Oslo (Godmode-Trader.de) - Zur Bestürzung der mächtigen Ölindustrie hat die oppositionelle Arbeiterpartei in Norwegen vergangene Woche beschlossen, ihre Unterstützung für die Ölförderung vor den Lofoten-Inseln in der Arktis zurückzuziehen. Dadurch wurde eine solide Mehrheit im Parlament geschaffen, um Öl-Bohrungen in dem sensiblen Gebiet zu untersagen. „Die dramatische Meinungsänderung durch die größte norwegische Partei ist ein bedeutender Schlag gegen die Ölindustrie und könnte signalisieren, dass sich die skandinavische Nation dem Ende einer Ära nähert, die sie zu einem der wohlhabendsten der Welt gemacht hat“, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg.

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    Norwegische Ölgesellschaften unter der Führung des größten Produzenten Equinor ASA erklärten, dass der Zugang zu den Lofoten unerlässlich ist, wenn das Land sein Produktionsniveau aufrechterhalten will, da die anderweitigen Ressourcen in der Nordsee erschöpft sind. Schätzungen zufolge könnte sich vor dem Archipel ein Ölfeld von 1 bis 3 Mrd. Barrel befinden. „Die gesamte Branche ist überrascht und enttäuscht", sagte Karl Eirik Schjott-Pedersen, Leiter des norwegischen Öl- und Gasverbandes, zu Bloomberg.

    Doch die Entscheidung der Arbeiterpartei war keine große Überraschung. Die Norweger beginnen, ihren wichtigstes Exportprodukt und größte Wohlstandsquelle vor dem Hintergrund des Klimawandels in Frage zu stellen. Wahrscheinlich konzentrieren sich Politik und Ölindustrie nun darauf, ob die Bohrungen in der Barentssee fortgesetzt werden sollen.