• Google will Cookie-Tracking abschaffen
    • Merkel soll im Wirecard-Ausschuss aussagen
    • ADP: Schleppende Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt
    • Am US-Anleihemarkt ziehen die Zinsen wieder an
    • Corona-Gipfel: Flickenteppich an neuen Regelungen?
    • Markit: Talfahrt der Euro-Wirtschaft im Februar verlangsamt
    • WHO meldet nach wochenlangem Rückgang wieder Covid-Anstieg
    • Russland will auf EU/USA-Sanktionen umgehend reagieren
    • Streit mit Orban: EVP plant neue Geschäftsordnung
    • Intel muss Milliardenstrafe berappen
    • Dialog Semiconductor profitiert von starker Nachfrage

    DAX

    • Die steigenden Renditen bei Staatsanleihen haben am Mittwochnachmittag wieder zu Kursverlusten an den Aktienmärkten geführt. Der DAX konnte sich zwar ein kleines Plus von 0,29 Prozent bewahren und mit 14.080,03 Punkten aus dem Handel gehen, nachdem zuvor noch ein neues Rekordhoch bei 14.197,49 Punkten markiert worden war. An der US-Technologiebörse Nasdaq rutschten die Kurse in den wichtigen Indizes aber wieder in den roten Bereich und belasteten auch den Gesamtmarkt. Am US-Anleihemarkt zogen die Renditen am Mittwoch wieder an. Zur Eröffnung stieg der Zins für zehnjährige Bonds auf 1,46 Prozent. Der einjährige Höchststand von vergangener Woche beträgt rund 1,55 Prozent, liegt also noch etwas entfernt. Aber: das Auf und Ab der Kapitalmarktzinsen scheint sich fortzusetzen. Hintergrund des Zinsanstiegs in den vergangenen Wochen sind steigende Wachstums- und Inflationserwartungen in den USA. Sorgen vor steigender Inflation und in der Folge einem Anziehen der Zinsen hatten in der vergangenen Woche die Aktienmärkte ausgebremst. Die EZB sieht noch keine Veranlassung, die Bazooka rauszuholen, um gegen etwaige steigende Kapitalmarktzinsen anzukämpfen. Vielmehr reichten wohl für das Handhaben der wirtschaftlichen Auswirkungen verbale Interventionen aus, berichtete Bloomberg mit Bezug auf Insider aus der EZB. Heute stehen die Bund-Länder-Beratungen in Deutschland zur weiteren Vorgehensweise in der Corona-Krise im Blick. Kanzlerin Angela Merkel musste sich zuletzt dem öffentlichen Druck beugen und signalisierte eine vorsichtige Öffnungsstrategie.

    Chartanalysen und Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Die Alphabet-Tochter Google teilte heute in einem Blog-Post mit, dass künftig bei neuen Chrome-Versionen auf Cookies von Drittanbietern verzichtet werden soll, womit dann keine personalisierte Werbung mehr möglich wäre. Google verspricht gleichzeitig keine neue Technologie einzuführen, um Nutzerdaten zu tracken, will aber alternative Wege prüfen, um Werbung zielgerichtet für größere Gruppen schalten zu können. „Menschen sollten nicht akzeptieren müssen, im gesamten Web getrackt zu werden, um die Vorteile relevanter Werbung zu genießen“, heißt es reumütig im Blogpost des Konzerns. Aus den Daten, die Cookies sammeln, bauen Konzerne wie Google Profile von fast jedem Nutzer im Web. Personalisierte Werbung auf Basis dieser Daten sind das Kerngeschäft von Google.
    • Bundeskanzlerin Angela Merkel soll Ende April als Zeugin im Untersuchungsausschuss zum Bilanzskandal bei Wirecard aussagen. Ihre Aussage sei für den 23. April vorgesehen, erfuhr die Deutschen Presse-Agentur aus Ausschusskreisen. Merkel soll aussagen, weil sie sich auf einer Chinareise für Wirecard stark machte, obwohl es zu damaligen Zeitpunkt bereits in Presseberichten Zweifel an der Integrität des Unternehmens gab. Wirecard hatte im vergangenen Sommer ein milliardenschweres Bilanzloch gestanden und danach Insolvenz angemeldet.
