1. Das vom ifo Institut erhobene Weltwirtschaftsklima (World Economic Climate) hat sich im zweiten Quartal 2006 wie von uns erwartet von 109,2 Punkten auf 111,0 Punkte verbessert (DekaBank: 112,0 Punkte). Dieser Wert wurde zuletzt im dritten Quartal 2000 überschritten bzw. im ersten Quartal 2004 wurde er exakt erreicht. Die Lagekomponente stieg leicht an, während die Erwartungskomponente auf dem Vormonatsstand stagnierte.

2. Die regionale Unterteilung zeigt, dass die Verbesserung des Weltwirtschaftsklimas auf die Anstiege in Ozeanien mit der stärksten Stimmungsbesserung sowie in Westeuropa und Nordamerika zurückzuführen ist. In allen anderen Regionen hat sich die Stimmung eingetrübt, allen voran in Afrika, gefolgt von Osteuropa und vom Nahen Osten. In Asien war der Rückgang nur sehr gering. Damit befinden sich alle Regionen über ihrem langjährigen Durchschnitt, wobei der Abstand im Nahen Osten am ausgeprägtesten ist.

3. In den vergangenen Wochen wurden für mehrere schwergewichtige Länder die Daten zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2006 veröffentlicht. Getragen wurde das weltwirtschaftliche Wachstum in diesem Zeitraum vor allem von den beiden Schwergewichten China und USA. Aber auch Japan und Euroland erreichten das jeweilige Potenzialwachstum bzw. überschritten es sogar. Summiert man die nach Kaufkraftparitäten ermittelten Gewichte dieser Länder am Welt-Bruttoinlandsprodukt (Welt-BIP) auf, so sind derzeit gut 60 % der weltweiten Bruttowertschöpfung vom ersten Quartal 2006 bekannt. Auf Basis dieser bekannten Daten ergibt sich bisher ein Quartalsanstieg des Welt-BIP von 5,6 % (ann.) bzw. von 4,9 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Somit ist das erste Quartal eines der stärksten in den vergangenen Jahren gewesen.

4. Für den Blick in das zweite Quartal 2006 bietet sich der von uns konstruierte Welt-BIP-Indikator an. Für dessen Berechnung liegen zwar noch nicht alle notwendigen Informationen vor, dennoch ist bereits heute eine Vorabeinschätzung möglich. Im unteren Schaubild ist der Indikator abgetragen. Er signalisiert, dass die Weltwirtschaft im zweiten Quartal gemessen an der Jahresveränderungsrate kaum an Dynamik verlieren wird. Übersetzt man dies allerdings in eine dazugehörende Quartalsveränderungsrate, dann dürfte das Wachstum im zweiten Quartal annualisiert nur leicht oberhalb des Potenzialwachstums von knapp 4 ¼ % liegen. Insofern passt dies wie auch das heute veröffentlichte Weltwirtschaftklima sehr gut zu unserer derzeitigen Konjunkturprognose. Die Weltwirtschaft befindet sich nach wie vor auf einem robusten Wachstumspfad. Sie kühlt sich zwar im zweiten Quartal etwas ab, eine spürbare Verlangsamung wird es allerdings, ausgehend von den USA, erst im zweiten Halbjahr 2006 geben.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.