Bitcoin interessieren (fast) keinen mehr. Die Suche nach Bitcoin über Google ist weit vom Hoch Anfang 2018 entfernt (Grafik 1). Das Suchinteresse ist ein sehr guter Hinweis darauf, wo wir uns im Hype Cycle befinden. Das Suchinteresse und der Preis gehen Hand in Hand. Das gilt nicht nur für Bitcoin und andere Krypto-Währungen, sondern auch für viele andere Preise.

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Das Ganze funktioniert so gut, dass man sogar Unternehmen damit analysieren kann. So stieg etwa das Interesse an Valeant Pharmaceuticals (inzwischen in Bausch Health umbenannt) im Jahr 2015 kometenhaft an. Der Aktienkurs verdoppelte sich. Danach ging es abwärts. Das Interesse ließ nach, erreichte dann aber im Frühjahr 2016 noch einmal ein Hoch. Der Aktienkurs erreichte damals seinen Boden.

Bei Bitcoin und Co. ist das zweite Hoch beim Suchinteresse ausgeblieben. Es gab bisher keinen einwandfreien Hinweis auf einen Boden. Das liegt vermutlich daran, dass sowohl der Hype als auch der Crash innerhalb so kurzer Zeit stattfanden.

Im Vergleich zu anderen Blasen spielte sich alles irgendwie im Zeitraffer ab. Daher darf man auch auf eine Trendwende hoffen. Der Preis von Bitcoin und der Verlauf des Nasdaq haben große Ähnlichkeit (Grafik 2). Bereits im März vermutete ich, dass die Kursverluste vorerst vorüber sein würden.

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Die Prognose ging teilweise auf. Im April ging es tatsächlich nach oben, zeitweise um 30 %. Danach ging es aber auch wieder nach unten. Das hätte nicht geschehen dürfen. Im Vergleich zur Internetblase ergibt sich trotzdem ein Hoffnungsschimmer. Demnach sollte das endgültige Tief Ende 2018 erreicht sein.

Nun soll man keiner Statistik und keinem Chart glauben, den man nicht selbst erstellt hat. Vergleicht man Nasdaq und Bitcoin in „realtime“ (Grafik 3), ergibt sich ein anderes Bild. Dann wird mit dem großen Boden vor 2021 nichts. Der Unterschied zwischen Chart 2 und 3 liegt in der Datumsachse. In Grafik 2 ist diese für Bitcoin gestaucht.

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Keiner weiß mit Sicherheit, wohin die Reise geht, man kann es aber vermuten. Das Entstehen einer Blase und auch deren Platzen ist vom Prinzip her immer gleich. Anleger hatten Ende der 90er Jahre absolut Recht, dass das Internet eine große Sache wird. Sie preisten den Markt allerdings 20 Jahre zu früh so hoch.

Das funktioniert selten. In der Euphorie nehmen Anleger gerne einmal 20 Jahre vorweg. Damit liegen sie nicht immer falsch. Wenn man allerdings an die Zukunft glaubt und weiß, dass sie sich nicht innerhalb kurzer Zeit materialisieren wird, wird trotzdem verkauft, wenn nach ein oder zwei Jahren nichts weitergeht. Das liegt in der menschlichen Natur.

Krypto-Währungen bzw. eher die Blockchain können die gleiche Bedeutung für die Welt haben wie das Internet. Wie beim Internet wird es aber eine Weile dauern. Nach dem Hype müssen jetzt reale Anwendungen kommen und den Durchbruch schaffen. Davon sind wir noch ein Stück entfernt. Der Bärenmarkt ist daher wohl noch nicht vorbei. Kurzfristige Rallys, die auch 30 % oder 50 % betragen können, wird es immer wieder geben. Die große Trendwende kommt meiner Einschätzung nach aber erst, wenn es mehr reale Anwendungen gibt und Kryptos nicht mehr hauptsächlich Spekulationszwecken dienen.