Der Staatsrechtler Prof. Karl Albrecht Schachtschneider ist dafür bekannt, dass er seine Worte sorgsam wägt und sich nicht zu unüberlegten Äußerungen hinreißen lässt. Schachtschneider ist auch kein esoterischer Spinner, Verschwörungstheoretiker oder Untergangsprophet, wie sie in diesen Tagen Hochkonjunktur haben. Ganz im Gegenteil. Deshalb ist das jüngste Interview mit dem Juristen auch so bemerkenswert. Der langjährige Euro-Kritiker sprach kürzlich bei einem Kongress der Sven Hermann Consulting in Fulda.

Der Staatsrechtler Prof. Karl Albrecht Schachtschneider warnt vor Massenarmut und EU-Diktatur in Europa...

Schon wenige Tage vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum dauerhaften Euro-„Rettungsschirm“ ESM machte Schachtschneider klar, welche Konsequenzen wir alle durch den Größenwahn unserer Politiker zu erwarten haben: Nach Schachtschneiders Ansicht sind wir auf dem Weg in einen repressiven EU-Überwachungsstaat der uns Enteignung, Verarmung und Diktatur bringen wird.

Im Zuge dessen stehen die Deutschen vor massiven Vermögenseinbußen: Zwangsanleihen, Goldbeschlagnahme, Geldentwertung und ähnliche Maßnahmen seien schon in wenigen Monaten zu erwarten. Die einzige Chance, die Dinge noch aufzuhalten, sei ein politisches Erwachen der Menschen.

Nehmen Sie sich bitte ein paar Minuten Zeit und reichen Sie den Link mit der Rede von Prof. Schachtschneider auch im Freundes- und Bekanntenkreis weiter:

http://www.youtube.com/watch?v=99Q_Va8WFaA&feature=player_embedded

Eine Handvoll aktueller Meldungen vom September 2012 verdeutlichen, wie nah wir den katastrophalen Zuständen bereits sind, die Schachtschneider am Horizont heraufziehen sieht:

Nur wenige Stunden (!) nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum ESM soll der dauerhafte Rettungsschirm jetzt also „gehebelt“ werden – auf (zunächst) zwei Billionen Euro, das Vierfache der bisherigen Summe. Auch in Griechenland fehlt wieder einmal Geld. Die Rede ist von bis zu 20 Milliarden Euro. Mitten in der schwersten Rezession in der Geschichte des Landes wurde die Region in dieser Woche durch einen Generalstreik gelähmt.

Schon hat die erste griechische Kommune ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt und alle Dienstleistungen eingestellt. Was das für die Stadt Acharnes bedeutet? Stadtangestellte werden nicht mehr bezahlt, der Müll türmt sich auf den Straßen, Kindergärten und Schulen bleiben geschlossen, es fährt kein Bus und keine Bahn:

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/09/46978/

Ein paar Kilometer weiter westlich dürfte Spanien schon bald komplett unter den ESM schlüpfen, nachdem die Banken des Landes erst kürzlich mit 100 Milliarden Euro „gerettet“ wurden. Die Rezession dort verschärft sich gerade ebenso dramatisch wie in Portugal.

Da fragt man sich, wo all die Rettungsmilliarden eigentlich hingekommen sind. Im gesamten Süden Europas brodelt es: Millionen Menschen in Madrid, Lissabon und Athen gehen auf die Straße und toben gegen die Sparpolitik ihrer Regierungen. Steine und Molotow-Cocktails fliegen, die Polizei setzt Wasserwerfer und Tränengas ein. Es drängt sich die Frage auf, wann es bei uns soweit ist...

Um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen, empfiehlt es sich, auf das gebührenpflichtige „Staatsfernsehen“ zu verzichten und statt dessen unabhängige Quellen im Internet anzuzapfen. Die wahre Situation in den Krisenländern wird dann schnell klar: Im Süden Europas herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Sehen Sie sich dazu bitte das folgende Video an, aufgenommen in Madrid in dieser Woche.

http://www.youtube.com/watch?v=geWCW7a7PTY

DAS ist Europa im Herbst 2012. DAS ist die Folge der unfassbaren „Rettungspolitik“, die keine Grenzen kennt und keine Vernunft. DAS haben die Banken und unsere Politiker zu verantworten. Die Aufforderung, das Video anzusehen, geht auch an all jene Kollegen, die immer noch meinen, die Menschen mit salbungsvollen Worten davon überzeugen zu müssen, es sei schon ganz richtig, was in Berlin und Brüssel zur Lösung der Krise unternommen wird.

Gar nichts ist richtig. Es ist der Weg in eine wirtschaftliche und soziale Katastrophe...

