In den letzten zwei Wochen vor dem Jahreswechsel geschieht für gewöhnlich nicht mehr viel. In den USA tendieren die Börsen im Normalfall etwas fester. Das hat dieses Jahr wieder funktioniert. In Deutschland haperte es dieses Mal mit der Jahresendrallye. Irgendwie wollte es nicht so richtig. Immerhin ging es auch nicht steil bergab.

Bei so viel Ruhe und so vielen Feiertagen kann man sich ganz auf die zahllosen Jahresausblicke stürzen. Davon gibt es zahllose Langfassungen. Einige bringen es auf hunderte Seiten. Interessant ist die Lektüre allemal, doch kaum jemand erinnert sich noch Ende Januar daran, was er unterm Weihnachtsbaum gelesen hat.

Das macht auch nichts. Die meisten Prognosen treten ohnehin nicht ein. Wer steigende Kurse prophezeit, hat wenigstens eine Trefferquote von zwei Dritteln. Die Chance, dass die Kurse in einem beliebigen Jahr steigen, liegt bei zwei Dritteln, zumindest seit 1900. Wie viel sie steigen oder fallen, kann kaum jemand vorhersagen. Versucht wird es trotzdem.

Börsenweisheiten geben Anhaltspunkte dafür, was geschehen kann. So sagt man etwa, dass das Jahr so verläuft wie die erste Börsenwoche. Manche sprechen diese Vorhersagekraft gar dem ersten Handelstag zu. Vom letzten Handelstag des Jahres spricht niemand. Zeit, sich das einmal anzuschauen.

Das Ergebnis ist in der Grafik dargestellt. Sie stellt die Performance am letzten Handelstag der Performance des Folgejahres gegenüber. Die Trendlinie ist flach. Es gibt praktisch keine Korrelation. Salopp gesagt: es ist vollkommen wurscht wie der letzte Handelstag verläuft. Es hat keine Bedeutung für das Folgejahr.

Nach dieser Klärung fällt mir für das Börsenjahr 2017 nichts mehr ein. Daher wünsche ich an dieser Stelle einfach allen einen guten Rutsch, nur der Börse nicht.

Clemens Schmale

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