Mega-Deal Red Hat - IBM

    Vor knapp drei Wochen hat IBM die Übernahme des US-amerikanischen Softwareunternehmens Red Hat für 190 USD pro Aktie bekanntgegeben. Diese entspricht einer Rekordzahlung von 34 Mrd. USD. Zu dem Zeitpunkt Stand die Aktie auf rund 116 USD. Ein Analyst von Bernstein spekulierte infolge des Deals, dass wohl auch andere Unternehmen wie beispielsweise Cisco Interesse gezeigt haben könnten. Dies würde die sensationelle Deal-Prämie von über 60 % zumindest teilweise erklären. Die Aktie schoss nach Bekanntgabe auf rund 174 USD und eröffnete mit einem Gap-Up von knapp 50 %. Stand heute müssen die Aktionäre von Red Hat und die Kartellbehörden dem Deal zwar noch zustimmen, IBM zeigt sich jedoch optimistisch und hat bereits angekündigt, dass der Deal voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2019 abgeschlossen sein wird.

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    Red Hat ist einer der führenden Anbieter von Open-Source-IT-Lösungen auf der Basis von Linux, insbesondere auch von Cloud-Software. Dies war laut eigener Angaben für IBM einer der Hauptgründe für die Übernahme. Das Unternehmen möchte damit zur weltweiten Nummer eins der Hybrid-Cloud-Anbieter werden. Unter einer Hybrid-Cloud versteht man die simultane Nutzung einer Cloud als auch von Servern vor Ort. Weitere Anbieter in diesem Bereich sind zum Beispiel Microsoft, Google und Amazon mit Amazon Web Services.

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    Red Hat - Aktie

    M&As in der Softwarebranche

    Sollten die Kartellbehörden zustimmen, wäre das bis dato die größte Übernahme in der Softwarebranche. Es stellt sich jedoch die Frage: für wie lange? Die M&A Aktivität boomt in diesem Sektor. Die Softwarebranche befindet sich in einer entscheidenden Phase. Neue, revolutionäre Produkte können den Markt nachhaltig verändern und tun dies bereits. Innovative Unternehmen sind somit nicht nur interessante Werte für Aktionäre, sondern auch interessante Übernahme-Kandidaten für die großen Player wie Microsoft, IBM oder Cisco. Stand heute wurden laut Analysten von J.P. Morgan Asset 2018 bereits 70 Software M&A Transaktionen angekündigt. Darunter die Übernahme von GitHub durch Microsoft für 7,5 Mrd. USD, die Salesforce Übernahme von MuleSoft für 6,5 Mrd. USD und Twilio’s Übernahme von SendGrid für 2 Mrd. USD.

    Auch in Deutschland wurde vor kurzem von einem Mega-Deal berichtet: Der Software-Konzern SAP hat bekanntgegeben für rund 8 Mrd. USD das Unternehmen Qualtrics übernehmen zu wollen. Das amerikanische Unternehmen bezeichnet sein Produkt als Experience-Management Plattform. Dahinter steckt das Sammeln von Rückmeldungen und Daten im Allgemeinen von Kunden und Mitarbeitern zu Produkten, Marken und dem Unternehmen, sowie deren schnelle Auswertung. Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen sich und ihre Produkte bestmöglich an die Bedürfnisse der Kunden und der Mitarbeiter anzupassen und sie somit restlos von sich zu überzeugen. SAP möchte durch die Übernahme des Unternehmens seine Position in diesem Bereich gegenüber der Konkurrenz, insbesondere Salesforce, stärken.


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    Obwohl die IBM-Red Hat-Übernahme bis jetzt mit Abstand die teuerste war, ist generell eine Tendenz zu Mega-Deals in der Software Branche erkennbar, wie man anhand der folgenden Grafik am Beispiel der Medienindustrie erkennt.

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    Quelle: Eigene Darstellung nach JEGI

    Bereits jetzt ist der Gesamtwert der Software M&As im Jahr 2018 höher als in den Jahren 2016 und 2017 gemeinsam, wobei 2017 vergleichsweise gering ausfällt.

