• EUR/USD - Kürzel: EUR/USD - ISIN: EU0009652759
    Börse: FOREX / Kursstand: 1,17250 $

Seit 2015 kann man den Dollar wieder als starke Währung bezeichnen. Der Dollar-Index, der den Wert des Dollars gegenüber eines Währungskorbes misst, wertete relativ schnell um ein Viertel auf. Kurz vor dieser Aufwertung stand der Euro/Dollar Kurs noch bei 1,34. Heute kann man als Euroanleger froh sein, wenn die Marke von 1,20 zurückerobert wird. Die Dollarstärke hält sich ungewöhnlich lange. Die Stärke ist ungewöhnlich, da die USA sehr viel mehr importieren als sie exportieren. Seit den 70er Jahren haben die USA ein chronisches Leistungsbilanzdefizit (Grafik 1). Vor dem Ende des Bretton Woods Systems, unter dem Wechselkurse nur wenig schwankten, gab es diese Defizite nicht in diesem Ausmaß. Über mehrere Jahrzehnte haben die USA ein Defizit von 70 % ihrer heutigen Wirtschaftsleistung angehäuft. Jedes Jahr kommen weitere 2-4 % hinzu. Die USA leben über ihre Verhältnisse. Sie konsumieren mehr als sie produzieren können. Das zeigt sich anhand des Defizits.

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Defizite bedeuten, dass Dollar aus den USA abfließen. In jedem anderen Land würde das zu einer kontinuierlichen Abwertung der Währung führen. Beim Dollar ist das in langen Zyklen ebenfalls der Fall (Grafik 2), allerdings hält sich die Abwertung angesichts des Defizits über die Jahrzehnte in Grenzen.

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Das liegt daran, dass der Dollar die Reservewährung schlechthin ist. Länder, die im Handel mit den USA einen Überschuss haben, tauschen die erhaltenen Dollar nicht um, sondern behalten sie größtenteils als Reserven. Dadurch kommt es nur zu einem moderaten Abwertungsdruck. Trotzdem schwankt der Dollar über die Zyklen recht stark. Woran liegt das?

Im Währungsmarkt kommt es auf die relative Stärke an. Vereinfacht kann man sagen: Je schneller eine Wirtschaft gegenüber dem Rest der Welt wächst, desto stärker ist die Währung. Vergleicht man den Dollar Index mit dem Anteil, den die USA an der Weltwirtschaftsleistung haben, erkennt man den Zusammenhang sofort (Grafik 3).

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Im vergangenen Jahr kamen die USA relativ glimpflich durch die Krise. Auch in diesem Jahr ist das Wachstum nicht geringer als im Rest der Welt. Ab 2022 wird sich dies vermutlich wieder ändern. Die Wirtschaft läuft schon jetzt entsprechend ihres Potentials. Der Nachholeffekt wird mit jedem Monat kleiner. Das langfristig mögliche Wachstum (bestimmt durch das Wachstum der Erwerbsbevölkerung und dem Produktivitätswachstum), können die USA pro Jahr mit 2 % wachsen.

Die Welt insgesamt kann schneller wachsen, ungefähr mit 3,5 %. Der Anteil der US-Wirtschaft an der Weltwirtschaftsleistung wird mittelfristig also wieder sinken. Im Vergleich zu früheren Phasen fällt der Anteil jedoch langsamer. Treten die Wachstumsprognosen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds annähernd ein, dürfte der Dollar bis 2025 langsam abwerten. Jegliche Abwertung von mehr als 10 % bis 2025 wäre übertrieben.

Clemens Schmale


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