio. Dollar schweren Konjunkturprogramms von Präsident Joe Biden könnte die Marktstimmung beeinträchtigen. Zwar hat der Ways and Means-Ausschuss des Repräsentantenhauses am Mittwoch die Steuererhöhungen zur Finanzierung des Plans gebilligt, doch anhaltende Streitigkeiten innerhalb der Demokratischen Partei verzögern das Projekt. Laut dem demokratischen Senator Chris Murphy aus Connecticut gehören der Klimawandel, die Gesundheitsfürsorge und die weitere Diskussion über Steuermaßnahmen zu den Themen, bei denen Meinungsverschiedenheiten wahrscheinlich sind.
    • EZB-Ratsmitglied Olli Rehn hat die Regierungen der Eurozone daran erinnert, dass eine Zinserhöhung nur eine Frage der Zeit ist. Auch wenn eine solche Abkehr vom Nullzins derzeit noch nicht in Sicht sei, so werde sie doch eines Tages kommen, sagte der finnische Notenbankchef laut Reuters am Donnerstag. „Dies sollte bei der Budgetplanung in allen Ländern der Eurozone berücksichtigt werden.“
    • Im zweiten Wahlgang hat der Landtag von Sachsen-Anhalt Reiner Haseloff (CDU) erneut zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt. 53 Abgeordnete stimmten für Haseloff, 43 gegen ihn bei einer Enthaltung. Im ersten Wahlgang hatte er nur 48 Stimmen bekommen und damit die nötige Mehrheit von 49 Stimmen knapp verfehlt.
    • CDU-Politiker Friedrich Merz sieht die lange Übergangsphase beim Ende der Amtszeit von Angela Merkel als eine Hauptursache für die Schwierigkeiten der Union im Wahlkampf. „Seit Frau Merkel im Oktober 2018 angekündigt hat, nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren, sind immerhin fast drei Jahre vergangen, also drei Viertel der laufenden Wahlperiode", sagte Merz der "Augsburger Allgemeinen“. „Diese Zeit ist inhaltlich wie konzeptionell nicht gut genug gelaufen für die CDU." Dazu trägt Merz zufolge auch bei, dass Merkel nach ihrem Rücktritt als Parteichefin die volle Legislaturperiode als Bundeskanzlerin im Amt blieb."
    • Der Handelsbilanzüberschuss der Eurozone ist im Juli saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 1,5 auf 13,4 Mrd. Euro gestiegen, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. Der Überschuss war jedoch geringer als erwartet.
    • Die Bundestagswahl am Sonntag kommender Woche wird nach Einschätzung des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, richtungsweisend sein für die kommenden Jahrzehnte. Es sei die wichtigste Wahl seit 1990. „Wir haben einen riesigen Reformstau", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Deutschland stehe vor einem wichtigen Wendepunkt in vier zentralen Zukunftsfragen: beim Klimaschutz, bei digitaler Transformation, der wirtschaftlichen Transformation und im globalen Wettbewerb mit China und den USA. „Und außerdem beim Thema soziale Polarisierung, die durch die Pandemie massiv zugenommen hat. Dies sind gigantische Herausforderungen für alle Generationen.
    • Die US-Regierung will Australien U-Boote mit Nuklearantrieb liefern, um die militärische Abschreckung im Indopazifik-Raum zu stärken. Die Initiative ist Teil einer neuen „Sicherheitspartnerschaft“ (AUKAS) der USA, Großbritannien und Australien. In den kommenden 18 Monaten soll demnach ein Weg gefunden werden, damit Australien solche modernen U-Boote erhalten kann, sagte US-Präsident Joe Biden, der von sich „rasch entwickelnden Bedrohungen“, sprach. Die US-Regierung und Australien sind vor allem wegen Chinas Machtansprüchen in der Indopazifik-Region in Sorge. Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace hat Kritik aus Frankreich an der neuen Sicherheitsallianz mit Australien zurückgewiesen. „Australiens Entscheidung, statt konventioneller U-Boote mit französischer Hilfe nun nuklearbetriebene U-Boote mit amerikanischer und britischer Unterstützung zu bauen, ist dort getroffen worden. Wir haben keine Veranlassung, die Franzosen gegen uns aufzubringen. Sie gehören zu unseren engsten militärischen Verbündeten in Europa", so Wallace im Nachrichtensender Sky News.
