• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.191,750 $/Unze

Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Anleger sind noch immer davon überzeugt, dass Gold ein klassisches Investmentvehikel in Krisenzeiten ist. Dementsprechend hätte der Preis für das Edelmetall in dem aktuell unsicheren Umfeld mit den Highflyern Türkei-Krise, internationale Zollpolitik, Börsenturbulenzen doch zulegen müssen. In den letzten drei Monaten hat aber der Goldpreis fast zehn Prozent an Wert verloren, wie die Bank M.M.Warburg in einer aktuellen Analyse anmerkt.

Laut den Experten haben andere Faktoren dazu beigetragen, dass sich die wachsende Unsicherheit nicht im Goldpreis widerspiegelt. Ein wichtiger Grund seien die steigenden Zinsen in den USA. Durch das höhere Zinsniveau würde Gold als Anlageklasse unattraktiver, da es keine laufenden Erträge abwirft, so M.M. Warburg. So sei es auch für risikoaverse Anleger interessanter, in US-Anleihen zu investieren.

Mit vermutlich zwei weiteren Zinsschritten in diesem Jahr und weiteren Zinserhöhungen in 2019 sollte Gold auch in Zukunft eher an Attraktivität verlieren: „Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich, dass Spekulanten massive Short-Positionen auf Gold aufgebaut haben. Die Anzahl der Short-Positionen im Verhältnis zu Long-Positionen ist aktuell auf dem höchsten Wert seit Einführung der Statistik“.

Noch ein weiterer Faktor dürfte zuletzt dazu geführt haben, dass der Goldpreis sinkt. Mit der Währungskrise in der Türkei wird es für das Land immer schwieriger, sein Leistungsbilanzdefizit zu finanzieren. Die Türkei dürfte in diesem Zusammenhang einen Teil ihrer Goldreserven verkauft und somit ebenfalls zum Preisdruck beigetragen haben.

Ergänzend sei anzumerken, so die Analysten weiter, dass auf dem Goldmarkt derzeit ein Angebotsüberschuss herrscht und sich die Anleger bei Gold-ETFs zurückhalten.