• Dow Jones - Kürzel: DJIA - ISIN: US2605661048
    Börse: NYSE / Kursstand: 27.781,96 $

Viele, nein, fast alle Börsianer lassen sich sehr stark vom aktuellen Tagesgeschehen beeinflussen. Dagegen ist kaum jemand ist in der Lage, die Dinge ganz entspannt aus der Vogelperspektive zu beobachten. Das führt zu dem allseits bekannten Phänomen, dass die jüngsten Entwicklungen so gut wie immer in die Zukunft fortgeschrieben werden. Der Trend, so heißt es dann, sei schließlich der beste Freund des Anlegers, daher müssen man ihm bedingungslos folgen. Konsequenterweise werden Anleger daher immer dann so richtig gierig, wenn sie sich in bester Gesellschaft der großen Masse wähnen – und fallen dann alle miteinander auf die Nase…

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Derzeit lässt sich dieser Massenwahn wieder sehr eindrucksvoll studieren: Die Optimisten sind am Ruder - und sie wähnen sich in der in solchen Situationen üblichen trügerischen Sicherheit. Denn wer sich derzeit einige saisonalen Muster ansieht, der kommt zu ganz anderen Schlussfolgerungen:

Normalerweise beginnt im Herbst an den Börsen die starke Phase. Dass dies in der Regel auch in einem Vorwahljahr zutrifft, zeigt die folgende Grafik. 2019 ist ein Vorwahljahr des US-amerikanischen Präsidentschaftszyklus:

Die der Abbildung zugrundeliegende Statistik reicht 116 Jahre zurück. In dieser Zeit hat der Dow Jones statistisch gesehen regelmäßig in der zweiten Novemberhälfte ein wichtiges Tief markiert.

Der anschließende Aufschwung im Zuge der Jahresendrallye führte die Kurse jedoch nicht wieder über das alte Juli-Hoch hinaus. Diese Zone hat der Index bereits wieder erreicht und sogar leicht überschritten. Da stellt sich die Frage: Wohin sollen die Kurse aus saisonaler Sicht eigentlich noch steigen?

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Statistisch gesehen markiert der Dow Jones in einem Vorwahljahr in der zweiten November-Hälfte ein wichtiges Tief…

Erschwerend kommt hinzu, dass der Zehn-Jahres-Zyklus des Dow Jones für die kommenden Monate eine ausnehmend schwache Periode ankündigt. Zusammen mit einem „Siebener-Jahr“ bilden Jahre, die mit einer Neun enden, wie beispielsweise 2019, sowie die „Nuller-Jahre“ (2020) die schwächste Phase eines Zehn-Jahres-Zyklus. Achten Sie auf die beiden roten Pfeile in der folgenden Grafik.

Frappierend ist außerdem die Beobachtung, dass auch Einser- und Zweier-Jahre ausnehmend schwach abschneiden (blaue Markierung). 2021 und 2022 also?

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In einem Zehn-Jahres-Zyklus des Dow Jones zählen "Nuller-Jahre" wie das anstehende 2020 zu den schwächsten überhaupt. Nicht viel besser sind Einser- und Zweier-Jahre..

Den Daueroptimisten, die sich derzeit über die hohen Cashbestände von Altmeister Warren Buffett lustig machen, wird das nicht gefallen. Noch viel weniger gefallen dürfte diesen „Ich hab´s ja immer gesagt, die Hausse geht weiter“- Apologeten allerdings die folgende Grafik. Zu sehen ist die Entwicklung des Dow Jones auf Monatsbasis seit dem Jahr 1972.

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Die Grafik spricht derart für sich selbst, dass wir das einfach mal unkommentiert so stehen lassen.

Nur soviel: Die Divergenzen, die Sie hier sehen, werden in die Geschichtsbücher eingehen…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.