Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Derzeit ist für jeden Anleger das wichtigste Thema die Zinsentwicklung. In den letzten Wochen sind die US-Zinsen kräftig gestiegen. Steigen die Zinsen, werden Kredite teurer. Das würgt einerseits die Wirtschaftsaktivität ab, hat aber auch Einfluss auf die Vermögenspreise wie etwa Immobilien und auch Rohstoffe.

    Ein künstlich abgesenkter Zins heizt den Vermögenspreisen ein. Entsprechend fallen diese, wenn die Niedrigzinszeiten ihrem Ende entgegengehen. Was aber bedeutet dies für den Edelmetall-Anleger? Welche Wirkungen haben steigende Zinsen für die Edelmetallpreise?

    Zunächst setzen steigende Zinsen die Notierungen unter Druck. Denn dem Halter von Gold entgehen Zinseinkünfte, die er hätte erzielen können, würde er zinstragende Wertpapiere halten würde. Gold wird also weniger attraktiv, die Nachfrage sinkt, was sich auf den Preis auswirkt.

    Es gibt jedoch noch einen zweiten Effekt: Steigen die Zinsen zu stark, gerät das Wirtschafts- und Finanzsystem ins Trudeln. Viele Schuldner können ihre Verbindlichkeiten dann nicht mehr zurückzahlen, Privatleute ebenso wie Unternehmen. Für Letztere rentieren sich auch oftmals Investitionen nicht mehr, was sich auf Produktion und Beschäftigung negativ auswirken kann. „Der Aufschwung, den die Politik des Niedrigzinses der Zentralbanken in Gang gesetzt hat schlägt in einen Abschwung um“, konkludieren die Experten von Degussa.

    Laut den Edelmetall-Fachleuten kann dadurch die Sorge vor Kreditausfällen zunehmen, was wiederum tendenziell den Goldpreis pusht, weil Gold auch eine Versicherung vor systemischen Zahlungsausfällen ist. Noch gingen die Marktakteure aber offensichtlich davon aus, dass die Konjunkturen sich weiterhin gut entwickeln werden und dass ein neuerlicher Abschwung von den Zentralbanken erfolgreich bekämpft werden könnte.

    Das Halten von Gold als Teil der liquiden Mittel sei für langfristig orientierte Anleger aber schon jetzt eine gute „Versicherung“ gegen die Negativfolgen des ungedeckten Papiergeldes. „Vor allem weil das Gold zum aktuellen Preis günstig zu sein scheint, weil die Wahrscheinlichkeit wächst, dass der Boom dann doch zum Ende kommt".