In der letzten Woche verzeichneten die europäischen Aktienmärkte gemessen am Stoxx-Index mit +1,8% erstmals wieder Kursgewinne. Deutschland führte dabei mit +2,9% die Gewinnerliste an. Die USA bewegten sich dagegen mit –0,6% trotz positiver Unternehmensdaten von FedEx und Morgan Stanley nicht recht von der Stelle. Allerdings gab es auch belastende Faktoren wie die anhaltenden Sorgen wegen weiter steigender Leitzinsen, obwohl sich die US-Wirtschaft langsam abzukühlen scheint. Japan konnte seine in der Vorwoche begonnene Erholung mit +0,7% fortsetzen. Auf Stoxx-Branchenebene setzten sich diejenigen Branchen durch, die von der Annahme eines robusten weltweiten Wirtschaftsaufschwungs profitieren: Rohstoffe +3,7%, Bau +3,2%, Industriegüter +3,4%, Energie +2,7% und Technologie +2,3%. Bei Siemens wurde die mit Nokia geplante Fusion der Netzwerkaktivitäten mit +8,6% positiv aufgenommen, während Nokia nahezu unverändert tendierte.

Nach den starken Kursverlusten der Vorwochen befinden sich die Aktienmärkte derzeit in einer Erholungsphase. Dazu tragen die Beruhigungen sowohl beim US-Dollar als auch beim Ölpreis wesentlich bei. Aktuell setzt die Konjunkturseite stärkere Impulse. Am kommenden Donnerstag gilt es als sicher, dass die Fed die Leitzinsen erneut um 25 Basispunkte auf dann 5,25% erhöhen wird. Dies scheint jedoch weitestgehend in den zuvor rückläufigen Kursen eingepreist zu sein. Während sich in den USA die Anzeichen für eine Abschwächung der Wirtschaft mehren, kann die Situation in Europa wesentlich günstiger eingeschätzt werden. Nach aktueller Einschätzung dürften die Frühindikatoren besser als erwartet ausfallen. Europa profitiert somit weiterhin stärker vom robusten weltweiten Wirtschaftsaufschwung. Die Aktienmärkte sollten eine solide erwartete Berichterstattung für das 2. Quartal nutzen können, denn bislang sind im Rahmen der Vorankündigungssaison stärkere negative Gewinnrevisionen ausgeblieben. „Insgesamt rechne ich mit einer Fortsetzung der Erholungsbewegung, die den DAX in den nächsten Wochen wieder bis in den Bereich um 6000 Punkte heranführen kann“, sagt COMINVEST-Fondsmanager Christoph Berger.

Die Augen am Rentenmarkt werden sich in der kommenden Woche auf die US-Notenbanksitzung richten. Eine weitere Erhöhung der Leitzinsen (Fed Funds Rate) um 0,25 Prozentpunkte auf dann 5,25% gilt als sicher. Wichtiger für den Markt wären jedoch Hinweise auf die zukünftige Entwicklung der Geldpolitik. Es ist aber davon auszugehen, dass die Fed ihre Geldpolitik weiterhin „datenabhängig“ gestaltet. Nachdem in der Zinsstruktur bereits Zinserhöhungen bis auf 5,50% eingepreist sind, dürfte die Fed-Sitzung allein daher kaum zu Bewegungen am Rentenmarkt führen. Eine höhere Bedeutung dürften den zahlreichen Makro-Daten zukommen. Wichtig sind hier vor allem die Daten zum Immobilienmarkt, die COMINVEST eher schwächer erwartet, während die Konsumentenvertrauens-Indikatoren wenig Veränderung zeigen werden. Aus Euroland werden Daten zur Konjunkturentwickung (u.a. ifo-Index), zur Inflation und zur Geldmengenentwicklung veröffentlicht. Angesichts der weiterhin starken weltwirtschaftlichen Entwicklung sollten die Konjunktur-Indikatoren eher positiv überraschen können. Obwohl eine Reihe wichtiger Indikatoren veröffentlicht wird, dürften diese kaum Potenzial für eine Neueinschätzung der Lage liefern. Vor diesem Hintergrund erwartet COMINVEST diese Woche eine Seitwärtsentwicklung am Rentenmarkt um einen Wert im Bund-Future von 115,25%.

Quelle: ADIG

Die ADIG Allgemeine Deutsche Investment-Gesellschaft mbH, Fondstochter der Commerzbank, wurde 1949 gegründet. Das verwaltete Fondsvermögen beträgt mehr als 24,0 Mrd. Euro in 90 Publikumsfonds. Die Aktivitäten der ADIG werden unter dem Dach der COMINVEST Asset Management GmbH geführt.