Trump polarisiert. Nicht zuletzt deswegen hat er in bestimmten Wählergruppen besonders viele Stimmen bekommen und in anderen besonders wenige. Bei Landwirten hat er besonders gut abgeschnitten. Über zwei Drittel der Landwirte stimmten bei den Wahlen für ihn.

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Sie sind eine wichtige Wählergruppe. Es geht dabei nicht nur um die Stimmen der Landwirte selbst, sondern auch um die Gemeinden, in denen sie sehr präsent sind. Ohne Farmer wird es sehr viel schwieriger, die nächsten Wahlen zu gewinnen.

Genau hier hat Trump allerdings ein Problem verursacht. Durch den Handelskonflikt mit China exportieren Farmer immer weniger Produkte ins Ausland und können in den USA selbst nicht ihre gesamte Produktion absetzen. Die Preise sind unter Druck gekommen. Es wird also weniger verkauft und das zu niedrigeren Preisen.

Das ist ein großes Problem. Seit Jahren stagniert das Vermögen (Grafik 1), das Farmer haben (vor allem Land). Der Wert steigt nicht mehr, weil die Preise für bestimmte Produkte seit Jahren nicht vom Fleck kommen. Dafür kann Trump wenig. Sein Beitrag beschränkt sich auf das Jahr 2018.


Das Vermögen stagniert. Dafür steigen die Schulden (Grafik 2). Der Schuldenberg erreicht das Niveau der späten 70er Jahre. Damals kam es zu einer Schuldenkrise der Farmer. Es folgte eine tiefe Depression des Sektors mit vielen Insolvenzen. Viele Familien verloren alles.


Ähnliches droht heute wieder. Die Einkommen sind im freien Fall (Grafik 3). Rohstoffpreise sind ein Grund. Die Einnahmen sind mit fallenden Preisen gesunken. Die andere Seite ist die Ausgabenseite. Wer immer mehr Schulden macht, muss auch mehr Zinsen zahlen.


Die Einkommen sind heute wieder so tief wie vor 15 Jahren. Das sorgt nicht gerade für gute Stimmung und die Luft wird immer dünner. Insolvenzen nehmen zu, schon seit Jahren. Da kommt der Handelskonflikt extrem ungelegen.

Aktuell sieht es nicht danach aus, dass sich die USA und China bis zum 1. März einigen werden. Wird der Waffenstillstand nicht verlängert, stoppt China wieder die Importe von Agrarprodukten. Die Einkommen der Landwirte sinken dann auch in diesem Jahr merklich. Ohne China haben viele kaum eine Überlebenschance.

Die einfachste Lösung wäre ein Ende des Konflikts. Es könnte wieder mehr exportiert werden und die Preise dürften leicht steigen. Gelingt das nicht, muss sich Trump etwas anderes einfallen lassen. Die Schuldenberge geraten außer Kontrolle. Passend zur nächsten Wahl 2020 könnte die Situation eskalieren. Eine Wiederwahl ist dann sehr unwahrscheinlich.

Clemens Schmale