    • Nach der Einschätzung von Boeing weist ein zusätzlicher Treibstofftank im Rumpf des neuesten Airbus-Jets Sicherheitsmängel auf. Der Kraftstofftank, der die Reichweite des A321XLR erhöhen soll, berge „viele potenzielle Gefahren", teilte Boeing der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) mit. Die Kritik richtet sich gegen den zusätzlich in den Rumpf integrierten Kerosin-Tank. Boeing führte daher Risiken an, wenn ein Jet von der Landebahn abkommen sollte. Airbus zeigte sich zuversichtlich, das Problem zu lösen.
    • Die Aktionäre des US-LKW-Herstellers Navistar haben der Übernahme durch Traton auf der Jahreshauptversammlung zugestimmt. Damit kann der mehrheitlich zum VW-Konzern gehörende Nutzfahrzeughersteller alle ausstehenden Stammaktien von Navistar zu einem Preis von 44,50 US-Dollar je Aktie in bar erwerben. Der Deal steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Navistar geht davon aus, dass die Übernahme Mitte 2021 abgeschlossen sein wird.
    • Microsoft hat Sicherheitslücken in seiner E-Mail-Software Exchange Server geschlossen, die von mutmaßlich chinesischen Hackern genutzt worden waren. Die Gruppe, die Microsoft "Hafnium" nennt, habe mit Hilfe der vier Schwachstellen vor allem Informationen in den USA abgreifen wollen, schrieb Microsoft in einem Blogeintrag.
    • Die Twitter-Alternative Parler hat ihre Klage gegen Amazon wegen des Rauswurfs von den Cloud-Servern fallengelassen. Parler behält sich aber vor, wieder vor Gericht zu ziehen. Amazon war Infrastruktur-Dienstleister der App, kündigte aber den Vertrag unter Verweis auf Gewaltaufrufe rund um die Attacke auf das Kapitol in Washington Anfang Januar.
    • Die deutsche Reisebranche schreibt das laufende Jahr wirtschaftlich weitgehend ab. „Es wäre schon als Erfolg zu werten, wenn wir für den Markt der Reisebüros und Reiseveranstalter rund 50 Prozent des Umsatzvolumens von 2019 erreichen würden", sagte Norbert Fiebig, Präsident des Reiseverbandes DRV, am Mittwoch. Nach dem Rekordjahr 2019 war der Umsatz mit organisierten Reisen in der Corona-Krise um 65 Prozent auf 12,5 Mrd. Euro eingebrochen.
    • Die zum neuen Stellantis-Konzern fusionierten Autobauer Fiat Chrysler und PSA haben sich 2020 in den schwarzen Zahlen gehalten. Das bereinigte operative Ergebnis fiel im vergangenen Jahr allerdings jeweils um jeweils mehr als 40 Prozent. Mit einem gemeinsamen Liquiditätspolsters von fast 60 Mrd. Euro könnte Stellantis nun die hohen Investitionen ins Elektro-Zeitalter bewältigen. „Stellantis hat einen fliegenden Start hingelegt und konzentriert sich voll und ganz darauf, die versprochenen Synergien zu erzielen", sagte Konzernchef Carlos Tavares am Mittwoch. Die Partner hatten ihre Megafusion zum viertgrößten Autobauer der Welt Mitte Januar abgeschlossen. Stellantis führt nun 14 Automarken aus Europa und den USA wie Opel, Peugeot, Citroën, Jeep, Maserati oder Alfa Romeo.
    • Die Allianz Deutschland hat ihr operatives Ergebnis im vergangenen Jahr mit 2,58 Mrd. Euro nahezu auf Vorjahresniveau gehalten. Der Nettogewinn vor Anteilen Dritter der Allianz Deutschland brach um 15 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro ein. Der Umsatz sank um 2,8 Prozent auf 40,8 Mrd. Euro.
