Acht Jahre lang wurde verhandelt, am vergangenen Wochenende wurden die Verträge dann im Rahmen des Asean-Gipfels unterzeichnet – wegen der Corona-Pandemie im Rahmen einer Videokonferenz.

Der neuen Freihandelszone "Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP)" gehören neben den zehn Asean-Staaten Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam fünf weitere Staaten an. Neben den asiatischen Wirtschaftsmächten China, Japan und Südkorea sind auch Australien und Neuseeland teil von RCEP. Die USA nahmen an den Verhandlungen gar nicht erst teil, nachdem Trump kurz nach Amtsantritt die Vereinigten Staaten aus den Verhandlungen zur Trans-Pacific Partnership (TPP) zurückgezogen hatte. Indien hatte sich 2019 aus den RCEP-Verhandlungen zurückgezogen, weil es seinen Markt nicht so stark öffnen wollte, wie dies die RCEP-Länder befürworteten.

Insgesamt leben im RCEP-Wirtschaftsraum 2,2 Milliarden Menschen und damit rund 28 Prozent der Weltbevölkerung. Zugleich steht der Wirtschaftsraum für rund ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleisung.

Die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens ist symptomatisch für die zunehmende Verlagerung der wirtschaftlichen Aktivität in Richtung Asien. Während sich die USA unter Präsident Donald Trump teilweise vom freien Welthandel abgewandt haben und Europa gerade im Namen des Klimaschutzes daran arbeitet, neue Zollschranken zu den meisten anderen Ländern der Welt zu errichten, etabliert sich ausgerechnet das kommunistische China als letzter verbliebener Verfechter des freien Welthandels mit globalem Einfluss.

Der Westen spielt für China und zahlreiche andere Exportnationen in Asien zwar noch als Absatzmarkt eine wichtige Rolle, doch auch hier verschieben sich die Gewichte. Da die dynamischen Volkswirtschaften in Asien in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter deutlich stärker wachsen dürften als der gesättigte und zunehmend von Besitzstandswahrern dominierte Westen, werden Europa und die USA für die asiatischen Wirtschaftsmächte immer unwichtiger.

Die Corona-Pandemie, die im Westen viel schwerwiegendere Schäden als in Asien verursacht hat, sowie strenge Klimaschutzmaßnahmen dürften den relativen wirtschaftlichen Niedergang des Abendlandes im Vergleich zu Asien noch beschleunigen.

Nach langfristigen OECD-Prognosen dürfte im Jahr 2060 die chinesische Wirtschaft mehr als zwei Mal so groß wie die Wirtschaft der Eurozone sein. Indien und China würden dann zusammen auf fast 45 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung kommen!

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Quelle: OECD / eigene Berechnungen

Die Verschiebung der wirtschaftlichen Machtverhältnisse auf dem Planeten bedeutet für Anleger, dass besonders die asiatischen Schwellenländer einen festen Platz in jedem langfristigen Anlagedepot haben sollten. Wer als Anleger keine Einzelaktien erwerben will, kann Schwellenländeraktien auch bequem und breit diversifiziert durch den Kauf eines ETFs ins eigene Depot holen.

Der iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF (ISIN: IE00BKM4GZ66) enthält beispielsweise rund 2.900 Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern wie China, Indien, Südkorea und Taiwan. Größte Positionen waren zuletzt Alibaba (8,8 %), Tencent (6,7 %), Taiwan Semiconductor (5,7 %), Samsung Electronics (3,7 %) und Meituan (2,0 %).

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iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF

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