Auf Prognosemärkten können Teilnehmer mit kleinen Geldbeträgen auf den Ausgang verschiedenster Ereignisse wetten. Prognosemärkte können den Ausgang von Ereignissen oft besser vorhersagen als etwa klassische Umfragen oder auch Experten auf einem Gebiet. Das liegt daran, dass auf einem Prognosemarkt das Wissen vieler Menschen gebündelt wird ("Schwarmintelligenz") und diese zudem einen monetären Anreiz haben, möglichst zutreffend zu prognostizieren.

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An einem Prognosemarkt werden virtuelle Wertpapiere gehandelt, die den Ausgang eines bestimmten Ereignisses repräsentieren. Der Endwert des Papiers hängt jeweils vom tatsächlichen Ausgang des Ereignisses ab. Steht etwa die Frage im Raum, ob es morgen regnen wird oder nicht, könnte das Wertpapier für "ja" beispielsweise aktuell 60 Cent kosten und das Wertpapier für "nein" 40 Cent. Regnet es morgen tatsächlich, bekommen die Besitzer des Wertpapieres "ja" einen Euro ausbezahlt und die Besitzer des Wertpapieres für "nein" nichts. Die aktuellen Marktpreise der Wertpapiere bilden sich dabei, wie an einer Börse, durch Angebot und Nachfrage. Wie an einer Börse werden also auch an einem Prognosemarkt die Erwartungen der Marktteilnehmer an die Zukunft "eingepreist".

Der global wichtigste Prognosemarkt ist aktuell PredictIt, der von der neuseeländischen Victoria University of Wellington betrieben wird. User können hier auf ganz unterschiedliche Ereignisse wetten, auch auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl. Die Marktpreise sind dabei so konstruiert, dass sie (in Prozent) jeweils der vom Markt vorhergesagten Wahrscheinlichkeit für den entsprechenden Ausgang des Ereignisses entsprechen.

Wer die Präsidentschaftswahl 2020 gewinnen wird, ist derzeit noch sehr unsicher. Es ist noch nicht einmal klar, wer der Herausforderer von US-Präsident Donald Trump sein wird. Der Kandidat der Demokraten wird erst bei den Vorwahlen bestimmt, die im Februar beginnen. Die heiße Phase des Wahlkampfs beginnt dann erst im Sommer 2020.

Aktuell haben die Senatorin Elizabeth Warren und der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden die besten Chancen, als Kandidat der Demokraten nomniniert zu werden. Das Rennen könnte aber neuen Schwung erhalten, da der Multimilliardär und ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg offenbar ebenfalls ins Rennen einsteigen will.

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Auch bei den Republikanern steht übrigens der Präsidenschaftskandidat der Republikaner noch nicht fest. Normalerweise wird aber ein Amtsinhaber immer nominiert, wenn er wieder antreten will. Die Möglichkeit, dass Trump nicht nominiert wird, dürfte vor allem realistisch sein, falls das Amtsenthebungsverfahren gegen ihn Erfolg haben sollte oder er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten kann. PredictIt sieht aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 78 %, dass Trump nominiert wird und eine Wahrscheinlichkeit von 10 %, dass stattdessen seine Vizepräsident Mike Pence nominiert wird.

Obwohl der Kandidat der Demokraten noch nicht feststeht, kann auch die Frage, wer die Präsidentschaftswahl 2020 gewinnen wird, bereits auf PredictIt gehandelt werden. Hier liegt US-Präsident Trump zwar vorne, seine Wahrscheinlichkeit liegt aber aktuell bei unter 50 %. Der Markt hält es also derzeit für wahrscheinlicher, dass der demokratische Herausforderer (wer immer das sein wird), bessere Chancen hat als Trump. Da allerdings noch nicht klar ist, wer dieser Herausforderer sein wird, hat bisher kein einzelner Kandidat eine höhere Wahrscheinlichkeit als Trump.

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Das zeigt auch die separate Prognose für die Frage, welche Partei die Präsidentschaftswahl für sich entscheiden wird. Hier liegen die Demokraten aktuell vor den Republikanern.

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Das Rennen ums Weiße Haus wird spannend. Aktuell sieht es so aus, als ob Trump eher schlechte Chancen hat, wiedergewählt zu werden. Aber der Wahlkampf dauert noch lange und US-Wahlkämpfe sind bekannt dafür, besonders "schmutzig" geführt zu werden. Nachdem feststeht, wer der Kandidat der Demokraten sein wird, dürfte sich ein klareres Bild ergeben. Bis November 2020 kann noch viel passieren.


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