• Weizen - ISIN: US12492G1040
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Frankfurt (GodmodeTrader.de) - An der ausgewiesenen Bilanz 2021/22 für Weizen hat sich im USDA-Prognosebericht von Ende letzter Woche gegenüber dem Vormonat kaum etwas verändert, doch wurden Angebot und Nachfrage etwas höher angesetzt, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl in der „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Das Plus bei der Produktion um gut drei Millionen Tonnen ergebe sich aus Aufschlägen für Australien, Indien, die EU und China und Abschlägen bei Argentinien und Kanada. Es bleibe aber dabei, dass das USDA nach einem Defizit 2020/21 von rund fünf Millionen Tonnen ein weiteres Defizit 2021/22 von sogar fast zehn Millionen Tonnen prognostiziere, heißt es weiter.

„Auch ohne China und Indien, die zwar große Produzenten sind, im Handel aber nur eine untergeordnete Rolle spielen, beträgt das Defizit gut sieben Millionen Tonnen. Und die Bestände bei den großen Exporteuren dürften nach der Stagnation in der letzten Saison nun ähnlich wie im Jahr zuvor deutlich rückläufig sein“, so Helbing-Kuhl.

In der EU allerdings sollten sie marginal steigen, hier würden eine steigende Nachfrage und höhere Exporte aus der im Vergleich zum schwachen Vorjahr merklich besseren Produktion gedeckt. Die Exporte sollten sich so stark erholen, dass die EU gleichauf mit Russland 35 Millionen Tonnen ausführen soll, über fünf Millionen mehr als 2020/21. Dass die Saison deutlich besser anlaufe als im Vorjahr, zeigten die Zahlen: Kumuliert vom 1. Juli bis 12. September habe die EU mit 5,8 Millionen Tonnen 45 Prozent mehr Weichweizen exportiert als in der Vorjahresperiode, heißt es weiter.

„Wenig erfreulich ist allerdings, dass Frankreich, der größte EU-Anbieter, seine Ernteangabe für Weichweizen gestern um über 600.000 auf noch gut 36 Millionen Tonnen reduzierte. Der starke Regen zur Erntezeit hat zudem die Qualität beeinträchtigt. Und Kanadas Sommerweizenernte dürfte nach neuesten Regierungsangaben noch schlechter sein als befürchtet. Sie soll mit 15,3 Millionen Tonnen 41 Prozent unter dem Vorjahr bleiben. Gleichzeitig haben in den letzten Tagen zahlreiche Importländer Tender aufgelegt, also internationale Bietverfahren zur Lieferung von Weizen. Dies wird als ein Zeichen robuster Nachfrage interpretiert“, so Helbing-Kuhl.

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