Auf Drohen Frankreichs hin, einen "gemeinsamen Nenner" in Sachen biotechnologisch verändertem Saatgut für Europa zu finden, schlug der US-Diplomat in Frankreich, Craig Roberts Stapleton, der US-Regierung vor, eine "Vergeltungs-Liste" zu erstellen und zu veröffentlichen, die zeige, wo in Europa gentechnisch modifiziertes Getreide angebaut wird, in der Hoffnung, dass Aktivisten diese zerstören und dies "ein wenig Schmerzen" für Politiker erzeugen würde.

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    In einer vertraulichen Mitteilung vom 14. Dezember 2007, die am Sonntag von WikiLeaks veröffentlicht wurde, schreibt Stapleton, dass die Liste für den Fall veröffentlicht werden sollte, sollten Frankreich und die EU beschließen, Biotech-Getreide weiterhin zu verbieten.

    "Europa bewegt sich rückwärts nicht vorwärts in diesem Punkt (Agrarbiotechnologie) und Frankreich spielt eine Führungsrolle, gemeinsam mit Österreich, Italien und sogar der Europäischen Kommission", schreibt Stapleton.

    Es ist nicht klar, ob die Regierung der Empfehlung ihres Diplomaten in Paris folgte. In der EU sind nur zwei biotechnologisch veränderte Agrargüter zugelassen, darunter auch eine Kartoffelsorte, die jüngst eine Massenpetition auslöste, was bei Monsanto, dem Konzern aus den USA, der Biotech-Saatgut vertreibt, nicht gut ankam.

    Jeremy Scahill, von "The Nation Institute" schrieb jüngst, dass Monsanto Blackwater beauftragt habe, Spezialisten zu entsenden, um Aktivisten zu unterwandern, die in Europa gegen die Biosaat Monsantos vorgehe. In dem Wikileaks-Dokument wurde nichts darüber geschrieben. Weitere Wikileaks-Dokumente, die in den vergangenen Tagen veröffentlicht wurden, zeigen, dass Spanien ein heimlicher Verbündeter der USA bei der Bewerbung von Biotech-Saatgut ist.

    Auch Papst Benedict XVI ist ein Befürworter von Biotech-Saatgut, gibt das aber nicht öffentlich zu. Das zeigt ein WikiLeaks-Dossier, das am 19. November 2009 veröffentlicht wurde.

    Autor: Jochen Stanzl – Chefredateur Finanznachrichten BoerseGo.de

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