• Weizen - ISIN: US12492G1040
    Börse: ARIVA Indikation / Kursstand: 620,11 US¢/bu.

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Anders als Winterweizen wird in den USA Sommerweizen nur in gut einer Handvoll Staaten angebaut, nämlich im Streifen von Washington über Idaho, Montana und die beiden Dakotas bis Minnesota entlang der Grenze zu Kanada. In vielen Gebieten dieser Staaten ist es derzeit deutlich zu trocken. Dies erschwert die Aussaat, die gerade angelaufen ist, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Laut dem US-Landwirtschaftsministerium USDA seien Anfang April erst drei Prozent der Flächen bestellt worden. Noch sei es also sehr früh für Sorgen um eine Ernte, die zur gesamten US-Weizenproduktion zumeist gut ein Viertel beitrage. Doch auch auf der anderen Seite der Grenze sei die Feuchtigkeitsversorgung problematisch. Denn auch Kanada gehöre zu den wichtigen Weizenexporteuren, heißt es weiter.

„Die Trockenheit macht zudem auch dem heranreifenden Winterweizen, hier vor allem in den US Plains, zu schaffen. Laut dem ersten landesweiten USDA-Pflanzenzustandsbericht des Jahres von Anfang der Woche befinden sich derzeit 53 Prozent der US-Winterweizenpflanzen in einem guten oder sehr guten Zustand, im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitraum 62 Prozent. Dies alles reichte in den letzten Tagen für eine Stabilisierung des Weizenpreises in Chicago, der im März angesichts der Hoffnung auf eine höhere globale Ernte 2021/22 – nicht zuletzt auch in der EU – deutlich nachgegeben hatte“, so Helbing-Kuhl.

Aktuell notiere Weizen in Chicago knapp unter der Marke von 620 US-Cent je Scheffel. EU-Weizen in Paris habe von den US-Vorgaben nur geringfügig profitiert. Er habe gestern im Mai-Kontrakt um 0,7 Prozent auf 207,3 Euro je Tonne zugelegt, nachdem er zuvor bei 204 Euro das niedrigste Niveau seit Dezember 2020 markiert habe. Im September-Kontrakt handle Weizen unter der Marke von 200 Euro je Tonne, heißt es weiter.

„Der Markt zeigt sich derzeit angesichts der nochmals kalten Witterung in wichtigen Anbauländern wie Frankreich und Deutschland noch recht entspannt. Mit Spannung wird aber heute das Ergebnis eines Tenders Tunesiens erwartet. Gestern hatte EU-Weizen bei einem Tender des wichtigen Importeurs Ägypten gegenüber russischem und ukrainischem Weizen das Nachsehen gehabt“, so Helbing-Kuhl.

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