Nachdem Elon Musk seine Erkenntnis, dass Bitcoin viel Energie verbrauchen, auf Twitter breitgetreten hat, weiß es nun wahrscheinlich fast jeder. Bitcoin ist keine Energiesparlampe. Das war es nie. Zugegeben, der Energieverbrauch lag nicht immer auf dem Niveau eines Landes wie Schweden, doch bereits 2017 konnte der Energieverbrauch mit Ländern wie der Slowakei mithalten. Musk entwickelte spontan Bedenken, dass die Energie aus Kohle gewonnen wird. Immerhin ist Bitcoin Mining in China konzentriert und China verbraucht viel Kohle. Wie hoch der Kohleanteil wirklich ist, sei dahingestellt. Da das Problem bekannt ist, ist auch fraglich, dass es für Musk eine neue Erkenntnis war. Vielmehr dürfte es eine Reaktion auf Kritik gewesen sein. Ein Unternehmen, das sich der Elektromobilität verschrieben hat, um der Welt Gutes zu tun, kann den enormen Energieverbrauch von Bitcoin kaum rechtfertigen...

Was hat das alles mit dem Preis der Kryptowährung zu tun? Nichts. Bitcoin können fallen, wenn der Energieverbrauch steigt (z.B. 2018) oder steigen, wenn der Energieverbrauch fällt (z.B. Ende 2020). Die Korrelation ist meist positiv, aber nicht in Stein gemeißelt (Grafik 1).


Der Preis von Bitcoin wird durch andere Faktoren bestimmt. Kurzfristig können es Äußerungen von Elon Musk sein. Tendenziell folgt der Preis mittelfristig jedoch ganz einfach dem Risikoappetit von Anlegern. Ist die Risikoprämie von Aktien tief bzw. fällt sie, steigt Bitcoin (Grafik 2).


Die Risikoprämie von Aktien ist die Zusatzrendite über sicheren Staatsanleihen, die Anleger verlangen, um in riskantere Aktien zu investieren. Je tiefer diese Prämie ist, desto größer ist die Risikobereitschaft. Zuletzt nahm diese weiter zu. Bitcoin fielen jedoch. Trotzdem ist die Korrelation immer noch stark positiv. Der Bitcoinpreis lief der Risikoprämie voraus. Im Vergleich zur Risikoprämie war Bitcoin zu teuer.

Bei einem Preis von 35.000 Dollar sind beide derzeit in Einklang. Bitcoin korrelieren auch stark mit dem Dollarindex. Auch der Dollar ist letztlich ein Gradmesser der Risikofreude. Hier könnte Bitcoin durchaus noch fallen (Grafik 3).


Ob der Preis weiter fällt, hängt von mehreren Faktoren ab. Kurzfristig ist da Elon Musk. Mittelfristig hängt alles davon ab, ob Anleger weiterhin komplett sorglos sind und jedes erdenkliche Risiko eingehen. Die Risikofreude ist bereits sehr hoch. Man kann sich fragen, wie viel mehr Risikofreude überhaupt noch möglich ist. Irgendwann ist jeder Trend ausgereizt. Neue Allzeithochs oder sogar ein Preis von mehr als 100.000 Dollar, erscheinen zumindest kurzfristig schwierig.

Clemens Schmale


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