Montag:
Der US-amerikanische Chicago Fed National Activity Index notiert für Juli bei -0,67. Im Monat zuvor hatte er noch bei -0,59 gestanden. Damit wurde der Vormonatswert von -0,60 nach oben revidiert.

Die Zahl der US-amerikanischen Hausverkäufe ist im Juli auf 5 Mio. gestiegen. Damit war im Vorfeld bereits gerechnet worden. Im Monat zuvor waren 4,85 Mio. Häuser verkauft worden. Damit wurde der Vormonatswert von 4,86 Mio. nach oben revidiert.

Dienstag:

Das deutsche saison- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt liegt im zweiten Quartal 2008 bei -0,5 % nach +1,3 % im Vorquartal und +0,3 % im Quartal davor. Im entsprechenden Quartal des Vorjahres hatte das Wachstum in Deutschland +0,4 % betragen. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das Bruttoinlandsprodukt um 3,1 % gestiegen. Im vorangegangenen Quartal hatte die deutsche Jahresleistung mit 1,8 % im Plus gelegen, im zweiten Quartal des letzten Jahres bei +2,5 %.

Die Maastricht-Quote für das erste Halbjahr 2008 liegt bei 0,5 %. Das Finanzierungssaldo der Bundesrepublik lag im ersten Halbjahr nach vorläufigen Schätzungen bei +6,7 Mrd. Euro. Dem steht ein Überschuss in Höhe von 4,2 Mrd. Euro aus dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gegenüber.

Der für September vorausberechnete GfK Konsumklimaindex notiert bei 1,5 Punkten nach revidierten 1,9 Punkten (revidiert von 2,1) im Vormonat. Gerechnet wurde mit einem Stand von 2,0. Der Konjunkturerwartungsindex ist im Berichtsmonat um 13,8 Punkte auf -20 zurückgegangen. Der Index für die Einkommenserwartung liegt aktuell bei -16,8 Punkten und damit +3,2 Zähler über dem letzten Stand. Die Anschaffungsneigung war dagegen rückläufig mit -27,9.

Der ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland notiert für August bei 94,8. Im Vormonat hatte er noch bei 97,5 gestanden. Erwartet wurde er hingegen im Bereich 97,2. Der Index für die Geschäftslage notiert bei 103,2 nach zuvor 105,6 und erwarteten 104,8. Der Index zur Geschäftserwartung liegt nun bei 87,0 nach 89,9 im letzten Monat. Die Erwartung hatte hier im Bereich von 90,3 gelegen.

Unser Kommentar:

Die Stimmung unter den 7000 vom Ifo-Institut befragten Managern ist so schlecht wie seit über drei Jahren nicht mehr. Das Konsumklima kühlte sich gleichzeitig auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren ab. "Die deutsche Wirtschaft gerät zunehmend in konjunkturell schwieriges Fahrwasser", kommentierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Auch einige Experten schließen eine Rezession jetzt nicht mehr aus.

Die Stimmung in den Chefetagen trübte sich bereits den dritten Monat in Folge ein. Die Lage wie auch die Aussichten werden von den Managern wegen der Finanzkrise und hoher Energiepreise zunehmend pessimistisch beurteilt. Alle wichtigen Branchen mit Ausnahme des Großhandels stimmen Molltöne an.

In der Vergangenheit kam es meist zu einer Rezession, wenn der Ifo-Index dreimal in Folge gefallen war. Dies ist nun der Fall. Kein Wunder, dass die Stimmung schlecht ist – die Nachrichten sind es auch. Aus antizyklischer Sicht ist aber zu beachten, dass die Aktienkurse genau dann wieder anfangen werden zu steigen, wenn die Stimmung auf ihrem Tiefpunkt angekommen ist.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Erwartungskomponente des ifo-Index auf den tiefsten Stand seit Herbst 2002 abgetaucht ist – wenige Wochen später startete die Hausse, die den DAX von 2.200 auf über 8.000 Punkte beförderte.

Auch anders herum wird ein Schuh daraus: Im Sommer vergangen Jahres war der Stimmungsindikator auf einem markanten Hoch angekommen – wenig später begann der Abstieg des DAX, der uns aktuell immer noch beschäftigt. So gesehen besteht berechtigter Anlass zu der Hoffnung, dass der Tiefpunkt bei der Stimmung wie auch bei den Aktienkursen bereits erreicht ist - oder sogar schon hinter uns liegt.

Der US-amerikanische Vertrauensindex notiert im August bei 56,9. Erwartet wurde er im Bereich von 53. Im Vormonat hatte er bei 51,9 notiert.

Die Zahl der Hausverkäufe ist in den USA im Juli um 2,4 % auf 515.000 gestiegen. Erwartet wurden 525.000 bis 535.000 Hausverkäufe. Im Monat zuvor waren 503.000 Hausverkäufe registriert worden. Damit wurde die zuvor veröffentlichte Zahl von 530.000 nach unten revidiert.

