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Deutschland befindet sich in einer Rezession und die USA steuern darauf zu. Trotzdem befinden sich Aktienmärkte rund um den Globus naher ihrer Allzeithochs. In den USA wurde gerade wieder ein neues erreicht. Das passt alles nicht so ganz zusammen und doch ist es typisch.

In den USA ist der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe inzwischen deutlich unter die Expansionsgrenze von 50 gefallen (Grafik 1). Inzwischen ist der Index so tief, dass eine Rezession immer wahrscheinlicher wird. Der Grund, weshalb es jetzt noch keine gibt, ist auch klar. Der Dienstleistungssektor expandiert noch und dieser hat in der Wirtschaft ein höheres Gewicht.

Ein so dramatischer Rückgang wie in den letzten Monaten ist selten zu sehen. Eine Garantie für eine Rezession gibt es dennoch nicht. Auch Mitte der 80er Jahre gab es einen immensen Rückgang, der am Ende keine Rezession auslöste. Das ist ein Grund, weshalb sich Anleger schwer tun, eine Rezession rechtzeitig einzupreisen.

So etwas wie hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Eine Rezession, egal wie viele Daten man analysiert, bleibt am Ende jedes Mal eine Überraschung. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Notenbanken und Politik bemühen, einer Rezession entgegenzuwirken. Die deutsche Bundesregierung ist hier die einsame Ausnahme.

Generell werden die Zinsen gesenkt und die Politik springt früher oder später mit Konjunkturprogrammen zur Seite. Das führt zu einem gewissen Optimismus. Am Finanzmarkt zeigt sich der Optimismus anhand der Zinskurve. Wird sie immer flacher und dann negativ, ist eine Rezession zu erwarten.

Eine invertierte Kurve hatten wir, was auch kurzfristig für Irritationen sorgte. Da die Kurve nun wieder positiv ist und steiler wird, hegen Anleger Hoffnung. Eine steiler werdende Zinskurve sagt ja auch, dass es zukünftig wieder besser wird.


Anleger haben Hoffnung – nicht zu Unrecht. Sie vergessen nur, dass zwischen einem neuerlichen Aufschwung, der bereits jetzt angekündigt wird und dem tatsächlich Aufschwung noch eine Rezession liegt. Das hält Anleger aber nicht davon ab, sich erst einmal auf das Positive zu konzentrieren. Sie ignorieren den Abschwung, der unweigerlich vor dem nächsten Aufschwung kommt, einfach.

Anleger preisen eine Rezession daher immer zu spät ein. Sie ignorieren die Fakten bis es zu spät ist. Das kann man aktuell wieder besonders gut beobachten. Der Markt steigt ohne fundamentalen Grund.

Wer da als Anleger nicht mitmacht, verpasst viel Performance. Wer zu früh aussteigt, ist der Dumme und irgendwie ist die Hoffnung, dass doch alles gut geht, einfach zu bestechend. Je länger der Markt steigt, desto größer ist die Hoffnung, dass es gar nicht erst zu einer Korrektur kommt. Plötzlich ist die Rezession dann doch da und alle verkaufen panikartig. Käme es diesmal anders, wäre es das erste Mal seit 70 Jahren.