Notenbanken beteuern immer wieder, dass ihre Geldpolitik nicht auf die Wechselkurse abzielt. Ausnahmen gibt es natürlich. Vor wenigen Wochen äußerte sich die EZB über den starken Euro besorgt. Wertet der Euro zu schnell und zu stark auf, sinkt die Inflation. Inflation steht aber im Mandat der Notenbank. Daher kann sie den Wechselkurs nicht ganz ignorieren. In anderen Ländern ist die Politik klar und wenig versteckt vom Wechselkurs bestimmt. Dazu gehört die Geldpolitik der Schweizer Notenbank (SNB). Seit der Finanzkrise betreibt die SNB eigentlich nur noch Wechselkurspolitik. Während der Finanzkrise flüchteten Anleger in den Franken. Der Euro galt nicht mehr als sicher. Die Notenbank senkte die Zinsen fast auf 0 %. Das half nicht, um die Aufwertung zu stoppen. Mit der folgenden Eurokrise wertete der Franken gegenüber dem Euro weiter auf und erreichte die Parität. 2011 war damit Schluss. Die Notenbank setzte einen Wechselkurs von 1,20 fest.

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