Unser Kommentar:

Vor allem sinkende Spritpreise dürften dazu beigetragen haben, dass die Verbraucher in den USA wieder etwas optimistischer gestimmt sind. Ob mehr daraus wird, muss man abwarten. Dass der Immobilienmarkt noch längst nicht über den Berg ist, zeigen die Daten zu den Hausverkäufen. Die niedrigen Zinsen scheinen nach wie vor nicht im gewünschten Ausmaß bei den US-Bürgern anzukommen.

Mittwoch:
Die deutschen Einfuhrpreise sind im Juli zum Vorjahr um 9,3 % gestiegen nach zuletzt +8,9 %. Im Monatsvergleich sind die Preise auf der Importseite um 0,6 % geklettert nach zuvor +1,5 %. Ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse ist der Index der deutschen Einfuhrpreise auf Jahresbasis um 3,5 % gestiegen. Gegenüber dem Vormonat kletterte der Index um ebenfalls 0,6 %.

Die Ausfuhrpreise haben in Deutschland zum Vorjahresmonat um 3,3 % angezogen nach zuletzt +2,7 %. Auf Monatssicht legten die deutschen Exportpreise mit +0,5 % zu, nachdem sie bereits 0,5 % im Monat zuvor angestiegen waren.

Unser Kommentar:

Vermehrt ist jetzt zu hören, der Höhepunkt der inflationären Entwicklung sei bereits erreicht. Richtig ist: In den aktuellen Zahlen zur Inflation ist der jüngste Rückgang der Ölpreise noch nicht berücksichtigt. Daraus nun aber eine Entwarnung abzuleiten, wäre verfrüht: Das Wachstum der Geldmenge hat die Wirtschaftsleistung in den etablierten Industrienationen seit Jahren überflügelt. Auch die aktuellen Zahlen aus Deutschland vom Donnerstag weisen noch nicht auf eine Trendwende hin. Von daher ist es gut möglich, dass sich die Inflation noch eine ganze Weile „austoben“ wird.

Die US-amerikanischen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter sind im Juli um 1,3 % gestiegen. Erwartet wurde hingegen nur ein leichtes Plus bis +0,2 %. Im Vormonat waren die Auftragseingänge bei den langlebigen Wirtschaftsgütern nach der Revision ebenfalls um 1,3 % geklettert. Damit wurde der Vormonatswert von zuvor veröffentlichten +0,8 % nach oben revidiert.

Die US-amerikanischen Rohölvorräte (Crude Oil Inventories) sind in der vorangegangenen Woche um 100.000 Barrel gefallen, nach zuvor +9,4 Mio. Barrel.

Die Benzinvorräte (Gasoline Inventories) haben sich in den USA im Wochenvergleich um 1,2 Mio. Barrel verringert, nach zuletzt einem Minus in Höhe von 6,2 Mio. Barrel.

Die Vorräte an Destillaten (Distillate Inventories), die auch das Heizöl beinhalten, sind gegenüber der Vorwoche in den Vereinigten Staaten unverändert geblieben, nach zuvor +500.000 Barrel.

Donnerstag:

Die Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnort in Deutschland liegt im Juli in Deutschland gemäß der ILO-Arbeitsmarktstatistik bei 40,16 Mio. und damit um 1,4 % über dem Vorjahresniveau. Zum Vormonat sank die Zahl der Erwerbstätigen um 0,1 % nach +0,1 % im Vormonat. Die Zahl der Erwerbslosen lag im Juli bei 3,16 Mio. und damit 0,7 % unter dem Juni-Stand von 3,18 Mio. Im Juli 2007 waren es noch 3,59 Mio. gewesen, ein Rückgang somit um 12,0 %. Die Erwerbslosenquote für Juli liegt bei 7,3 % nach noch 7,4 % im Juni bzw. 8,4 % im Vorjahresmonat.

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Deutschland im August saisonbereinigt um 40.000 zurückgegangen, ohne Bereinigung sinkt die Zahl um rund 14.000 auf 3,196 Mio.. Das sind 510.000 weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt demnach im August auf 7,6 %.

Unser Kommentar:

Das soll einer verstehen: Mitten in der schönsten Krise sinkt in Deutschland die Zahl der Arbeitslosen. Womöglich ist alles doch weit weniger schlimm als es in den Medien geschildert wird. Die Deutschen, ein Volk der Miesepeter...

Die Geldmenge M3 ist im Juli-Jahresvergleich um 9,3 % gestiegen nach zuvor 9,5 %. Das Dreimonatsmittel des M3-Wachstums liegt bei 9,6 %.

Die Geldmenge M1 ist im Berichtsmonat im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 % geklettert nach +1,4 % im Vormonat. Der Durchschnitt der letzten drei Monate liegt hier bei 1,4 %.

