Wann hat es das jemals gegeben: Ein DAX-Titel dessen Aktienkurs sich innerhalb von ein paar Jahren vervielfacht – um sich anschließend in Rekordgeschwindigkeit zu halbieren? Oder kann sich jemand daran erinnern, dass ein DAX-Konzern von der renommierten „Financial Times“ innerhalb weniger Tage gleich dreimal höchst öffentlichkeitswirksam mit Betrugsvorwürfen konfrontiert wurde? Mit entsprechenden Folgen für den Aktienkurs versteht sich…

ANZEIGE

Der Münchner Bezahldienstleister Wirecard (WKN 747206) ist tatsächlich gerade dabei, Börsengeschichte zu schreiben. Und wie es aussieht, ist diese Geschichte noch längst nicht zu Ende. Ihren vorläufigen Höhepunkt fanden die Ereignisse am Freitag, 8. Februar 2019, als Geschäftsräume des Konzerns in Singapur von den örtlichen Polizeibehörden durchsucht wurden.

Vorangegangen waren der Razzia mehrere Berichte der Financial Times über diverse Unregelmäßigkeiten bei dem Konzern. Von Kontenfälschungen war da die Rede, mit deren Hilfe Straftaten vertuscht worden seien, Betrug, Korruption und Geldwäsche etwa.

Später kam der Vorwurf hinzu, Wirecard habe Gelder zwischen unterschiedlichen Tochterunternehmen und externen Unternehmen hin- und hergeschoben, um so Scheinumsätze zu erzeugen.

Dass der Konzern jetzt gerichtlich gegen die Vorwürfe vorgehen will, wird die Aktionäre kaum trösten: Wegen der Turbulenzen wurden innerhalb weniger Tage Milliarden an Börsenwerten vernichtet.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll angefangen: Im November 2002 notierte die Aktie von Wirecard bei knapp 26 Cent. Bis Oktober 2018 wurden daraus fast 200 Euro. In Zahlen: Wer am Tief im Jahr 2002 für 1.000 Euro Wirecard-Aktien gekauft hatte, der konnte sich ein paar Jahre später über rund 800.000 Euro freuen. Das sind die Geschichten, von denen Börsianern träumen. Die atemberaubende Wachstumsstory der Aktie zeigt die folgende Abbildung.

Wirecard-Aufstieg-und-Fall-eines-Börsenstars-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-1

Von fast Null auf fast 200 - das war die atemberaubende Entwicklung der Wirecard-Aktie zwischen 2002 und 2018 .....

Nun gibt es unter Kontra-Anlegern eine altbekannte Regel, die besagt, dass „Gefallene Engel“ erst dann so richtig interessant werden, wenn sie ausgehend von ihrem jüngsten Hoch mindestens 50 Prozent an Wert eingebüßt haben.

Die Wirecard-Aktie erfüllt diese Bedingung jetzt, wenn auch nur knapp. In der Februar-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs werden wir uns daher einmal ansehen, ob die total zusammengefaltete Aktie jetzt für einen antizyklischen Kauf in Frage kommt.

Die Ausgabe erscheint am kommenden Montag…

Anmeldemöglichkeit (1): Das Drei-Monats-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Anmeldemöglichkeit (2): Das Jahres-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.