    • Der britische Premier Boris Johnson hat sein Kabinett umgebildet. Der bisherige Außenminister Dominic Raab wird Justizminister, wie Downing Street mitteilte. Zudem werde Raab zum Stellvertreter Johnsons berufen. Der bisherige Justizminister Robert Buckland muss abtreten. Nachfolgerin Raabs wird die bisherige Handelsministerin Liz Truss.
    • Ob für die Arbeit, für das Studium oder den Urlaub: Bei der Budgetplanung für Auslandsaufenthalte hilft ein internationaler Vergleich von Preisniveaus für private Konsumausgaben. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht dazu monatlich aktualisierte Preisniveaus für 36 europäische Staaten. Demnach war die Lebenshaltung im Juli in der Schweiz am teuersten. Das Preisniveau lag dort um mehr als die Hälfte höher als in Deutschland. Dagegen waren die Lebenshaltungskosten in der Türkei um knapp zwei Drittel geringer als hierzulande und damit unter allen verglichenen Staaten am niedrigsten.
    • Laut neuen Richtlinien des Staatsrats in Peking soll die Förderung eines „zivilisierten“ Internets verstärkt werden. Dabei geht es um Aufsicht über Online-Plattformen im Sinne sozialistischer Grundwerte. Junge Menschen sollen unterstützt werden, das Internet „richtig“ und „sicher“ zu nutzen. Nach Jahren des Wachstums soll nun die Kontrolle über Wirtschaft und Gesellschaft verstärkt werden.
    • Japans Exporte sind im August wegen wieder stärkerer Corona-Folgen und Problemen in der Autoproduktion ausgebremst worden. Die Ausfuhren seien im Vergleich zum Vorjahr um 26,2 Prozent gestiegen, teilte das japanische Finanzministerium mit. Allerdings fiel das Wachstum deutlich geringer aus als in den Vormonaten.
    • Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, hat eine Reform des Ehegattensplittings vorgeschlagen. „Aus ökonomischer Sicht setzt das Ehegattensplitting für die Zweitverdiener, in der Regel Frauen, starke Anreize, nicht erwerbstätig zu sein oder allenfalls eine Teilzeitstelle anzunehmen – und sich stattdessen auf Haushaltsarbeit und Kindererziehung zu konzentrieren. Ein Systemschwenk auf Modelle wie das Realsplitting könne Impulse für eine höhere Erwerbsbeteiligung der Zweitverdiener setzen. Belastungen für bestehende Ehen ließen sich durch Übergangslösungen begrenzen“, sagt Fuest. Das Realsplitting besteuert die Ehepartner im Prinzip unabhängig voneinander. Allerdings kann der Erstverdiener steuerlich einen gewissen Betrag auf den Zweitverdiener übertragen. Das sei sinnvoll, weil die Ehepartner gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet sind, meint der ifo Chef. Die Arbeitsanreize für den Zweitverdiener würden beim Realsplitting nicht so stark eingeschränkt wie beim Ehegattensplitting. Doch die Steuerlast des Zweitverdieners sei auch beim Realsplitting vom ersten Euro an positiv, weil der übertragene Einkommensbetrag bereits steuerpflichtig sei. Deshalb seien die Beschäftigungseffekte positiv, aber letztlich überschaubar. Vorliegende Schätzungen sprächen von rund 50.000 zusätzlichen Vollzeitstellen, so Fuest.
    • Der Öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Sozialversicherung in Deutschland wies gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich zum Jahresende 2020 ein Finanzvermögen von 1.029,3 Mrd. Euro auf, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit hat sich das Finanzvermögen gegenüber den revidierten Ergebnissen zum Jahresende 2019 um 5,7 Prozent oder 55,1 Mrd. Euro erhöht. Der erstmalige Anstieg auf einen Wert über 1,0 Bio. Euro ist laut Bundesamt insbesondere durch nicht abgeflossene Mittel aus Kreditaufnahmen des Bundes in der Corona-Krise begründet. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute und der sonstige inländische und ausländische Bereich, zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland.
    • Nicht nur bei der Logistik und bei den Lieferketten treten derzeit Engpässe auf. Auch am Arbeitsmarkt herrscht Knappheit, berichtet die Postbank: Eine Umfrage des Personalvermittlers Manpower bei fast 45.000 Unternehmen in 43 Ländern zeigt demnach, dass 69 Prozent der Firmen Schwierigkeiten haben, geeignete Mitarbeiter zu finden. Diese Entwicklung markiere ein 15-Jahres-Hoch. Gleichzeitig wollten Unternehmen aus 15 Ländern, überwiegend aus Nordamerika und Europa, weiteres Personal einstellen.

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