Die Kreditvergabe im privaten Sektor ist gleichzeitig gegenüber dem Vorjahr um 9,4 % gestiegen nach einem 9,9 % Anstieg im Monat zuvor. Mit der aktuellen Veröffentlichung liegt das Dreimonatsmittel bei 9,9 %.

Das US-amerikanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in der vorläufigen Fassung für das zweite Quartal um 3,3 % gestiegen. Damit wurde die offizielle Vorabschätzung von 1,9 % nach oben revidiert. Erwartet wurde ein Anstieg im Bereich 2,7 bis 2,8 %.

Die persönlichen Ausgaben für den Konsum ("Personal Consumption Expenditures", PCE) sind laut vorläufigen Zahlen in der Kernrate unrevidiert bei 2,1 % geblieben.

Unser Kommentar:

Das ist doch mal ein Wort: Die Wirtschaft in den USA wächst, und zwar nicht zu knapp. Allerdings muss man das Ganze vorerst mit Skepsis beurteilen: In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass man in den USA mit statistischem Zahlenmaterial gerne etwas großzügig umgeht. Je nach Bedarf zum Beispiel. Den US-Börsen konnten die BIP-Zahlen schon am Freitag keine Impulse mehr geben.

Die Zahl der Erstanträge ist in den USA auf 425.000 gefallen. Damit war bereits gerechnet worden. Zuvor waren es 435.000 (revidiert von 432.000) gewesen.

Die US-amerikanischen Erdgasvorräte ("Nat Gas Inventories") sind in der letzten Woche um 102 Bcf auf 2.757 Bcf gestiegen, im Vorjahr hatten sie bei 2.957 Bcf gelegen.

Freitag:

Der deutsche Großhandelsumsatz ist im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um nominal 10,8 % gestiegen, real gleichzeitig um 3,5 % geklettert nach zuvor 10,0 % bzw. 3,5 %. Im kalender- und saisonbereinigten Vergleich zum Vormonat ist der Umsatz des Großhandels nominal um 0,4 % gestiegen, real hat er um 0,3 % gewonnen, nach -0,6 % bzw. -1,5 % im Vormonat.

Die offizielle Vorabschätzung für die Inflation in der Eurozone für August geht von einer Jahresteuerung von 3,8 % aus. Im Monat zuvor hatte die Jahresteuerung bei 4,0 % gelegen.

Die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone bleibt im Juli bei 7,3 %. Bereits im Vormonat hatte sie bei 7,3 % gelegen, ein Jahr zuvor hatte sie noch 7,4 % betragen.

Der Gesamtindex für die Euro-Zone notiert im August bei 88,8 nach zuvor 89,5. Das Industrievertrauen liegt im Berichtsmonat bei -10 nach zuvor noch -8. Das Verbrauchervertrauen notiert zur gleichen Zeit bei -19 nach -20 im Vormonat.

Der Geschäftsklimaindex für die Eurozone sinkt im August um 0,33. Die erste Veröffentlichung für Juli ist damit von um 0,20 nach unten revidiert worden.

Die persönlichen Auslagen sind in den USA im Juli um 0,2 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg im Bereich von 0,2 bis 0,3 %. Im Vormonat waren die persönlichen Auslagen um 0,6 % gestiegen. Damit wurde der Vormonatswert unrevidiert bestätigt.

Die persönlichen Einkommen sind in den Vereinigten Staaten im Juli um 0,7 % gefallen. Erwartet wurde ein Rückgang um 0,2 bis 0,3 %. Im Vormonat waren die Einkommen noch um 0,1 % geklettert. Damit wurde der Vormonatswert ohne Revision belassen.

Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex notiert im August bei 57,9. Erwartet wurde er im Bereich 50,0 bis 50,5. Im Vormonat hatte der Index noch bei 50,8 gestanden.

Unser Kommentar:

Der Einkaufsmanager-Index ist wieder in den Wachstumsmodus gewechselt. Werte über 50 Punkten signalisieren wirtschaftliche Expansion. Immerhin ein Lichtblick. Ob daraus ein Trend wird, das muss sich noch zeigen.

Der endgültige Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan notiert im August bei 63,0 nach 61,7 in der vorläufigen Fassung. Es war erwartet worden, dass die vorläufige Veröffentlichung innerhalb des Bereichs von 62,0 bis 63,0 revidiert werden würde. Im Monat zuvor hatte der Index bei 61,2 notiert.

Wie wir die Lage jetzt einschätzen und was wir unseren Lesern raten, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die in Kürze erscheint.

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter [Link "www.antizyklischer-börsenbrief.de" auf www.antizyklischer-b%C3%B6rsenbrief.de/... nicht mehr verfügbar] und www.antizyklischer-aktienclub.de