Während viele Anleger angesichts steigender Aktienkurse allmählich wieder ihre Ängste verlieren, zeigen die aktuellen Daten vom US-Immobilienmarkt, dass die Krise noch lange nicht ausgestanden ist. Montag:
Die Handelsbilanz der Euro-Zone weist in der ersten Schätzung für März einen Überschuss von 0,4 Mrd. Euro aus verglichen mit einem Defizit in Höhe von 2,3 Mrd. Euro ein Jahr zuvor. Das Defizit des Vormonats wurde auf 1,0 Mrd Euro revidiert von zuvor veröffentlichten 2,0 Mrd. Euro.

Der US-amerikanische Housing Market Index notiert im Mai bei 16. Im Vormonat hatte er noch bei 14 gestanden. Erwartet wurde der Index im Bereich von 16.

Dienstag:
Die Produktion im Baugewerbe ist im Bereich der Eurozone im März um 1,0 % gefallen. Die Produktion des Vormonats wurde von -1,8 % auf nun -0,6 % nach oben revidiert. Im Jahresvergleich ist die Bauproduktion um 8,7 % gesunken (revidiert von -11,8 %).

Der ZEW Konjunkturindex für Deutschland notiert im Mai bei 31,1. Im Monat zuvor hatte er noch bei 13 gelegen. Den historische Mittelwert des Konjunkturindikators gibt das ZEW mit 26,2 Punkten an. Die aktuelle konjunkturelle Lage Deutschlands hat sich nach Angaben des ZEW auf -92,8 Zähler gesunken von noch -91,6 im Monat zuvor.

Die Konjunkturerwartung für die Eurozone verbesserte sich zum Vormonat um 16,7 Punkte und notiert im Berichtsmonat bei nun 28,5 Zählern. Die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verliert 0,2 Zähler auf nunmehr 93,2 Punkte.

Der Weltwirtschaftsklimaindikator für die aktuelle Lage notiert bei 38,4 nach noch 45,7 im Vorquartal. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte der Indikator bei 96,8 notiert. Der Indikator für die Erwartungen steigt auf 89,5 nach 54,4 im ersten Quartal 2009. Im entsprechenden Quartal vor einem Jahr lag der Indikator noch bei 66,7.

Die Zahl der Wohnbaubeginne liegt in den USA im April bei 458.000 und ist damit um 12,8 % zurückgegangen. Erwartet wurden 527.000 nach noch 525.000 im Vormonat. Damit wurde der Vormonatswert von zuvor veröffentlichten 510.000 leicht nach oben revidiert.

Die Zahl der US-amerikanischen Wohnbaugenehmigungen liegt im April bei 494.000, ein Minus von 3,3 % zum Vormonat. Erwartet wurden 530.000. Im Monat davor waren es 511.000 gewesen. Damit wurde der Vormonatswert von ehemals veröffentlichten 516.000 nach unten revidiert.

Unser Kommentar:

Leider, leider, das sind keine guten Nachrichten: Mit einer nachhaltigen Wende zum Besseren ist erst zu rechnen, wenn vom US-amerikanischen Immobilienmarkt eindeutige Entspannungssignale kommen. In dieser Woche ist jedoch das genaue Gegenteil passiert: Die Zahl der Wohnbaubeginne ist unerwartet stark zurückgegangen. Der aktuelle Wert ist der niedrigste seit dem Zweiten Weltkrieg. Das ist deshalb problematisch, weil der Immobilenmarkt und der Aktienmarkt gemeinsam das Fundament für die Altersvorsorge vieler US-Bürger bilden. Nach dem Desaster am Aktienmarkt ist es keine Überraschung, dass nun auch der Immobilienmarkt sehr deutliche Schwächesignale liefert. In der Folge werden sich die US-Bürger beim Konsum noch stärker zurückhalten als bisher. Für die Konjunktur sind das keine guten Aussichten.

Der US-amerikanische State Street Investor Confidence Index notiert im Mai bei 79,6. Einen Monat zuvor hatte der Index noch bei 70,2 gestanden.

Mittwoch:

Die deutschen Erzeugerpreise sind im April zum Vormonat um 1,4 % gefallen. Einen Monat zuvor waren sie um 0,7 % gesunken.

Im Jahresvergleich verteuerten sich die Preise der Erzeuger in Deutschland um 2,7 % nach -0,5 % im Monat zuvor.

Die Erwerbstätigkeit in Deutschland ist im ersten Quartal 2009 verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 0,1 % auf 39,9 Mio. gesunken. Im Quartal zuvor war die Zahl der Erwerbstätigen um 1 % gestiegen.

Das Baugewerbe musste im ersten Quartal einen Rückgang um 1,1 % verbuchen. Der Dienstleistungsbereich legte hingegen 0,4 % zu. Im produzierenden Gewerbe ohne das Baugewerbe und im Bereich der Land- und Forstwirtschaft wurde ein Rückgang um 0,7 % bzw. ein Anstieg von 0,9 % gesehen.

Die kanadischen Verbraucherpreise sind gegenüber dem Vorjahres-April um 0,4 % gestiegen. Im Vormonat hatte die Jahresrate noch bei 1,2 % gelegen.

Die kanadischen Frühindikatoren sind im April nur noch um 1,1 % gestiegen. Im Vormonat war ein Anstieg um 1,5 % verzeichnet worden.

Die US-amerikanischen Rohölvorräte (Crude Oil Inventories) sind in der vorangegangenen Woche um 2,1 Mio. Barrel gefallen.

Die Benzinvorräte (Gasoline Inventories) haben sich in den USA im Wochenvergleich um 4,3 Mio. Barrel verringert.

Die Vorräte an Destillaten (Distillate Inventories), die auch das Heizöl beinhalten, sind gegenüber der Vorwoche in den Vereinigten Staaten um 600.000 Barrel geklettert.

Unser Kommentar:

Die Ölvorräte in den USA fallen wieder. Für die Preise sind das positive Signale – für die Verbraucher allerdings weniger. Sie werden in Zukunft wieder tiefer in die Tasche greifen müssen. Ein Blick auf den Kursverlauf des US-amerikanischen Öl-ETF mit dem Kürzel USO verdeutlicht die aktuelle Lage: Seit einigen Wochen tendiert der Ölpreis wieder nach oben. Mit der Widerstandszone bei 32 US-Dollar hat der Öl-ETF kürzlich eine wichtige Hürde übersprungen. Besonders bemerkenswert sind die Umsätze: Der starke Umsatzanstieg am Frühjahr deutet auf eine Bodenbildung mit einer anschließend erfolgten Trendwende hin. Wir würden das Öl jetzt kaufen und liegen lassen.

Donnerstag:

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den USA auf 631.000 gefallen. Erwartet wurden 620.000 bis 625.000 neue Anträge nach zuvor 643.000 (revidiert von 637.000).

Der Philly Fed Index notiert im Mai bei -22,6. Erwartet wurde er im Bereich -18.

Die US-amerikanischen Frühindikatoren sind im April um 1,0 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg im Bereich von 0,7 bis 0,8 %. Im Vormonat war ein Minus in Höhe von 0,2 % verzeichnet worden. Damit wurde der Vormonatswert von -0,3 % revidiert.

Die US-amerikanischen Erdgasvorräte ("Nat Gas Inventories") sind in der letzten Woche um 103 Bcf auf 2.116 Bcf gestiegen. Im Vorjahr hatten sie noch bei 1.602 Bcf gelegen.

Wie wir die Lage jetzt einschätzen und was wir unseren Lesern raten, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die in Kürze erscheint.

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de