• KUKA AG - Kürzel: KU2 - ISIN: DE0006204407
    Börse: XETRA / Kursstand: 40,000 €
  • Daimler AG - Kürzel: DAI - ISIN: DE0007100000
    Börse: XETRA / Kursstand: 42,020 €

Düsseldorf (Godmode-Trader.de). Die Zurückhaltung chinesischer Unternehmen bei Firmenübernahmen in Deutschland und Europa hält an: Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden europaweit nur 81 Übernahmen und Unternehmensbeteiligungen gezählt – 28 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, als noch 113 europäische Unternehmen einen chinesischen Besitzer bekamen, wie die Unternehmensberatung EY in der neuen Ausgabe ihrer halbjährlichen Studie zu chinesischen Investitionen errechnet hat. Da es demnach kaum große Transaktionen gab, ging das Investitionsvolumen sogar um 84 Prozent von 15,3 auf 2,4 Milliarden US-Dollar zurück.

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Besonders stark sanken auch die Aktivitäten chinesischer Investoren in Deutschland: die Zahl der Zukäufe und Beteiligungen schrumpfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 25 auf 11, das Investitionsvolumen ging von 10,1 auf 0,5 Milliarden US-Dollar zurück, so EY. Mehr Deals als in Deutschland gab es in Großbritannien, wo chinesische Investoren bei 17 Unternehmen landeten. Die investierte Summe lag hier mit 0,4 Milliarden US-Dollar allerdings niedriger als in Deutschland. „Die Transaktionsaktivitäten lagen in Deutschland und in Europa im ersten Halbjahr zwar deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum, sie haben sich aber immerhin auf dem niedrigen Niveau des zweiten Halbjahres 2018 stabilisiert. Damit dürfte die Talsohle erreicht sein“, stellte Yi Sun, Leiterin der China Business Services Deutschland, Österreich und Schweiz bei EY, fest. „Der Hauptgrund für die Zurückhaltung ist die Situation auf dem chinesischen Heimatmarkt: Die konjunkturelle Lage in China ist schwierig, die Unsicherheit groß, nicht zuletzt aufgrund des US-chinesischen Handelskonflikts. Zudem sind einige der chinesischen Unternehmen, die in der Vergangenheit auf dem europäischen M&A-Markt sehr aktiv waren, derzeit entweder mit der Integration der erworbenen Unternehmen oder mit dem Weiterverkauf beschäftigt“.

Zudem war es nach Suns Beobachtung insgesamt ruhig auf dem europäischen Transaktionsmarkt: „Es gibt derzeit relativ wenige attraktive Übernahmekandidaten, die für die Chinesen interessant waren.“ All diese Faktoren führen seit einiger Zeit dazu, dass vor allem große Transaktionen seltener werden und dass deutlich selektiver investiert werde als etwa im Boomjahr 2016.

Das Interesse chinesischer Unternehmen an europäischen Firmen sei allerdings grundsätzlich immer noch groß – auch wenn immer weniger Transaktionen tatsächlich abgeschlossen werden, so Sun. Chinesische Unternehmen würden sich immer noch sehr für klangvolle Namen aus Europa interessieren. Dass punktuell auch noch große Transaktionen möglich sind, habe zudem gerade erst der Einstieg des chinesischen Autokonzern BAIC bei Daimler gezeigt. „Wo es strategisch sinnvoll und im beiderseitigen Interesse ist, sind nach wie vor auch Deals oberhalb der Eine-Milliarde-Grenze machbar“, betont Sun. „Und wenn sich die Konjunktur erholt und der Handelskonflikt zwischen den USA und China beigelegt wird, werden wir auch wieder eine deutliche Zunahme bei den Transaktionsaktivitäten sehen.“