Vor allem die Eurozone brillierte zuletzt wenig. Das Wirtschaftswachstum kühlte sich in vielen Ländern bereits im ersten Quartal ab. Das war schon nicht schön, doch dann kam das zweite Quartal. Das sah richtig schlimm aus.

Einige Banken messen, wie sich die Daten gegenüber den Erwartungen schlagen. Daraus ergibt sich der Economic Surprise Index. Wird z.B. ein Anstieg der Industrieproduktion erwartet, doch tatsächlich schrumpft sie, ist das eine negative Überraschung. Der Economic Surprise Index für die Eurozone erreichte im zweiten Quartal ein Mehrjahrestief. Es sah richtig düster aus.

Jetzt kommt es zu einem Rebound. Noch immer sind die Überraschungen nicht gerade ein Grund zum Feiern, aber immerhin ist der negative Trend gestoppt. Das deutet darauf hin, dass sich der Abschwung umkehrt oder zumindest deutlich an Dynamik verliert.

Das passt auch zum globalen Sentiment. Der globale Einkaufsmanagerindex stieg zuletzt wieder an (siehe Grafik) und hält sich nahe seiner Mehrjahreshochs. Es wäre schon verwunderlich, wenn sich die Eurozone da komplett abkoppeln würde.

Ein fortgesetzter Abschwung oder gar eine Rezession ist bei so hohen Werten im Einkaufsmanagerindex praktisch ausgeschlossen. Für Anleger ergeben sich daraus zwei Chancen. Die Kurse haben sich in den letzten Wochen in den USA nach oben abgesetzt, während sie in Europa zurückblieben.

Nun deutet sich an, dass die Lage in der Eurozone vermutlich gar nicht so schlimm ist und im zweiten Halbjahr ein Rebound zu erwarten ist.

Aktien aus der Eurozone sollten daher wieder besser performen und möglicherweise die US-Indizes schlagen.

Eine zweite interessante Chance ergibt sich auf dem Rohstoffmarkt. Der Preis von Industriemetallen und der globale Einkaufsmanagerindex verlaufen im Normalfall parallel. Seit Anfang 2018 ist das nicht mehr der Fall. Industriemetalle werden billiger, während Einkaufsmanager immer noch guter Dinge sind.

Einer der beiden Indizes irrt. Wir wissen zwar nicht mit Sicherheit, welcher der beiden Indizes falsch liegt, doch aufgrund aller Information, die wir haben (Einkaufsmanager, Economic Surprise Index) scheint der Abverkauf bei Industriemetallen überzogen.

Anleger sind noch unentschlossen. Das zeigt sich am Kursverlauf von Minenaktien (z.B. SPDR S&P Metals & Mining ETF). Die Kurse schleppen sich in einer engen Range seitwärts. Man muss nun nicht die Erwartung vorwegnehmen und den ETF kaufen. Es lohnt sich aber, ihn auf die Watchlist zu setzen und das Signal abzuwarten. Erkennt der Markt, dass er möglicherweise falsch lag, wird der Sektor eine starke Outperformance zeigen.

Bitte beachten Sie: Der Handel mit Derivaten ist mit einem erheblichen Risiko verbunden und kann unter Umständen zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals oder sogar zu einer Nachschusspflicht führen.