Mittlerweile ist an den Börsen ein Punkt erreicht, an dem es wirklich gefährlich wird. Warum ist das so? Wenn die Kurse nur lange genug steigen, dann macht sich bei den Anlegern so eine Art träge Selbstgefälligkeit breit.

Wer schon etwas länger dabei ist, der möge sich einmal daran erinnern, in welchem Umfeld massive Korrekturen IMMER starten: Dem Aufwasch geht stets eine Phase voraus, in der die Kurse so lange immer nur nach oben klettern, bis sich so gut wie niemand einen starken Einbruch auch nur vorstellen kann.

Die Börse lullt die Anleger ein, sie hüllt sie ein in eine trügerische Sicherheit. Doch wir werden es erleben: Ganz plötzlich und nahezu schlagartig dreht die Stimmung - und je höher die Kurse zuvor gestiegen sind, desto geringer kann der Anlass sein, der diesen „vollkommen überraschenden“ Rückgang auslöst. Genauso wird das auch diesmal sein.

Dabei gibt es genügend Gründe, die Augen offen zu halten und sich von den Sirenengesängen der Börse nicht betäuben zu lassen: Griechenland ist praktisch pleite, bei Kandidaten wie Spanien, Portugal, Großbritannien und den USA ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Staatshaushalte aus dem Ruder laufen – und was machen die Anleger? Sie tun so, als sei alles in bester Ordnung.
Dass die Sorglosigkeit kaum noch zu überbieten ist, zeigt etwa ein Blick auf den Angstindikator VIX. Dieser hat längst wieder Vorkrisenniveau erreicht, wie die folgende Abbildung deutlich macht:

Die Sorgen der Anleger schwinden also, während sich gleichzeitig Euphorie darüber breit macht, dass die Kurse wieder auf dem Niveau von vor der Lehmanpleite angekommen sind. Die Frage, die sich da sofort stellt, lautet natürlich: Welche Probleme wurden seither eigentlich gelöst? Die Antwort fällt ernüchternd aus: Es hat sich nichts geändert.

Unterdessen tun Politiker und Medien das, was sie immer tun. Sie erzählen den Menschen Halbwahrheiten und Lügengeschichten. Erst vor wenigen Tagen hatten sowohl die griechische Regierung als auch die Europäische Zentralbank beteuert, ein Staatsbankrott Griechenlands sei kein Thema.

Wer jedoch Augen im Kopf hat, der sieht, dass eine Pleite des Landes sehr wohl ein Thema ist: Die Zinsen, die Athen für seine Schuldpapiere bieten muss, steigen in jüngster Zeit stark an. Das alleine wäre eventuell noch zu verkraften, wenn die griechische Wirtschaft florieren würde. Das tut sie aber nicht: Im Februar ist die Industrieproduktion im Jahresvergleich um mehr als neun Prozent eingebrochen. Auch die griechische Binnennachfrage hat erheblich nachgelassen.

Die EU-Kommission erwartet in ihrem jüngsten Gutachten allein in diesem Jahr einen Rückgang der griechischen Wirtschaftsleistung von 2,25 Prozent. Die Deutsche Bank hält sogar ein Minus von vier Prozent für möglich. Vor diesem Hintergrund sind steigende Zinsen Gift: Erstens wächst dadurch die Schuldenlast, zweitens wird die Konjunktur zusätzlich geschwächt.

Die jüngste Herabstufung der Bonität Griechenlands durch die Ratingagentur Fitch von "BBB+" auf "BBB-" wurde von den Börsen bislang ignoriert. Doch noch im April muss das Land einige wichtige Hürden nehmen: Allein in diesem Monat muss Athen mehr als zwölf Milliarden Euro an Staatsanleihen und Schatzwechseln refinanzieren. Der Mai und die folgenden Monate werden nicht einfacher: Insgesamt hat sich in Griechenland ein Schuldenberg von 302 Milliarden Euro aufgetürmt.

So verwundert es nicht, dass bereits Gerüchte die Runde machen, wonach Griechenland die Vereinbarungen mit der EU und dem IWF nachbessern will - die dringend erforderlichen Sparmaßnahmen sind in Griechenland politisch kaum durchsetzbar. Die Sache dürfte deshalb noch lange nicht ausgestanden sein.

Byron Wien, ehemaliger Top-Stratege bei Morgan Stanley, rechnet übrigens damit, dass der S&P 500 noch Luft hat bis in den Bereich von 1.300 Punkten, die noch in der ersten Jahreshälfte erreicht werden könnten. Anschließend sei ein Einbruch um 30 Prozent auf 1.000 Punkte denkbar. Am Ende werde der Index das Jahr unverändert bei 1.115 Punkten beenden.

Zur gegenwärtigen Stimmungslage würde das ganz hervorragend passen: Sollte der S&P 500 jetzt tatsächlich noch einmal sieben bis acht Prozent zulegen, wäre der Boden bereitet für eine „saubere Watschen“ wie man in Bayern zu sagen pflegt. Man spricht dann auch davon, dass der „Watschenbaum“ umfällt.

All jene, die dann wieder glauben werden, dass es an der Börse immer nur aufwärts gehen kann, die bekommen dann die Quittung. Und das werden fast alle sein.

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und [Link "www.antizyklischer-aktienclub.de" auf www.antizyklischer-aktienclub.de%20/... nicht mehr verfügbar]

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