    • Im Februar 2021 wurden nach Angaben des Kraftfahrzeug-Bundesamts (KBA) 194.349 Pkw neu zugelassenen und damit 19,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Mit 20,6 Prozent war Volkswagen Pkw trotz eines Rückgangs von 9,7 Prozent erneut die anteilstärkste deutsche Marke.
    • Der Chipentwickler Dialog Semiconductor hat im vierten Quartal bei Umsatz und Ergebnis zweistellig zugelegt. Die Erlöse wuchsen um 15 Prozent auf rund 439 Mio. US-Dollar, das bereinigte operative Ergebnis legte um 21 Prozent auf 110,5 Mio. Dollar zu. Netto verdiente Dialog Semiconductor mit 57,8 Mio. Dollar rund 29 Prozent mehr. Das Unternehmen profitierte im Berichtszeitraum unter anderem von einem hohen Halbleiterbedarf für Kopfhörer, Fitness-Tracker, digitalen Uhren, Notebooks und Tablets.
    • Der Chipkonzern Intel muss wegen einer Patentverletzung fast 2,2 Mrd. Dollar berappen. Die Geldbuße verhängte ein Gericht in Texas. Intel soll demnach zwei Patente im Bereich der Chipherstellung verletzt haben, die zur VLSI Technology gehören. Der Konzern kündigte an, gegen die Gerichtsentscheidung Berufung einzulegen.
    • Die Unstimmigkeiten bei der britisch-australischen Greensill-Gruppe beschäftigen die deutsche Finanzaufsicht. Die Bafin habe bereits vor einiger Zeit einen Sonderbeauftragten bei der Bremer Greensill Bank eingesetzt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Diese überwache das Tagesgeschäft des Instituts. Die Finanzaufsicht nimmt die Greensill Bank, die eng mit der in Schieflage geratenen Greensill-Gruppe verwoben ist, seit dem Sommer mit einer Sonderprüfung unter die Lupe. Die Bafin lehnte eine Stellungnahme gegenüber Reuters ab. Nach Medienberichten über eine drohende Schieflage von Greensill Capital haben wichtige Partner ihre Geschäftsbeziehungen zu der Londoner Finanzgesellschaft bereits gekappt.
    • Der IT-Dienstleister Cancom hat sich einen Großauftrag der EU gesichert. Der Gesamtwert des Projekt der EU-Institution EU-LISA betrage maximal rund 440 Mio. Euro, davon entfielen 110 bis 120 Mio. Euro auf Cancom, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Vertrag laufe maximal sechs Jahre. Cancom werde unter anderem Server-, Speicher und Netzwerk-Komponenten sowie Hardware-Ausrüstung bereitstellen. Mit den Arbeiten könne voraussichtlich noch im laufenden ersten Quartal 2021 begonnen werden, hieß es weiter.
    • Der Online-Arzneimittelhändler Shop Apotheke will auch 2021 weiter profitabel wachsen, allerdings mit etwas weniger Tempo. Der Umsatz soll 2021 um 20 Prozent oder mehr steigen und die bereinigte Ebitda-Marge bei 2,3 bis 2,8 Prozent herauskommen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen von einem Boom bei den Online-Bestellungen infolge der Corona-Pandemie profitiert, der Umsatz zog um rund 38 Prozent auf 968 Mio. Euro an. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich auf 21,6 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 13,6 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte.
    • Das US-Halbleiter-Designunternehmen Ambarella hat mit seinen Zahlen zum vierten Quartal 2020 und seinem Ausblick überzeugt. Das Unternehmen meldete für das vergangene Jahresviertel Quartal einen Nettoverlust von 12,5 Mio. Dollar bzw. 35 US-Cents je Aktie, nach einem Fehlbetrag von 13 Mio. Dollar bzw. 39 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn blieb mit 14 Cents je Aktie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unverändert. Der Quartalsumsatz stieg von 57,2 Mio. Dollar vor Jahresfrist auf 62,1 Mio. Dollar. Ambarella profitierte insbesondere von einer robusten Nachfrage nach Bildverarbeitungs- und Computer-Vision-Prozessoren. Für das erste Quartal erwartet der Halbleiter-Spezialist einen Umsatz zwischen 67 und 70 Mio. Dollar, während Analysten mit einem Umsatz von 56,4 Mio. US-Dollar gerechnet hatten.

