• Weizen - ISIN: US12492G1040
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Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Das Beratungshaus Agritel rechnet damit, dass Frankreich in der Saison 2020/21 fast 40 Prozent weniger Weizen exportieren wird als 2019/20. Frankreich ist das mit Abstand größte Weizenanbau- und -exportland der EU. 2019/20 stand es für etwa ein Drittel der EU-Weichweizenexporte, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl im „TagesInfo Rohstofe“ schreibt.

„Frankreichs Weichweizenernte vor einem Jahr war allerdings auch rekordhoch gewesen, die diesjährige brach um gut zehn Millionen Tonnen auf nur knapp 29,5 Millionen Tonnen ein. Immerhin wird von guter Qualität berichtet. Etwa die Hälfte der Gesamtexportmenge von 13 Millionen Tonnen dürfte in Länder der EU geliefert werden. Bei den Exporten in Länder außerhalb der EU (und des Vereinigten Königreichs) geht Agritel sogar von einem Einbruch um über 50 Prozent aus“, so Helbing-Kuhl.

Viele Kunden, darunter klassische Importländer wie Ägypten, dürften weitgehend auf Ware aus Russland und der Ukraine zurückgreifen. Konkurrenz erwachse Frankreich aber auch von Seiten einiger EU-Partnerländer wie Polen und Deutschland. Nicht zuletzt deshalb solle Frankreich auch über die Hälfte des Geschäfts mit seinem größten Kunden Algerien wegbrechen. Unterdurchschnittlich schätze Agritel dagegen den Rückgang der Ausfuhren nach China ein, das mit einigen anderen Weizenexporteuren wie Australien in politische Streitigkeiten verstrickt sei, heißt es weiter.

„Der verhaltene Ausblick für Frankreich macht sich auch in den Zahlen zur EU-27 bemerkbar. Seit Saisonbeginn im Juli sind die kumulierten Weichweizenexporte der EU tatsächlich nur halb so hoch wie vor einem Jahr. Für die Gesamtsaison erwartet die EU-Kommission nach rekordhohen 36 Millionen Tonnen 2019/20 in der laufenden Saison 2020/21 nur 25 Millionen Tonnen. Marginal darüber liegt das US-Landwirtschaftsministerium. Der Internationale Getreiderat geht bisher von 26,5 Millionen Tonnen aus, dürfte diese Schätzung in seinen heute zur Veröffentlichung anstehenden Prognosen zu Angebot und Nachfrage auf wichtigen Agrarmärkten aber ebenfalls reduzieren“, so Helbing-Kuhl.