Nach den kräftigen Kursverlusten vom Montagabend sind die US-Börsen am Dienstag leicht erholt in den Handel gestartet. Händler sprechen von einer technischen Gegenreaktion. Aktuell notiert der Dow Jones mit 0,39 Prozent im Plus bei 16.064 Punkten. Der S&P 500 legt um 0,70 Prozent auf 1.895 Punkte zu, während der Nasdaq Composite um 0,82 Prozent auf 4.581 Punkte steigt.

    In dem am Montagabend besonders gebeutelten Rohstoffsektor zeichnet sich eine deutliche Erholung ab. Die Aktien des schweizerisch-britischen Rohstoffhändlers Glencore können um rund 17 Prozent zulegen, nachdem sie am Vortag um knapp 30 Prozent eingebrochen waren. Einem Analystenkommentar vom Montag zufolge muss Glencore künftig fast seine gesamten Einnahmen für den Schuldendienst verwenden, sollten sich die Rohstoffpreise nicht deutlich erholen. Unter vergleichbaren Problemen leiden auch andere Rohstoffkonzerne.

    Auch im Biotech-Sektor geht es wieder aufwärts. Der NASDAQ Biotechnology Index legt am Dienstag um rund 3,5 Prozent zu. Nachdem Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton den ausufernden Medikamentenpreisen den Kamp angesagt hatte, waren zahlreiche Biotech-Werte in den USA stark eingebrochen.

    US-Verbraucherstimmung verbessert sich überraschend

    Die Stimmmung der US-Verbraucher hat sich im September überraschend aufgehellt. Das stark beachtete Conference-Board-Verbrauchervertrauen verbesserte sich um 1,7 Punkte auf 103,0 Punkte, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Die Volkswirte hatten eigentlich einen Rückgang auf 96,2 Zähler erwartet. Der Wert des Vormonats wurde leicht von 101,5 auf 101,3 Punkte nach unten revidiert. Für das Conference-Board-Verbrauchervertrauen werden rund 5000 US-Haushalte nach ihrer wirtschaftlichen Lage befragt. (Alle Wirtschaftsdaten im Überblick finden Sie hier)

    Case-Shiller-Index: Hauspreise steigen weiter

    Die Immobilienpreise in den USA legen weiter zu. Die Preise für Einfamilienhäusern in den 20 wichtigsten Ballungsgebieten der USA lagen nach dem Case-Shiller-Hauspreisindex im Juli 2015 um 4,96 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Experten hatten allerdings einen etwas stärkeren Anstieg um 5,15 Prozent erwartet, nach einem Plus von revidiert 4,90 (zunächst 4,97) Prozent im Juni. Auf Monatssicht gingen die Häuserpreise im Juli saisonbereinigt um 0,2 Prozent zurück, während die Volkswirte eigentlich einen Anstieg um 0,1 Prozent erwartet hatten.

    US-Handelsbilanzdefizit weitet sich aus

    Das Defizit im Außenhandel der Vereinigten Staaten hat sich im August vergrößert. Der Fehlbetrag belief sich nach vorläufigen Angaben auf 67,187 Milliarden Dollar, nach einem Defizit von 59,242 Milliarden Dollar im Vormonat. Die Volkswirte hatten für August mit einem Handelsbilanzdefizit von 57,3 Milliarden Dollar gerechnet.

    Yahoo! hält an Alibaba-Deal fest

    Der Internetkonzern Yahoo! hält an der geplanten steuerfreien Abspaltung des milliardenschweren Anteils am chinesischen Online-Riesen Alibaba trotz der Skepsis amerikanischer Behörden fest. Statt die Beteiligung zu verkaufen, will Yahoo! die Beteiligung in das neue börsennotierte Unternehmen Aabaco einbringen.

    Axel Springer übernimmt Business Insider

    Axel Springer übernimmt die englischsprache Finanznachrichten-Website "Business Insider" fast vollständig. Der Medienkonzern erwirbt zusätzlich einen Anteil von 88 Prozent im Wert von 343 Millionen Dollar und hält damit künftig eine Beteiligung von 97 Prozent an Business Insider, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Die restlichen drei Prozent befinden sich im Besitz von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Business Insider wurde vom ehemaligen Wall-Street-Analysten Henry Blodget vor acht Jahren gegründet.