    Politik & Konjunktur

    • Im US-Dienstleistungssektor hat sich die Stimmung deutlich verschlechtert, wie der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Branche signalisiert. Der Indikator rutschte im Februar von zuvor 58,7 auf 55,3 Punkte ab. Noch immer zeigt das Barometer damit Wachstum an, allerdings mit verlangsamter Dynamik. Wie aus dem im ISM-Report ausgewiesenen Preisindex für den Service-Sektor hervorgeht, beschleunigt sich der Kostendruck für Unternehmen so stark wie zuletzt im Jahr 2009. Der entsprechende Index stieg zum Vormonat um 7,6 auf 71,8 Punkte.
    • Der US-Privatsektor hat im Februar weniger neue Stellen geschaffen als erwartet. Wie der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) mitteilte, entstanden gegenüber dem Vormonat nur 117.000 neue Jobs. Ökonomen hatten einen Zuwachs von 225.000 prognostiziert. Im Januar waren unter dem Strich 195.000 Arbeitsplätze hinzugekommen, und damit 21.000 mehr als ursprünglich gemeldet. „Der Arbeitsmarkt verzeichnet weiterhin eine schleppende Erholung auf breiter Front", sagte Nela Richardson, Chefvolkswirtin bei ADP.
    • Der US-Senat hat ein weiteres Mitglied des Kabinetts von US-Präsident Joe Biden bestätigt: Gina Raimondo ist mit 84 zu 15 Stimmen bestätigt worden und kann damit ihr Amt als Ministerin für Handel antreten, wie mehrere US-Medien berichteten. Raimondo war zuletzt Gouverneurin des kleinsten US-Bundesstaates Rhode Island.
    • Die frühere Pressesprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, geht zum konservativen US-Sender Fox News. „Es ist mir heute eine besondere Freude, Kayleigh McEnany in der Fox-Familie willkommen zu heißen. Wir werden in Zukunft noch viel mehr von ihr sehen", sagte Fox-Moderatorin Harris Faulkner. Der damalige US-Präsident Trump hatte McEnany im April 2020 zu seiner Sprecherin gemacht.
    • Nach dem turbulenten Jahresauftakt an den globalen Kapitalmärkten warnt Fondsmanager Jens Ehrhardt vor Übertreibungen. Eine Entwicklung hält der Gründer der Vermögensverwaltung DJE Kapital für besonders gefährlich: Die heftigen Kursschwankungen beim Bitcoin sind für ihn ein Indiz für „die größte Blase aller Zeiten“. Trotz der Warnsignale hat Ehrhardt keine Angst vor einem Crash an den Aktienbörsen. Er geht davon aus, dass die Liquidität, mit der Notenbanken die Märkte geflutet haben, die Kurse weiter treiben wird. Seine Prognose, dass der DAX 16.000 Punkte erreichen kann, hält Ehrhardt trotz der jüngsten Turbulenzen für durchaus möglich.
    • Am Nachmittag beraten Bund und Länder darüber, wie es nach dem 7. März in der Corona-Pandemie in Deutschland weitergehen soll. Ein erster Entwurf liegt vor. Dieser sieht vor, dass der Lockdown grundsätzlich bis zum 28. März verlängert wird. Hinzu kommen erste Öffnungen und Lockerungen, verteilt auf mehrere Stufen. Der Entwurf ist aber noch nicht mit allen Ländern abgestimmt, wird also sicherlich noch überarbeitet und angepasst. Die Beratungen dürften sich wieder bis in den Abend ziehen. Derweil gibt es aus vielen Bereichen der Gesellschaft Forderungen an das Gipfeltreffen. Mit Blick auf die Debatte um mögliche Lockerungen forderte der Einzelhandelsverband eine klare Öffnungsperspektive. Anderenfalls würden in vielen Innenstädten bald die Lichter ausgehen. Der Mittelstand dringt in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Merkel sogar auf einen Gipfel über einen Ausstieg aus dem Lockdown. „Für viele Mittelständler steht nichts weniger als die eigene Existenz auf dem Spiel“, heißt es in dem Schreiben, aus dem die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten.
