• Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA steigt nur leicht
  • US-Baubeginne gehen überraschend deutlich zurück
  • Der belgische Finanzinvestor Frère steigt beim Modekonzern Hugo Boss ein
  • Infineon befürchtet Scheitern der Übernahme des US-Halbleiterspezialisten Wolfspeed
  • Deutsche Börse hat im vergangenen Jahr etwas besser als erwartet abgeschnitten
  • Dt. Telekom: T-Systems hat Umsatz- und Gewinnziele in 2016 so stark verfehlt
  • FDP-Chef Lindner verlangt Euro-Austritt Griechenlands
  • Bundesbank: Weidmann warnt vor Kehrtwende bei der Finanzmarkt-Regulierung

DAX

  • Der DAX hat den Handel am Donnerstag mit einem Minus von 0,31 Prozent bei 11.757,24 Punkten beendet. In der Union besteht Uneinigkeit, wie eine neue Rettungspolitik für Griechenland aussehen könnte. Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber, hat sich dafür ausgesprochen, nicht mehr auf einer Beteiligung des Internationalen Währungsfonds zu bestehen. Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder hingegen besteht darauf, dass der IWF an Bord bleibt. Der Währungsfonds selbst hat sich noch nicht zu seiner Beteiligung am dritten Rettungspaket geäußert.

Unternehmensnachrichten

  • Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert 5,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt im Großhandel.
  • Kreise: Advent will seine Offerte für Stada über das Niveau des Cinven-Angebots anheben. Der Stada-Aufsichtsrat hat unterdessen eineqn Ad-hoc-Ausschuss wegen der Übernahmeangebote gegründet.
  • Coca-Cola erhöht seine Quartalsdividende von 0,35 auf 0,37 Dollar je Aktie. Das Unternehmen hat die Dividende bereits seit 55 Jahren jedes Jahr erhöht.
  • Die Offerte von Johnson & Johnson für das Schweizer Biotechunternehmen Actelion beginnt am 3. März und läuft bis zum 30. März. Die Schweizer und J&J hatten sich im Januar auf eine Übernahme geeinigt. Das Angebot entspricht einem Kaufpreis von 30 Mrd. US-Dollar.
  • Die Muttergesellschaft der bekannten Foto-App Snap, die Snap Inc., peilt laut Medienberichten bei ihrem Börsengang eine Bewertung zwischen 19,5 und 22,2 Mrd. US-Dollar an.
  • Die Geschäftszahlen des Internet-Reisevermittlers TripAdvisor waren geprägt von schwachen Umsätzen mit Hotels und hohen Kosten für Marketing.
  • Die US-Investmentbank Goldman Sachs könnte sich vom Anteil an der Daesung Industrial Gases Co trennen. Die Großbank führt Verhandlungen mit der Private-Equity-Firma MBK Partners aus Asien. Der Preis soll bei 1,8 Mrd. Dollar liegen.
  • Beim US-Netzwerkspezialisten Cisco sind Gewinn und Umsatz im vierten Quartal erneut gesunken. Der Überschuss ging um 25 Prozent auf 2,3 Mrd. US-Dollar und die Erlöse um 2 Prozent auf 11,6 Mrd. US-Dollar zurück. Mit 0,29 US-Dollar je Aktie kündigte der Techkonzern eine etwas niedrigere Quartalsdividende als erwartet an.
  • Einem Bericht des "Manager Magazin" ist der belgische Finanzinvestor Albert Frère beim Modekonzern Hugo Boss eingestiegen. Das Wirtschaftsmagazin berichtete, dass Frère bei den Metzingern rund 3 Prozent der Anteil erworben habe. Er habe zudem durchaus Interesse aufzustocken, hieß es weiter.
  • Infineon-Chef Reinhard Ploss befürchtet ein Scheitern der Übernahme des US-Halbleiterspezialisten Wolfspeed. Die US-Behörden hätten keine Maßnahmen benannt, mit denen Bedenken ausgeräumt werden könnten. Deshalb gebe es ein erhebliches Risiko, dass die Übernahme nicht wie geplant oder sogar überhaupt nicht gelingen werde, sagte Ploss auf der Hauptversammlung.
  • Der Frankfurter Börsenbetreiber Deutsche Börse hat im vergangenen Jahr etwas besser als erwartet abgeschnitten. Die Nettoerlöse legten um 8 Prozent auf 2,39 Mrd. Euro zu, der operative Gewinn (Ebit) kletterte um 18 Prozent auf 1,11 Mrd. Euro. Unter dem Strich stieg der Gewinn in gleicher Größenordnung auf 722 Mio. Euro. Die Aktionäre sollen daran mit einer von 2,25 auf 2,35 Euro je Aktie gestiegenen Dividende beteiligt werden. Doch die Bilanzvorlage ist allerdings von den Ermittlungen gegen Börsenchef Carsten Kengeter getrübt. Aktienkäufe brachten ihn ins Visier der Staatsanwaltschaft. Kengeter hat nun angekündigt, vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zu kooperieren. Die Insidervorwürfe werden sich als unbegründet erwiesen, so der CEO.
  • Nach Informationen der „WirtschaftsWoche" hat die Deutsche Telekom-Sparte T-Systems seine Umsatz- und Gewinnziele im Geschäftsjahr 2016 so stark verfehlt, dass die Einbußen auch im laufenden Jahr nicht aufgeholt werden können. Sorgen bereitet vor allem der Vertrieb. T-Systems-Chef Reinhard Clemens räumten ein: „Angesichts der Schwierigkeiten im vergangenen Jahr haben wir unsere Planung 2017 angepasst“. Die endgültigen Zahlen für 2016 will die Deutsche Telekom auf ihrer Bilanzpressekonferenz am 2. März verkünden.
  • Der weltgrößte Lebensmittelhersteller Nestle erwartet in diesem Jahr ein schwächeres Wachstum als zuletzt. Nestle rechnet mit einem Umsatzplus aus eigener Kraft von zwei bis vier Prozent. 2016 lag das Wachstum bei 3,2 Prozent auf 89,5 Mrd. Franken - der schwächste Wert seit mehr 10 Jahren, Analysten hatten hier mit 3,4 Prozent gerechnet. Die Aktionäre vertröstet der Konzern mit einer leicht erhöhten Dividende von 2,30 CHF je Aktie.
  • Der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub steigerte den Nettogewinn im vergangenen Jahr deutlich um 24 Mio. auf 260 Mio. Euro. Der Umsatz legte um 9 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro. Die Dividende für 2016 wird um 9 Prozent auf 89 Cent je Vorzugs- und 88 Cent je Stammaktie angehoben. In diesem Jahr will der Konzern Umsatz und Ergebnis dank einer wachsenden Weltwirtschaft erneut steigern.

