Crashpropheten haben aktuell wieder Hochkonjunktur. Man kann von der Krise aller Krisen lesen. Argumente, weshalb wir eine Weltwirtschaftskrise erleben sollten, gibt es zur Genüge. Zum einen ist da China. Auf den Zusammenbruch der Schuldenblase warten wir schon lange. Vielleicht ist es jetzt soweit.

Zum anderen hat die US-Handelspolitik der Weltkonjunktur einen ordentlichen Dämpfer verpasst. Die am G20-Gipfel angekündigte Pause in der Eskalation kommt zu spät. Der Schaden ist erst einmal angerichtet. Es ist auch noch nicht klar, ob es der Brexit-Schock vermieden werden kann, Italien noch zu retten ist und Griechenland ein neues Hilfspaket braucht.

Inzwischen hat selbst der Internationale Währungsfonds, der notorisch langsam ist, seine Wachstumsprognosen gesenkt. Betrachtet man die Daten zum dritten Quartal, muss man sich wirklich erst einmal hinsetzen (Grafik 1). Die halbe Welt wächst nicht mehr.

Die USA konnten nach wie vor hohes Wachstum ausweisen, doch auch hier deutet sich ein Abschwung an. Japan droht wieder in alte Muster zu verfallen und chronisch nicht vom Fleck zu kommen. In der EU wächst eine ganze Menge an Ländern nicht mehr. Auch die Schweiz, die sich normalerweise gut abkapseln kann, schrumpft.


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Derzeit ist es noch ein gemischtes Bild. Das negative Wachstum ist nicht katastrophal. Das muss es auch nicht sein, um Schlimmeres anzukündigen. Deutschland schrumpfte im dritten Quartal nicht mehr als Anfang 2008 (Grafik 2). Es endete trotzdem im Desaster. Aktuell wissen wir nicht, ob wir lediglich eine Wachstumsdelle wie 2012 sehen oder den Beginn eines dramatischen Abschwungs wie 2008.


Es gibt aber eine Ahnung. Der Abschwung 2008 wurde zur Weltwirtschaftskrise, weil das globale Finanzsystem nicht mehr funktionierte. Regierungen mussten mit hunderten Milliarden um sich werfen, um den kompletten Zusammenbruch zu verhindern.

Die Ausgangslage ist heute eine ganz andere. Es gibt kein systemisches Risiko wie 2008. Das bedeutet auch, dass es eine Krise wie 2008 nicht geben wird. Persönlich favorisiere ich daher einen ganz normalen Abschwung wie er nun einmal alle paar Jahre vorkommt. Mit etwas Glück ist es nur eine kleine Wachstumsdelle und die Wirtschaft wächst bereits im nächsten Quartal wieder.

Denkbar ist eine milde Rezession, in der die Wirtschaft um insgesamt 1 % schrumpft. Das ist kein Beinbruch und wird von den meisten nicht einmal bemerkt werden. Ohne einen Katalysator wie 2008 ist eine Katastrophe sehr unwahrscheinlich. Die großen Crashprophezeiungen werden sich daher nicht bewahrheiten.

Risiken für den Ausblick gibt es immer. Es geht am Ende aber um Wahrscheinlichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit für eine milde Rezession ist am größten. In Europa sollte das Schlimmste bereits Anfang 2019 hinter uns liegen. Es ist vielleicht nicht besonders intuitiv, aber gerade europäische Aktienmärkte haben bereits stark korrigiert. Hier kann man sich so langsam auf die Suche nach Einstiegspunkten begeben.

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