Noch eine Kostprobe von europäischem Politikerwahnsinn gefällig? Kein Problem: Nach Informationen des Wallstreet Journal werden in der EU neuerdings Überlegungen angestellt, die Steuergelder der Menschen zur Euro-Rettung direkt nach Brüssel zu überweisen! Eurobonds seien nämlich nicht mehr durchsetzbar. Nein, das ist kein Witz:

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/09/47010/

Auch vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen gibt es in unserem Nachbarland Österreich gerade Bestrebungen, eine Volksabstimmung über einen Austritt aus der Euro-Zone abzuhalten. Einen ersten Versuch hatten die Initiatoren im Jahre 2011 gestartet, wurden aber vom österreichischen Innenministerium ausgebremst. Wegen eines „Formfehlers“, wie es hieß:

http://eu-austritts-volksbegehren.blogspot.de/

Wir wünschen der Initiative viel Erfolg mit ihrer neuen Kampagne, die Anfang 2013 starten soll. Ein Austritt der Alpenrepublik aus dem Euro wäre vielleicht die Initialzündung, die auch in Deutschland so manchen Zeitgenossen endlich wachrütteln könnte.

Dass dies dringend notwendig ist, zeigen einige Entwicklungen, die derzeit gar nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Während Südeuropa im Chaos zu versinken droht, spitzt sich auch die Lage jenseits des Ärmelkanals immer weiter zu.

Nach einer Studie von Morgan Stanley wird das Haushaltsdefizit Großbritanniens schon im kommenden Jahr größer ausfallen als jenes von Griechenland. Danach soll das Budgetloch 2013 bei 7,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen. Griechenland soll auf 6,3 Prozent kommen. Im arg gebeutelte Spanien liegt der Vergleichswert bei 6,0 Prozent. Mit anderen Worten: Der kranke Mann Europas ist dort zu suchen, wo derzeit niemand hinsieht.

http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/9560986/UKs-deficit-could-be-bigger-than-Greeces.html

Auch in den bisher angeblich so robusten Niederlanden werden die Schwierigkeiten zusehends größer. Die Immobilienpreise brechen immer weiter ein. Allein im August dieses Jahres sind die Preise für Häuser und Wohnungen gegenüber dem Vorjahresmonat um stattliche acht Prozent (!) gefallen. In der Folge geraten immer mehr niederländische Banken in Schwierigkeiten. Die Anzahl an faulen Krediten wächst, Notverkäufe drücken die Preise und immer mehr Häuslebauer können ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen

Um die Ecke gedacht...
Nach Griechenland kommen jetzt also Spanien und Portugal unter die Räder – und Großbritannien und die Niederlande warten schon auf ihre „Retter“. Wobei wir noch von Glück sagen können, dass die Briten den Euro gar nicht haben.

Ungeachtet all der katastrophalen Entwicklungen bleibt der ja „alternativlos“, wie Kanzlerin Merkel nicht müde wird zu betonen.

Ich würde jede Wette eingehen, dass die Wahrheit ganz woanders zu suchen ist, als uns das Politik und Medien weismachen wollen. Das wäre auch gar nicht Neues, sondern ist immer das Gleiche: Die eigentliche Wahrheit findet man immer versteckt hinter irgendeiner Ecke, niemals stolpert man darüber, weil man das tut, was alle machen oder weil man das sucht, wonach alle suchen:

Deshalb, so die Vermutung, die sich geradezu aufdrängt, sollen Griechenland, sowie mittlerweile auch Portugal und Spanien, „um jeden Preis“ im Euro gehalten werden, weil ein Austritt dieser Länder ganz ohne Zweifel eine erfolgreiche Sanierung der betreffenden Volkswirtschaften zur Folge hätte. Damit wäre sofort für jeden offensichtlich, dass der Euro eine unfassbar teure Missgeburt ist, die Unfrieden, Streit und Zerwürfnisse stiftet – bis hin zum Bürgerkrieg...

Die Geschichte ist reich an Beispielen, die belegen, dass Pleite-Länder erst nach einer Abwertung ihrer Währungen wieder auf die Füße gekommen sind. Es ist kein Grund erkennbar, warum das im Süden Europas anders sein sollte. Das ist der "Dominoeffekt", den die Verantwortlichen tatsächlich fürchten.

Doch anstatt die Wahrheit endlich auszusprechen, sind unsere Politiker auf dem besten Wege, das Volksvermögen der Europäer, und namentlich der Deutschen zu verpulvern, um so die Banken und damit ihren eigenen Hintern zu retten.

Es wird Zeit, dass wir das erkennen und endlich einschreiten. Mögen die Völker Europas die Kraft haben, sich der heraufziehenden menschenverachtenden EU-Diktatur zu entledigen.

http://www.facebook.com/godmodetrader.de

https://twitter.com/weygand_gmt

http://www.facebook.com/harald.weygand

In der kommenden Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs werden wir uns auch mit der Frage befassen, was all diese Entwicklungen für die Börsen zu bedeuten haben...

Anmeldemöglichkeit (1) : Das Drei-Monats-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Anmeldemöglichkeit (2) : Das Jahres-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de