WERBUNG

    Update: Wie die erst nach dem ursprünglichen Erscheinen dieses Artikels veröffentlichten Daten für den gestrigen Tag zeigen, hat Bridgewater Associates seine Short-Positionen bei 6 von insgesamt 13 DAX-Aktien am Montag zurückgefahren. Bei Allianz, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Post, Deutsche Telekom und SAP wurden die Short-Positionen am Montag verringert.

    Auch in anderen europäischen Ländern wurden die Short-Wetten zurückgefahren. "Bridgewater zweifelt am Erfolg seiner Short-Strategie, und das ist für Europa sehr positiv", sagte ein Händler zu Dow Jones Newswires

    Der folgende Screenshot zeigt exemplarisch für die Allianz-Aktien, wie sich die Short-Quote von Bridgewater Associates in den vergangenen Wochen entwickelt hat.

    Bridgewater-fährt-Short-Positionen-zurück-Kommentar-Oliver-Baron-GodmodeTrader.de-1

    Es folgt der ursprüngliche Artikel:

    Der weltgrößte Hedgefonds Bridgewater Associates wettet weiter auf fallende Kurse bei den Aktien zahlreicher DAX-Konzerne so wie bei Blue-Chips aus anderen europäischen Ländern. Zumindest bei den DAX-Aktien haben sich die Positionen seit der vergangenen Woche allerdings nicht mehr nennenswert verändert.

    Der folgende Screenshot aus dem Bundesanzeiger zeigt die aktuellen Netto-Short-Positionen von Bridgewater bei deutschen Aktien. Die angegebene Position bezieht sich auf den Anteil der geshorteten Papiere, das Datum auf das Datum der letzten Positionsänderung.

    Weltgrößter-Hedgefonds-bleibt-megabärisch-Kommentar-Oliver-Baron-GodmodeTrader.de-1

    Auch bei zahlreichen Blue Chips aus Italien und Frankreich hat Bridgewater Associates gigantische Short-Wetten aufgebaut. Laut "Financial Times" beträgt das Gesamtvolumen der leerverkauften Aktien in Europa rund 22 Milliarden Dollar. Zu den von Bridgewater Associates in Europa geshorteten Aktien gehören unter anderem die Papiere von Airbus, BNP Paribas, Danone, Sanofi, Total, Unilever, Enel, Unicredit und Generali.

    Was hinter der Wette steckt, ist nicht ganz klar. Bridgewater Associates verfolgt normalerweise keinen Stockpicking-Ansatz, wettet also nicht auf unternehmensspezifische Entwicklungen. Stattdessen schließt der von Ray Dalio gegründete Hedgefonds bei seinen aktiv gemanagten Positionen aus Konjunkturprognosen oder politischen Entwicklungen auf die Performance bestimmter Anlageklassen. Dies wird auch als Global-Macro-Ansatz bezeichnet. Demnach dürften die Short-Wetten auf zahlreiche europäische Aktien nicht unternehmensspezifisch bedingt sein, sondern könnten eher Ausdruck eines generellen Misstrauens in die europäischen Aktienmärkte sein.

    Da die Short-Wetten seit Ende Januar aufgebaut wurden und da unter anderem auch italienische Bankaktien betroffen sind, vermuten manche Beobachter einen Zusammenhang mit der Parlamentswahl in Italien am 4. März. Bei der Wahl wird ein starkes Abschneiden populistischer und Euro-skeptischer Parteien befürchtet.

    Bei Hedgefonds ist es üblich, dass zu jeder Zeit sowohl Long- als auch Short-Positionen gehalten werden. Um das tatsächliche Short-Exposure von Bridgewater bei europäischen Aktien zu bestimmen, müssten auch mögliche Long-Positionen bei europäischen Aktien berücksichtigt werden. Dazu müssen allerdings keine Daten veröffentlicht werden. Den Netto-Leerverkaufspositionen bei einigen europäischen Aktien könnten also Long-Wetten bei anderen Werten gegenüberstehen, so dass auch die Interpretation der Short-Positionen als "Short-Wette" nicht zutreffen muss. Das Timing, die Größe und der typische Global-Macro-Ansatz von Bridgewater Associates deuten allerdings darauf hin, dass es sich tatsächlich um eine Short-Wette handeln dürfte. Auch fällt auf, dass Bridgewater bisher nie vergleichbare Short-Positionen bei europäischen Blue Chips aufgebaut hat. Es könnte sich also durchaus um "Event-getriebene" Positionen, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Italien-Wahl, handeln.

    Sollte Bridgewater Associates seine Short-Positionen weiter vergrößern oder wieder abbauen, muss dies ebenfalls gemeldet werden. Folgen Sie mir auf Guidants, um keine nennenswerte Veränderung zu verpassen.