• S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
    Börse: JFD Bank / Kursstand: 2.976,61 Pkt
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Anleger lässt die ganze Sache immer noch kalt. Man könnte fast sagen: Abschwung und keiner geht hin. So fühlt es sich zumindest an, wenn man die nüchternen Fakten betrachtet. Von den 30 größten Ländern der Welt, die über 80 % der Weltwirtschaftsleistung beitragen, befinden sich inzwischen 70 % im Abschwung.

Ein Land befindet sich in dieser Definition dann im Abschwung, wenn der Einkaufsmanagerindex unter 50 gefallen ist. 50 gilt als Grenze zwischen Expansion und Kontraktion. 70 % der Länder stagnieren oder schrumpfen. Noch Anfang des Jahres waren es 31 %. Sogar vor zwei Monaten waren es nur 31 %. Die Lage hat sich also innerhalb sehr kurzer Zeit massiv verschlechtert. Eine so rasche Verschlechterung gab es seit der Finanzkrise nicht mehr (siehe Grafik).


Nicht jedes Land ist für die Weltwirtschaft gleich wichtig. Die USA dominieren die globale Wirtschaft mit einer Wirtschaftsleistung von mehr als 20 Billionen Dollar. Es folgt China mit knapp 14 Billionen Dollar. Was in diesen beiden Ländern geschieht, wiegt schwer.

Daher lohnt es sich, die Einkaufsmanagerindizes mit der jeweiligen Wirtschaftsleistung zu gewichten. So erhält man einen Index, der nun mit 50,02 nur noch sehr knapp im Expansionsbereich notiert. Es sieht derzeit nicht nach einer raschen Trendumkehr aus.

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Knapp 60 % der globalen Wirtschaftsleistung befindet sich im Abschwung oder bereits in Kontraktion. Es entfallen also 60 % des weltweiten BIPs auf Länder mit einem Indexwert unter 50.

Die Lage ist ziemlich eindeutig und dramatisch. Es interessiert nur niemanden. Dafür gibt es zwei Erklärungen. Die erste ist Ignoranz. Die Fakten liegen zwar auf dem Tisch, aber niemand nimmt sie wahr. Sie werden ignoriert.

Die zweite Erklärung beinhaltet Hoffnung. Die Tatsachen werden zwar anerkannt, aber Anleger hoffen, dass sich die Lage bald wieder aufhellt. Weder das eine noch das andere geben Entwarnung. Das Verhalten der Anleger ist aber nicht untypisch.

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S&P 500

Der Aktienmarkt tendiert am Ende eines Bullenmarktes zu einer starken Performance. Auch wenn das angesichts der Fakten keinen Sinn ergibt, es geschieht trotzdem. Die Gründe dafür sind eben Ignoranz und Hoffnung. Die Enttäuschung ist dann freilich groß, wenn sich die Hoffnungen nicht erfüllen.

Anleger kaufen aber weiter, bis sich die Hoffnungen zerschlagen. Ich rechne daher nicht mit einem sofortigen Korrekturbeginn. Der Markt kann noch wochenlang nach oben tendieren. Damit es danach nicht zu einer Korrektur bzw. einem Bärenmarkt kommt, brauchen wir sehr viel Glück. Der globale Abschwung müsste abgesagt werden. Danach sieht es aktuell nicht aus.

Clemens Schmale

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