Korrekturen, wie wir sie gerade erleben, lassen die Emotionen immer etwas hochkochen. Schnell wird man als Anleger unsicher über den weiteren Verlauf der Märkte. Man ahnt gar einen Trendwechsel und überlegt möglichst aus allem rauszugehen, was nur irgendwie mit Aktien zu tun hat.

    Die Medien springen gerade auf den Zug auf. Immer mehr Artikel befassen sich mit der Absicherung des Portfolios. Das ist schon fast eine Kontraindikation. Trotzdem: so richtig geheuer ist es nicht. Starke Bewegungen an den Märkten fordern geradezu nach einer Reaktion. Oft entschließen sich Anleger zu spät dazu zu reagieren und tun es dann, wenn die Korrektur bereits vorbei ist.

    In solchen Fällen hilft manchmal der Blick aufs große Ganze. Die Grafik bezieht sich zwar auf die US Märkte, hat aber auch eine hohe Relevanz für den europäischen Markt. Indizes dies- und jenseits des Atlantiks laufen tendenziell parallel.

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    Die Grafik zeigt (neben meines Faibles für Langzeitcharts) die Entwicklung von US Aktien über die vergangenen 220 Jahre. Der Verlauf von Aktien über die Jahrzehnte zeigt eine gewisse Zyklizität. Es wechseln langanhaltende Bullen- und Bärenmärkte einander ab. Dabei handelt es sich nicht um die "normalen" Bullen- und Bärenmärkte, die vom Konjunkturzyklus maßgeblich bestimmt werden, sondern um sog. strukturelle Bullen- und Bärenmärkte.

    Die strukturellen Auf- oder Abschwungphasen sind keine Einbahnstraße. Die normalen, mehrere Jahre dauernden Bullen- und Bärenmärkte gibt es weiterhin. Auch in der Zeit von 1980 bis 2000 gab es teils heftige Kursabgaben. Man denke nur an 1987. Trotzdem gilt die Zeit als einer der größten Bullenmärkte überhaupt. Das ist nicht ganz richtig. Im Durchschnitt dauern solche großen Aufwärtsbewegungen 20 Jahre und im Vergleich zum ersten Bullenmarkt der US Geschichte mit einer Dauer von 45 Jahren war die Zeit von 1980 bis 2000 bescheiden. Die langen Abschwung- bzw. Seitwärtsphasen haben eine durchschnittliche Dauer von 14 Jahren.

    Die Farben im Chart zeigen, was ich persönlich erwarte. Die letzten Monate sind bereits wieder grün und deuten meiner Meinung nach die nächste große Aufwärtsbewegung an. Das heißt nicht, dass es nicht weiter korrigieren kann. Es heißt auch nicht, dass wir keine Rezession und damit einhergehende Bärenmärkte mehr erleben können. Es heißt lediglich, dass die ganz große Trendumkehr ausbleibt. Korrekturen bleiben Kaufgelegenheiten.

    Kurzfristig gehe ich von weiter fallenden Kursen aus. Im Idealfall bildet sich bis Ende September ein markantes Tief im Dax und Dow Jones. Danach sollte es wieder aufwärts gehen.