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San Mateo (GodmodeTrader.de) - Seit der Verabschiedung der US-Steuerreformen im vergangenen Dezember sind viele Marktbeobachter gespannt, wie US-Unternehmen die zusätzlichen, ihnen zur Verfügung stehenden liquiden Mittel, einsetzen werden. Im bisherigen Verlauf dieses Jahres haben sich Dividendenerhöhungen als eine Option erwiesen, die einige dieser Unternehmen gewählt haben, um ihre Aktionäre zu belohnen, wie die Anlageexperten der Franklin Equity Group in einem Marktkommentar schreiben.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2018 hätten im S&P 500 Index vertretene Unternehmen eine Rekordsumme von 109,2 Milliarden US-Dollar als Dividenden ausgeschüttet. Eine Analyse von S&P-Daten durch die Franklin Equity Group komme zu dem Schluss, dass die Gesamtdividenden der im Index vertretenen Unternehmen in diesem Jahr erstmalig seit 2015 zweistellig sein könnten, heißt es weiter.

Don Taylor von der Franklin Equity Group zufolge dürften bestimmte Unternehmen in den Sektoren Industrie, Materialien und zyklische Konsumgüter ihre Dividenden 2018 anheben. Als Gründe führt er die Senkung des US-Körperschaftsteuersatzes von 35 Prozent auf 21 Prozent sowie die stärkere Weltwirtschaft an. „Während sich die Erträge und Cashflows im Zuge des Wirtschaftswachstums verbessern, werden Unternehmen aufgrund des niedrigeren Steuersatzes einen höheren Anteil dieser Gelder behalten können. Das dürfte wiederum höhere nominale Dividenden zur Folge haben“, so Taylor.

Don Taylor rechnet damit, dieselben potenziellen Vorteile bei anderen Aktien zu beobachten, und zwar vor allem in inländisch ausgerichteten Sektoren, die sensibel auf Veränderungen der Wirtschaftslage reagierten, etwa im Bankwesen, bei gewerblichen Dienstleistungen, im Einzelhandel und bei Versorgern. Allerdings schienen die US-Steuerreform und das Wirtschaftswachstum nicht die einzigen Faktoren zu sein, die in diesem Jahr zu einem Anstieg der Dividenden führen könnten.

Matt Quinlan von der Franklin Equity Group ist der Ansicht, dass bestimmte US-Banken mit hoher Marktkapitalisierung von einem günstigeren aufsichtsrechtlichen Umfeld profitieren könnten. Daher geht er davon aus, dass diese Banken dank verbesserter Erträge und freigesetzten Kapitals über Spielraum verfügten, ihre Dividenden zu erhöhen. „US-Banken haben ihre Kapitalquoten seit der Finanzkrise [der Jahre 2008 bis 2009] aufgestockt. Aus unserer Sicht scheinen die Aufsichtsbehörden inzwischen zuversichtlich zu sein, dass die Kapitalquoten der Banken solide sind. Diese Institute haben bei den staatlich vorgeschriebenen Stresstests des vergangenen Jahres gut abgeschnitten, so dass sie in der Lage waren, Kapital an ihre Aktionäre zurückzuführen“, so Quinlan.

Die im S&P 500 Index vertretenen Finanzunternehmen hätten ihren freien operativen Cashflow (FOCF) im Verhältnis zu ihrer Verschuldung während der letzten beiden Jahre gesteigert. Infolgedessen könnten ausgewählte Banken potenziell einen zunehmenden Anteil ihrer Gewinne an die Aktionäre zurückführen, da sie – teilweise aufgrund der US-Steuerreform – einen höheren Cashflow nach Steuern erzielten, heißt es weiter.

Fred Fromm von der Franklin Equity Group ist der Ansicht, dass im Nachgang einer jahrelangen Senkung von Kosten und Investitionsausgaben Rohstoffunternehmen, die heute noch keinen freien Cashflow erzielten, in der näheren Zukunft hierzu in der Lage sein sollten. Bei den im S&P 500 Index vertretenen Unternehmen aus der Öl- und Gas-Explorations- und Förderungsbranche habe sich das Verhältnis von FOCF zur Gesamtverschuldung während des letzten Jahres verbessert, heißt es.

Fred Fromm geht davon aus, dass die zusätzliche Liquidität in Kombination mit soliden Bilanzen eine Rückführung von Kapital an die Aktionäre in der Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen ermöglichen dürfte, was den Aktienkursen Unterstützung bieten sollte. „Wir haben in jüngster Zeit beobachtet, dass mehrere Energie- und Materialunternehmen ihre Dividenden anheben. In einigen Fällen haben sie zudem ihre Aktienrückkaufprogramme, die sich in Phasen der Marktschwäche besser umsetzen lassen, wieder eingeführt. Explorations- und Förderungsunternehmen aus dem Öl- und Gassektor, die Rückkaufprogramme eingeführt und ihre Dividenden erhöht haben, konnten während der letzten Monate in den Fällen, in denen diesen Programmen ein nachhaltiger freier Cashflow zugrunde lag, eine Outperformance erzielen“, so Fromm.

Auch wenn die Aussichten auf Dividendenerhöhungen den Anlageexperten vielversprechend erschienen, müsse stets berücksichtigt werden, dass die Dividenden von dividendenzahlenden Aktien nicht garantiert seien. Sie könnten ohne Vorankündigung erhöht, gesenkt oder eingestellt werden. Daher müssten Anleger auf die Möglichkeit vorbereitet sein, dass ein Unternehmen, das in der Vergangenheit Dividenden ausgeschüttet habe, solche Zahlungen in der Zukunft einstelle. Dies geschehe am häufigsten, wenn Unternehmen vor finanziellen Herausforderungen stünden, die sie dazu zwängen, die liquiden Mittel, die sie unter normalen Bedingungen als Dividenden ausgeschüttet hätten, selbst in Anspruch zu nehmen, heißt es abschließend.