Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Der Weizenpreis in Chicago handelt auf einem Anderthalbjahreshoch bei 570 US-Cent je Scheffel. Weizen in Paris nähert sich weiter der Marke von 200 Euro je Tonne an, die seit Februar 2019 nicht mehr erreicht wurde. Marktteilnehmer machen dafür Anzeichen einer Angebotsverknappung verantwortlich, wie Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch im „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

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Die aktuellen Zahlen des USDA gäben eine Knappheit nicht her. Auch der IGC sei in seinem letzten Bericht von einem Überschuss in Höhe von sechs Millionen Tonnen ausgegangen, wobei dieser bereits von Ende November datiere. Für Unruhe am Markt habe vor allem die Nachricht gesorgt, dass Russland offenbar den Export von Getreide in den kommenden Monaten beschränken wolle. Zwischen Januar und Juni, also in den verbleibenden Monaten des laufenden Erntejahres, sollten demnach noch 20 Millionen Tonnen Getreide zollfrei exportiert werden dürfen. Eine effektive Einschränkung sei damit nicht verbunden. Denn die Getreideexporte zwischen Juli und Dezember hätten bei 25 Millionen Tonnen gelegen, heißt es weiter.

„Das Agrarministerium rechnet für das gesamte Erntejahr mit Ausfuhren in Höhe von 45 Millionen Tonnen. Mit anderen Worten, erst wenn dieses Ziel überschritten würde, werden Ausfuhrzölle erhoben. Russische Marktbeobachter rechnen für das erste Halbjahr 2020 mit Getreideexporten von weniger als 20 Millionen Tonnen. Allerdings warnen einige Marktteilnehmer davor, dass die beabsichtigte Beschränkung der Einstieg in weitergehende Maßnahmen sein könnte. Erst in diesem Falle wäre eine tatsächliche Einschränkung des russischen Weizenangebots zu erwarten, was die Nachfrage nach Weizen aus der EU erhöhen würde. Der Markt scheint dies bereits einzupreisen“, so Fritsch.