Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Auch das Beratungsunternehmen Strategie Grains hat seine Prognose für die EU-Weichweizenexporte im laufenden Erntejahr deutlich nach oben revidiert. Es erwartet nun Ausfuhren in Höhe von 32,4 Millionen Tonnen. Vor einem Monat lag die entsprechende Prognose noch bei 31,2 Millionen Tonnen, wie Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch im „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Trotz brummender Exporte dürfte Weizen in der EU dennoch nicht knapp werden. Im Gegenteil, Strategie Grains habe seine Prognose für die Lagerbestände von Weichweizen in der EU am Ende des laufenden Erntejahres am 30. Juni um 1,2 Millionen auf 13,7 Millionen Tonnen nach oben revidiert. Dieser Widerspruch erkläre sich mit der deutlich geringeren Weizennachfrage innerhalb der EU. Denn aufgrund des nun schon seit mehreren Wochen andauernden Lockdown in den meisten Ländern der EU werde kaum noch außer Haus gegessen. Die gestiegene Nachfrage nach haltbaren Grundnahrungsmitteln wie Nudeln könne dies nicht ausgleichen, heißt es weiter.

„Hinzu kommt, dass wegen der Corona-Krise auch weniger Getreide in die Produktion von Biokraftstoffen geht, weshalb bspw. der Maispreis in den USA auf einem Dreieinhalbjahrestief notiert. Der preisgünstige Mais gräbt Weizen auf der Nachfrageseite damit zusehends das Wasser ab. Auch im nächsten Erntejahr erwartet Strategie Grains keine Erholung der Nachfrage. Trotz einer im Vergleich zum Vorjahr um fast acht Prozent geringer erwarteten EU-Weizenernte sollen die Weizenbestände in etwa auf dem Niveau von 2020 verharren“, so Fritsch.