Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Der Deutsche Raiffeisenverband geht davon aus, dass in Deutschland 2018 24,2 Millionen Tonnen Weizen geerntet werden, 1,1 Prozent weniger als 2017. Dabei soll Winterweizen um 3,4 Prozent sinken, nachdem die Fläche wegen schlechter Witterung vor allem in den norddeutschen Ländern deutlich kleiner ist. Insbesondere dort wird der wohl ausgedehnte Sommerweizenanbau den Rückgang beim ertragsstärkeren Winterweizen nur teilweise ausgleichen, wie die Analysten der Commerzbank im aktuellen „TagesInfo Rohstoffe“ schreiben.

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    Auch in der EU werde mit einer nur wenig veränderten Weizenproduktion gerechnet. Die EU-Kommission gehe nach den 141,6 Millionen Tonnen des letzten Jahres nun von 140 Millionen Tonnen aus, die Analysten von Strategie Grains von 141 Millionen Tonnen. Dagegen schätze die russische Agentur SovEcon die Weizenernte Russlands 2018/19 mit 77,6 Millionen Tonnen deutlich unter der Vorjahresmenge von 85,9 Millionen Tonnen. Allerdings seien die Ernteprognosen zum aktuellen Zeitpunkt sehr unsicher. So sei im letzten Jahr die russische Ernte vom Frühsommer bis in den Winter hinein um insgesamt fast 20 Millionen Tonnen nach oben korrigiert worden, heißt es weiter.

    „Ob sich daher die Wettbewerbssituation der europäischen Anbieter zumindest von der quantitativen Seite verbessert, bleibt abzuwarten. Über Währungsbewegungen oder kommende (handels-)politische Hindernisse kann sowieso nur spekuliert werden. Gegenwärtig ist die Lage dagegen klar: Die EU-Weizenexporte liegen kumuliert seit Juli 2017 mit 13,9 Millionen Tonnen gegenüber der Vorsaison 22 Prozent im Minus. Die Exporte Russlands sind mit 28,4 Millionen Tonnen mehr als doppelt so hoch und gut 40 Prozent im Plus“, so die Commerzbank-Analysten.