Konjunktur & Politik

  • Die Europäische Zentralbank (EZB) will an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten. Bei der jüngsten Zinssitzung hätten die Mitglieder des geldpolitischen Rates weitgehend darin übereingestimmt, die Geldpolitik im bisherigen Umfang beizubehalten, hieß es in dem Protokoll der Sitzung. Der Inflation mangele es noch an einem überzeugenden Aufwärtstrend. Nun die Zügel zu straffen hieße, die jüngste ermutigende Entwicklung bei der Entwicklung der Verbraucherpreise in Richtung der von der EZB angepeilten Zielmarke zu gefährden.
  • Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der Woche zum 11. Februar um 5.000 auf 239.000 gestiegen. Experten hatten 245.000 neue Claims erwartet. Im aussagekräftigeren Schnitt der vergangenen vier Wochen legten die Erstanträge nur marginal um 500 auf 245.250 zu.
  • Die Baubeginne in den USA sinken im Januar überraschend um 2,6 Prozent auf 1,25 Mio. (annualisiert) gesunken. Analysten hatten keine Veränderung zum Vormonat erwartet. Die Zahl der Baugenehmigungen legte derweil deutlich um 4,6 Prozent auf 1,29 Mio. zu.
  • Der Philly-Fed-Index, der das Geschäftsklima in der Region Philadelphia abbildet, ist im Februar um 19,7 Punkte auf 43,3 Punkte gestiegen, wie die regionale Notenbank mitteilte. Damit erreichte der Indikator einen mehrjährigen Höchststand.
  • FDP-Chef Christian Lindner verlangt einen Euro-Austritt Griechenlands. Eine weitere Hängepartie sei weder Griechenland noch den Steuerzahlern zuzumuten, sagte er der „Bild“-Zeitung. Bereits in der vergangenen Woche betonte Lindner in einem Interview mit dem Deutschlandfunk: „Klar ist, Griechenland muss entschuldet werden. Wenn aber das Land entschuldet wird, dann geht das nur außerhalb des Euro - also Grexit.“ In der EU solle das Land aber bleiben. Auch griechische Regierungspolitiker liebäugeln mit der Rückkehr zur Drachme.
  • Die Europäische Notenbank (EZB) hat 2016 einen Jahresüberschuss von 1,19 Mrd. Euro, nach 1,08 Mrd. im Vorjahr erwirtschaftet. Der Gewinn wird komplett an die nationalen Zentralbanken ausgeschüttet.
  • Deutsche Ökonomen sind skeptisch, ob die Brexit-Verhandlungen gut laufen werden. In einer Umfrage des ifo Instituts und der FAZ erklärten 70 Prozent be befragten Experten, der angekündigte Zeitplan der Regierung in London, in den kommenden zwei Jahren ein umfassendes Freihandelsabkommen mit der EU zu vereinbaren, sei unrealistisch.
  • Der europäische Automarkt ist gut in das neue Jahr gestartet. Die Pkw-Neuzulassungen in der EU lagen im Januar mit 1,17 Mio. Fahrzeugen um 10,2  Prozent über dem Niveau des Vorjahres, teilte der Branchenverband Acea mit. Zum Teil war das gute Ergebnis allerdings auf einen zusätzlichen Arbeitstag in diesem Jahr zurückzuführen.
  • In der Union wächst einem Zeitungsbericht zufolge die Bereitschaft für eine neue Rettungspolitik für Griechenland. Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber, hat sich gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ dafür ausgesprochen, nicht mehr auf einer Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu bestehen. „Wenn der IWF auf einem Schuldenschnitt besteht, sollte man ihn ziehen lassen“, sagte Weber. Europa könne nun auf eigenen Füßen stehen.
  • Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat vor einer Kehrtwende bei der Finanzmarkt-Regulierung gewarnt. Faule Kredite hätten vor zehn Jahren die große Finanzkrise ausgelöst, sagte Weidmann der „Bild“-Zeitung. Eine wichtige Lehre daraus sei, dass die Banken strenger beaufsichtigt würden und dickere Eigenkapitalpolster vorweisen müssten. Es wäre ein Fehler, das Rad zurückdrehen zu wollen. „Einen Deregulierungswettbewerb müssen wir unbedingt vermeiden.“ Die US-Regierung hatte angekündigt, die 2010 im sog. Dodd-Frank-Act festgeschriebene Neuregulierung der US- Finanzmärkte zu überprüfen. US-Notenbanker William Dudley hält es hingegen durchaus für sinnvoll, die Bankenregulierung zu überprüfen, denn Teile davon könnten verbessert werden. Vor allem die sogenannte Volcker-Regel könne effizienter gestaltet werden.

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