Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Der Weizenpreis an der CBOT sprang am Donnerstagabend um mehr als drei Prozent auf gut 520 US-Cent je Scheffel nach oben. Im Schlepptau stieg auch der Weizenpreis in Paris wieder über das Niveau von 180 Euro je Tonne. Die Preise reagierten damit auf die deutliche Abwärtsrevision der Ernteschätzung für Russland durch das US-Landwirtschaftsministerium, wie Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch im „TagesInfo Rohstoffe“ vom Freitag schreibt.

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    Das USDA habe seine Schätzung für die russische Weizenernte um knapp vier Millionen auf 74,2 Millionen Tonnen gesenkt. Das russische Agraranalysehaus SovEcon habe seine Schätzung vor wenigen Tagen bereits ähnlich stark gesenkt, ohne dass dies zu einer entsprechenden Preisreaktion geführt hätte. Im Gegenteil, die Weizenpreise seien in den letzten Tagen sogar merklich gefallen. Von daher sei der jüngste Preisanstieg eine Korrektur dieser nur schwer erklärbaren Schwäche, heißt es weiter.

    „Im Windschatten von Weizen verteuerte sich auch Mais, wenn auch etwas weniger stark. Am Ende stand ein Plus von zwei Prozent auf knapp 450 US-Cent je Scheffel zu Buche. Dies ist insofern bemerkenswert, da das USDA seine Schätzung für die US-Maisernte um 1,4 Prozent auf 13,875 Milliarden Scheffel (352,4 Millionen Tonnen) erhöhte. Eine große Überraschung stellt die Aufwärtsrevision allerdings nicht dar, da das USDA in seiner vorherigen Prognose eine deutlich geringere Anbaufläche unterstellte. Diese war nach dem Ende Juni veröffentlichten Flächenbericht nicht mehr haltbar. Das USDA übertrug die dort ausgewiesene deutlich größere Anbaufläche aber nur unterproportional in eine höhere Erntefläche und beließ den Flächenertrag darüber hinaus unverändert. Hier sind in den kommenden Monaten weitere Revisionen zu erwarten, wenn klarer wird, ob die verspätete Aussaat zu niedrigeren Erträgen führt“, so Fritsch.