Die Krise rund um COVID-19 hat gewiss deutliche negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte, einschließlich der Technologiebranche. Davon abgesehen, bleibt das fundamentale Umfeld der Branche intakt, denn viele positive Trends der vergangenen Jahre beflügeln den Markt nach wie vor. Dazu gehören höhere Netzwerk-Geschwindigkeiten, Investitionen in Cloud-basierte Datenzentren und anhaltendes Momentum für den Online-Handel.

Paul Wick, Portfoliomanager des Threadneedle (Lux) Global Technology bei der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments, stellt sein Portfolio angesichts der Corona-Krise defensiver auf. Er setzt auf Segmente, die sich vergleichsweise robust verhalten sollten. Dazu gehören Datenzentren und PCs, technologische Netzwerke für Unternehmen, Zubehör für die Produktion von Halbleiterscheiben (Wafer) und Speicherkapazität.

„Datenzentren und PCs sollten sich stabiler verhalten als andere Bereiche“, schreibt Wick in einem aktuellen Marktkommentar. Das Segment habe sich 2019 eher schwach entwickelt. „Daher sieht sie sich nicht veranlasst, Schätzungen ausgehend von Rekordwerten zu reduzieren.“ Beim PC-Bedarf sei man von einer eher schwachen Nachfrage ausgegangen. „Aber sie könnte sich in einer Art Aufrüstungsphase verbessern, in der Unternehmen und Studenten zusätzliche Computer und Monitore kaufen, um von zuhause aus zu arbeiten beziehungsweise zu lernen.“ Gleichzeitig werde das Cloud-Geschäft wohl davon profitieren, dass tägliche Aktivitäten vermehrt online stattfinden.

Ausgaben für technologische Unternehmensnetzwerke sind dem Experten zufolge üblicherweise weniger schwankungsanfällig als andere IT-Hardware. Gleichzeitig erwecke die Produktion von Halbleiterscheiben (Wafer) und Speicherkapazität den Eindruck, als habe sie ihre Talsohle aus dem Jahr 2019 durchschritten. Zwar dürften Einschnitte bei Unternehmensinvestitionen und im Konsum die Ausgaben in diesem Bereich im zweiten und dritten Quartal 2020 prägen. Aber Fondsmanager Wick ist zuversichtlich: „Entsprechende Unternehmen dürften sich besser schlagen, angesichts einiger positiver Trends im Bereich Computer und Kommunikation.“ Die Produktion von Halbleiterscheiben (Wafer) und Speicherkapazität sei ein langfristiges und nachhaltiges Geschäft, das vom zunehmenden Halbleiter-Einsatz in der Wirtschaft beflügelt werde – unter anderem im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz.

Die langfristigen Aussichten für die Technologiebranche bleiben nach Ansicht des Portfoliomanagers intakt. „Der Ausbruch des Coronavirus wischt die langfristigen und transformativen technologischen Trends der nächsten Jahre nicht einfach vom Tisch, wie etwa Cloud Computing, 5G, Elektrofahrzeuge, Streaming und Cyber-Sicherheit“, schreibt Wick.