    • Die Talfahrt der Eurozone hat sich im Februar leicht verlangsamt. Dies signalisiert der finale IHS Markit Eurozone Composite-Index, der gegenüber Januar um einen Punkt auf 48,8 Zähler gestiegen ist. Allerdings blieb die Kluft zwischen Industrie und Servicesektor im Berichtsmonat bestehen. Während die Industrieproduktion aufgrund der anziehenden Binnen- und Exportnachfrage noch stärker ausgeweitet wurde als in den drei Vormonaten, ging es im Servicesektor weiter kräftig bergab, insbesondere in den Branchen, in denen Kontaktbeschränkungen herrschten. „Mit dem vierten Wachstumsrückgang in Folge steuert die Eurozone auf eine Rezession mit zwei Talsohlen zu, wenngleich der leicht verlangsamte Abwärtstrend abermals verdeutlicht, dass die jetzige Rezession weitaus schwächer ausfallen dürfte als während der ersten Pandemie-bedingten Krise im letzten Jahr“, kommentierte IHS Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Was auch klar sei. Viele Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie müssten wohl noch einige Zeit in Kraft bleiben, nicht zuletzt wegen der schleppend verlaufenden Impfkampagnen. „Dies könnte der Konjunktur sogar noch bis ins zweite Quartal 2021 schaden und auch das Tempo des Aufschwungs drosseln“.
    • EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann warnt davor, die wegen der Corona-Pandemie ergriffenen geldpolitischen Maßnahmen zu einer Dauereinrichtung werden zu lassen. „Für mich ist dabei entscheidend, dass die Geldpolitik genügend Abstand zur monetären Staatsfinanzierung wahrt. Hierzu gehört, dass Anreize für solide Staatsfinanzen erhalten bleiben", sagte Weidmann laut veröffentlichtem Redetext bei der Vorstellung des Geschäftsberichts der Deutschen Bundesbank. Die Bundesbank wird für das Jahr 2020 keinen Gewinn an das Bundesfinanzministerium leisten können. Präsident Weidmann begründete das mit der Notwendigkeit, wegen der in der Corona-Pandemie ergriffenen Maßnahmen die Risikovorsorge zu erhöhen. „Die erhöhte Risikovorsorge ist der Hauptgrund, weshalb die Bundesbank für 2020 ein ausgeglichenes Jahresergebnis ausweist und zum ersten Mal seit 1979 keinen Gewinn ausschütte
    • Die Deutsche Bundesbank rechnet damit, dass die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflation am Ende des laufendes Jahres auf über 3 Prozent steigen wird - „allerdings nur vorübergehend", wie Präsident Jens Weidmann bei der Vorstellung des Geschäftsberichts der Bundesbank sagte. „Deshalb rechnen unsere Fachleute für den Jahresdurchschnitt 2021 derzeit mit einer Rate, die nur etwas über ihrer Dezember-Prognose von 1,8 Prozent liegt“.
    • Die Europäische Zentralbank (EZB) will nicht im großen Stil gegen den Anstieg der Kapitalmarktzinsen vorgehen. Vielmehr reichten wohl für das Handhaben der wirtschaftlichen Auswirkungen verbale Interventionen aus, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf Insider aus der EZB. Zudem könne die Flexibilität des Anleihekaufprogramms genutzt werden, ohne dass das Gesamtvolumen des Kaufprogramms erhöht werden müsse.
    • Die Zahl der neuen Fälle von Covid-19 hat letzte Woche weltweit um 7 Prozent zugenommen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte Zahlen zum ersten Anstieg nach sechs Wochen Rückgang. Diese Entwicklung könnte mit der Ausbreitung von ansteckenderen Virus-Varianten zu tun haben, schrieb die WHO in einem Bericht. Als weitere mögliche Gründe nannte sie die Lockerung von Gesundheitsmaßnahmen und Corona-Müdigkeit.
