Die Märkte sind der Implosion in der vergangenen Woche entgangen und alle, die den Weltuntergang herausposaunten, sind jetzt traurig. Vielleicht ist es aber auch noch zu früh, wieder zu euphorisch zu werden.

    Denn in den gerade veröffentlichten Ergebnissen der Vergabe des siebentägigen Dollar-Tender der Europäischen Zentralbank – das ist ungefähr das gleiche wie das Diskontfenster der Federal Reserve in den USA – gibt es etwas, das jedem Sorgenfalten auf die Stirn zaubern sollte, der die Gerüchte der vergangenen Woche kennt.

    Die EZB hat bei dem Dollar-Tender 500 Millionen Dollar zu einem Festzins von 1,1% zugeteilt – und das nur einer Bank! Welcher Bank geht es in Europa so schlecht, dass sie schnell 500 Millionen Dollar braucht?

    Das ist deshalb ungewöhnlich, weil es innerhalb dieses Liquiditätsvehikels seit März 2001 überhaupt keine Aktionen mehr gegeben hatte. Im März 2011 erreichte die Schuldenkrise in Europa wohl ihren vorläufigen Höhepunkt und damals versuchte die EZB mit aller Kraft, die Ausbreitung der Schuldenkrise aus Griechenland in andere Peripherieländer einzudämmen.

    Und diese Nachricht ist deshalb so delikat, weil vor einer Woche Gerüchte über heftige Probleme zweier Großbanken – einer aus Frankreich – und einer aus Italien – kursierten.

    Autor: Jochen Stanzl, Chefredakteur Rohstoff-Report

    Der Rohstoff-Report ist eine Publikation der BörseGo AG