Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Seit Ende vergangenen Jahres hat der Goldpreis deutlich zugelegt und damit die Kursflaute von 2018 fast schon vergessen gemacht. In den letzten Wochen ist die Erholung aber wieder erlahmt. War es das schon wieder oder ist das nur eine kurzzeitige Verschnaufpause, bevor es wieder nachhaltig über die Marke von 1.300 US-Dollar/Unze gehen kann?

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    Ein Ausbruch nach oben ist kurzfristig schon wegen des aktuell starken Dollarkurses weniger wahrscheinlich. Der Greenback zeigt sich in diesem Jahr gegenüber dem meisten anderen Hauptwährungen sehr robust. Ein stärkerer Dollar ist meist negativ für den Goldpreis.

    Wie aber steht es um die mittel- bis längerfristigen Aussichten? Kann Gold perspektivisch wieder Boden gewinnen? Dafür gibt es gute Argumente. Zunächst ist festzustellen, dass viele Notenbanken, allen vorneweg die Federal Reserve, einen geldpolitischen Schwenk vollzogen haben bzw. im Begriffe sind diesen zu tun.
    Hat die Fed Ende vergangenen Jahres noch mehrere Zinserhöhungen für 2019 in Aussicht gestellt, ist sie von dieser Linie komplett abgerückt. Nach Einschätzung des Fed-Präsidenten von Chicago, Charles Evans, könnte die Fed sogar bis weit ins Jahr 2020 hinein die zinspolitischen "Füße" stillhalten. Evans begründet dies mit der mauen Inflation. Steigende Zinsen bzw. Renditen am Anleihemarkt sind normalerweise ungünstig für den Goldpreis, denn dadurch sinkt die Attraktivität von Gold als Anlage im Verhältnis zu Anleihen.

    Auch eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China könnte sich positiv auf den Goldpreis auswirken, weil sich dadurch die chinesische Konjunktur stabilisieren dürfte, und das Risiko einer Abwertung des Yuan abnimmt. EinE schwächere China-Währung bedeutet für die dortigen Goldkäufer, dass das in US-Dollar gehandelte Edelmetall teurer wird.

    Washington und Peking gaben in letzter Zeit verstärkt Signale, dass es im Handelsstreit zu einer Einigung kommen könnte. US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte am Wochenende, er gehe davon aus, dass die Verhandlungspartner bald auf die Zielgerade einbiegen. Die Bemühungen beider Länder würden weit über das hinausgehen, was in den vergangenen Jahren an Handelsvereinbarungen erzielt worden sei, sagte Mnuchin am Rande der IWF-Frühjahrestagung in Washington. „Ich denke, dass wir hoffnungsvoll sein können, bald die letzte Runde einläuten zu können.“