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    Quelle: Eigene Darstellung nach 451 Research

    Wedbush Analysten haben spekuliert, dass es aufgrund des Vormarsches der Cloud auch im Jahr 2019 eine hohe Rate an M&A Deals in der Software-Branche geben dürfte. Zudem hat ein Analyst von J.P. Morgan Asset eingeworfen, dass wir uns aufgrund der steigenden Zinsen, dem Ende einer extrem lukrativen M&A Ära nähern. Analysten zufolge dürfte der M&A Boom in der Softwarebranche in naher Zukunft somit noch lange nicht vorbei sein. Wurden nun durch den Mega-Deal neue Maßstäbe gesetzt?

    Analystenspekulationen

    Nach der Rekordübernahme haben verschiedene Analysten den Markt analysiert und einige weitere potenzielle Übernahmekandidaten identifiziert.

    Analysten der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Raymond James nannten Splunk, Workday, ServiceNow, Tableau und Nutanix aufgrund ihrer Vormachtstellungen als interessante Kandidaten. Besonders Workday sehen sie als klaren Kandidaten für eine mögliche Übernahme durch Microsoft. Dynamics ist derzeit Microsofts einziges Angebot im Bereich Business Solutions und umfasst die Bereiche Costumer Relationship Management, Enterprise Ressource Management und Retail Management. Workday würde das Angebot hervorragend ergänzen. Das US-Unternehmen ist einer der führenden Anbieter von cloudbasierten Anwendungen für die Bereiche Personalwesen und Finanzwirtschaft und würde Microsofts Angebot um die Bereiche Finanzmanagement, Human Capital Management und Analytik erweitern.


    Eine ausführliche Analyse zu Wordkday können Sie hier nachlesen.


    Analysten von J.P. Morgan nannten unter anderem die Unternehmen Okta, Palo Alto Networks, Ellie Mae, FireEye und DocuSign. Insbesondere Okta und DocuSign werden aufgrund ihrer einzigartigen Produkte als potenzielle strategische Übernahmekandidaten gehandelt. Okta ist auf cloudbasiertes Identity- und Device-Management spezialisiert. Die fortschreitende Digitalisierung und die damit einhergehende Mutation von lokaler zu cloudbasierter Datenspeicherung fordert neue Sicherheits- und Identifizierungsmaßnahmen. Okta unterstützt Unternehmen hierbei bei der Sicherung ihrer cloudbasierten Daten.


    Eine ausführliche Analyse zu Okta finden Sie unter diesem Link.


    DocuSign bietet Signatur-Technologien und Transaktions-Management-Services an. Das Unternehmen ist der Marktführer für elektronische Unterschriften. Eine starke Position in einer Welt, in der Geschäfte und Verträge zunehmend elektronisch abgewickelt werden.

    D.A. Davidson Analysten nannten MongoDB aber auch Twilio und Cloudera als interessante Kandidaten im Rahmen von cloudbasierten Open-Source Übernahmen. MongoDB hat ein Datenbanksystem erstellt, das gezielt die Defizite der alteingesessenen Datenbanken aufgreift. Die dokumentenorientierte Datenbank ermöglicht eine schemafreie Organisation der Daten. Somit können Entwickler schneller und einfacher arbeiten und Daten können sowohl lokal als auch über eine Cloud gespeichert werden. Der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht: MongoDB ist Stand November 2018 die am weitesten verbreitete Non-SQL Datenbank und wurde basierend auf einer Befragung von Entwicklern durch Stack Overflow zur beliebtesten Datenbank gewählt.


    Eine ausführliche Analyse zu MongoDB finden Sie hier.


    Fazit:

    Die Softwarebranche hat in den vergangenen Jahren innovative neue Unternehmen hervorgebracht, die den Markt nachhaltig verändern. Auch die großen Player müssen sich anpassen, um ihre Position zu sichern. Die Übernahme eines etablierten Unternehmens ist meistens schneller und lukrativer als eigene Entwicklungen.

    Die Zukunft wird zeigen, ob die genannten Übernahmespekulationen solche bleiben oder ob die ein oder die andere Realität wird. Unabhängig davon finde ich diese Gedankengänge sehr interessant, insbesondere da einige dieser Unternehmen Top-Favoriten aus meiner Kategorie 3: Spekulative Aktien sind.


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