    • Deutlich mehr Menschen in Deutschland könnten im Homeoffice arbeiten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des ifo Instituts. Danach arbeiteten im Februar nur rund 30 Prozent der Beschäftigten mindestens teilweise im Homeoffice. „Das Potenzial liegt bei 56 Prozent. Die Firmen und die Mitarbeiter schöpfen es bei weitem nicht aus. Die im Januar beschlossene Pflicht der Firmen zum Homeoffice, um die Corona-Ansteckungen zu verringern, ist deshalb bislang zum Teil verpufft“, sagt ifo-Forscher Jean-Victor Alipour. Der Anteil der Firmen, die Homeoffice nutzten, lag im Februar bei 81 Prozent.
    • Die USA und die Volksrepublik China waren im Jahr 2020 die wichtigsten Abnehmer deutscher Exporte, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Nach vorläufigen Erkenntnissen wurden von Deutschland Waren im Wert von 103,8 Mrd. Euro in die Vereinigten Staaten und Waren im Wert von 95,9 Mrd. Euro nach China exportiert. Die Corona-Krise hat das Exportgeschäft mit beiden Staaten allerdings unterschiedlich beeinträchtigt: Während Exporte nach China im Jahr 2020 mit einem Rückgang von 0,1 Prozent nahezu auf dem Vorjahresniveau blieben, nahmen die Exporte in die Vereinigten Staaten (-12,5 %) stark ab.
    • Chinas Dienstleistungssektor wächst wegen schleppender Nachfrage während der zweiten Corona-Welle so langsam wie seit zehn Monaten nicht mehr. Das Caixin/IHS Markit-Barometer für die Service-Branche sank im Februar auf 51,5 Punkte. Im Januar lag der Wert bei 52 Zählern. Das Barometer signalisiert für Februar dennoch weiterhin Wachstum.
    • Russland hat die Sanktionen der EU und der USA wegen der Inhaftierung von Kreml-Kritiker Nawalny kritisiert und mit Vergeltung gedroht. Diejenigen, die auf Sanktionen als politisches Druckmittel setzten, sollten wissen: „Eine derartige Politik erreicht ihr Ziel nicht", sagte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow. Vertreter des russischen Justiz- und Strafverfolgungssystems wurden mit Einreise- und Vermögenssperren belegt.
    • Die Europäische Zentralbank (EZB) zeigt sich über den deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise zu Jahresbeginn wenig beunruhigt. In einem Interview mit der Zeitung Publico konzedierte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos zwar, dass die Inflation mittelfristig durchaus steigen könnte, und zwar weltweit. „Es gibt strukturelle Faktoren, die die Inflation weltweit treiben könnten, zum Beispiel eine Globalisierung, die langsamer abläuft als in den vergangenen zehn Jahren“. Dennoch ist dieses Szenario für de Guindos wenig besorgniserregend. „Alles in allem würde ich sagen, dass wir wegen der Inflation kurzfristig nicht besonders beunruhigt sein müssen, und mittelfristig werden wir sie wie immer sehr genau beobachten“. Er verwies zudem auf kurzfristig widerstreitende Kräfte in der Inflationsentwicklung. Auf der einen Seite gebe es die Pandemie und ihren Einfluss auf die Output-Lücke, in der sich ein Mangel an Nachfrage zeige. Auf der anderen Seite gebe es die geld- und fiskalpolitischen Stimuli, plus steigender Rohstoffpreise und einer Erholung der weltweiten Nachfrage.
    • Der Streit der Christdemokraten im Europaparlament mit der Partei Fidesz des ungarischen Ministerpräsidenten Orban steht vor einer Entscheidung. Die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) will heute über eine neue Geschäftsordnung abstimmen, die eine Suspendierung des Fidesz ermöglichen würde. Für den Fall droht Orban mit dem Ausstieg aus der Fraktion.

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