• Weizen - ISIN: US12492G1040
    Kursstand: 1.224,83 US¢/bu. (ARIVA Indikation) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Der Weizenpreis an der CBOT stieg gestern um den maximal möglichen Betrag von 70 US-Cent bzw. sechs Prozent auf knapp 1.250 US-Cent je Scheffel. Heute stieg der Preis zur Eröffnung zunächst weiter auf 1.275 US-Cent, was dem höchsten Niveau seit dem Erreichen des Allzeithochs Anfang März entspricht, wie Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Mittlerweile handle der Preis wieder 20 US-Cent niedriger. Der Preis für EU-Weizen an der Euronext habe mit 443 Euro je Tonne ein neues Rekordhoch markiert. Gleiches gelte auf Schlusskursbasis mit 438 Euro. Auslöser für den Preissprung sei die Nachricht vom Wochenende gewesen, dass Indien den Export von Weizen aussetze, heißt es weiter.

„Vor zwei Wochen, als eine Abwärtsrevision der Ernteprognose derartige Gerüchte aufkommen ließ, wurde dies von der indischen Regierung noch dementiert. Seither sind die lokalen Weizenpreise aber auf ein Rekordniveau gestiegen, so dass sich die Regierung offenbar zu diesem Schritt veranlasst sah. Die indische Regierung sieht dafür weniger die niedrigere Ernte als vielmehr die ungeregelten Exporte als Grund“, so Fritsch.

Ausgenommen vom Exportstopp seien durch Kredite abgedeckte Lieferungen und solche an Länder, die darum bäten, um die Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten. Durch die fehlenden Weizenlieferungen aus Indien dürfte sich der Markt weiter einengen. Denn Indien sei dazu auserkoren gewesen, den kriegsbedingten Ausfall der Weizenexporte aus der Ukraine zumindest teilweise auszugleichen, heißt es weiter.

„Im April exportierte Indien laut Angaben von vier vertrauten Quellen eine rekordhohe Menge von 1,4 Millionen Tonnen und damit ca. sechsmal so viel wie im Vorjahresmonat. Für Mai rechnete ein Händler sogar mit 1,5 Millionen Tonnen. Diese Mengen müssen nun anderweitig zur Verfügung gestellt werden, was die bereits niedrigen Lagerbestände in den wichtigsten Exportländern weiter abschmelzen lassen dürfte. Sorgen bereitet zudem der anhaltend schlechte Zustand der Winterweizenpflanzen in den USA. Dieser verschlechterte sich in der letzten Woche laut USDA um zwei Prozentpunkte auf 27 Prozent mit gut bzw. sehr gut bewerteter Pflanzen“, so Fritsch.