Wien (GodmodeTrader.de) - Mit der erstmaligen Veröffentlichung der Wasserrisiken setzten wir im letzten Jahr einen wichtigen Schritt, um Unternehmen zur Veröffentlichung von Wasserdaten zu bewegen. Bei unserer neuerlichen Berechnung konnte die Datenabdeckung bereits deutlich verbessert werden, schreibt Walter Hatak, Senior ESG-Analyst bei der Erste Asset Management, in einem aktuellen Marktkommentar.

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Während im Jahr 2017 nur 46,8 Prozent der Unternehmen Ihre Berechnungen publiziert hätten, seien es 2018 bereits 56 Prozent gewesen. Denn der Wandel hin zu einem nachhaltigeren Umgang mit Wasser sei wichtig: trinkbares Wasser – und damit eine Lebensgrundlage – werde zunehmend knapper. Schon heute lebe beinah jeder siebte Mensch in Regionen mit knappen Wasserressourcen. Bis 2025 könnte sich diese Zahl auf 3,5 Milliarden Menschen erhöhen und damit fast die Hälfte der Weltbevölkerung betreffen. Das World Economic Forum werte deshalb eine globale Wasserkrise als viergrößtes ökonomisches Risiko für die nächsten Jahre, mit einer weitaus größeren Bedeutung als Inflations- oder Deflationsrisiken, heißt es weiter.

„Eine Wasserverknappung kann unterschiedliche Implikationen wie strengere Regulierung des Wasserverbrauchs, massive Preisanstiege, Verzögerungen im Produktionsablauf oder sogar eine Schließung der Produktionsstätte nach sich ziehen. Insofern erscheint die Beurteilung des Wasserrisikos auch aus ökonomischer Sicht geboten“, so Hatak.

Im Gegensatz zum CO2-Fußabdruck liefere die regionale Komponente beim Wasserfußabdruck eine sehr wichtige Zusatzinformation. Unternehmen, deren Produktionsstätten in Regionen mit einem hohen Wasserstresslevel angesiedelt seien, hätten ein besonders hohes Wasserrisiko, selbst wenn der Wasserverbrauch im Branchenschnitt liege, heißt es weiter.

„Es macht natürlich einen Unterschied ob die Produktionsstätte in Kapstadt liegt, wo letztes Jahr nur mit großer Mühe die komplette Stilllegung der Wasserversorgung verhindert werden konnte, oder in Nähe der Alpen, die nicht ohne Grund als Wasserschloss Europas bezeichnet werden“, so Hatak. Die Einteilung in low, medium und high stress regions orientiere sich an der Risikoeinstufung des World Resources Institutes, in der physische, regulatorische und Reputationsrisiken berücksichtigt würden.

Die Selektion der Unternehmen in den nachhaltigen Fonds der Erste Asset Management hin zu einem verantwortungsbewussteren Umgang mit Wasser zeige Erfolg: Nicht nur im Vergleich zum globalen Aktienmarkt schnitten die nachhaltigen Fonds sowohl gesamthaft als auch bei Betrachtung der Risikoregionen signifikant besser ab. Sie hätten sich zudem auch im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich steigern können, heißt es weiter.

„Dies ist unserer umfassenden ESG-Analyse geschuldet. Um die Wasserrisiken zu reduzieren, berücksichtigen die Nachhaltigkeitsanalysten der Erste AM das Management und die regionale Verteilung von Wasserentnahmen in der Unternehmensbewertung“, erklärt Hatak. Zur Berechnung des ESG-Ratings werde unter anderem erfasst, inwiefern ein Unternehmen in wasserarmen Risikogebieten tätig beziehungsweise dort von hohen Wasserentnahmen abhängig sei. Darüber hinaus fließe in die Beurteilung ein, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Wassernutzung hin zu mehr Nachhaltigkeit getroffen worden seien.

„Bei der Ermittlung der durchschnittlichen Wasserintensität der in den Fonds gehaltenen Unternehmen wird als zentrale Kennzahl die von den Unternehmen veröffentlichte Wasserentnahme herangezogen. Die Wasserintensität misst den Wasserverbrauch in Kubikmeter pro einer Million US-Dollar Umsatzerlöse“, so Hatak.