Neue Rekordhochs an den Börsen mitten in der Corona-Pandemie: Dieses Kunststück hat der US-Aktienmarkt in der vergangenen Woche zustande gebracht. Nachdem am Montag Pfizer und BioNTech über eine Wirksamkeitsrate von mehr als 90 Prozent bei ihrem Covid-Impfstoff berichtet hatten, schossen weltweit die Aktienindizes nach oben. Dow Jones Industrial Average und S&P 500 konnten auf neue Allzeithochs klettern. Zuvor hatte bereits der Wahlsieg von Joe Biden bei der US-Präsidentschaftswahl für gute Stimmung gesorgt.

Auf Wochensicht konnten vor allem die extrem gebeutelten Börsen in Europa deutlich zulegen. Auch die konjunktursensiblen Ölpreise wurden von der Hoffnung auf ein absehbares Ende der Pandemie befeuert und stiegen um mehr als sieben Prozent. Keine gute Woche war die vergangene Woche hingegen für die Edelmetalle. Mit Gold und Silber ging es um mehr als drei Prozent abwärts, während Palladium sogar mehr als sechs Prozent einbüßte.

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US-Präsident Donald Trump kündigte am Freitag an, dass der Impfstoff von Pfizer und BioNTech "sehr, sehr schnell" zugelassen werden solle. Für eine sogenannte Notfallzulassung durch die Arzneimittelbehörde FDA müssen keine sehr hohen Hürden überwunden werden. Die Pläne der Trump-Administration sehen vor, dass bereits im Dezember 20 Millionen der 330 Millionen Einwohner geimpft werden sollen.

Auch wenn die Impfstoff-Hoffnung den Börsen zuletzt Auftrieb gab, drohen zumindest kurzfristig wohl eher weitere Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens und der bürgerlichen Freiheiten. Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Montag ab 14.00 Uhr eine Zwischenbilanz zu dem seit Anfang November geltenden Teil-Lockdown ziehen. Da die Corona-Neuinfektionen bisher nicht sinken, sondern sich nur der Anstieg verlangsamt hat, hat die Union bereits durchblicken lassen, dass an Lockerungen nicht zu denken sei. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus brachte in einem Schreiben sogar die Möglichkeit noch härterer Maßnahmen ins Spiel. Es müssten in den kommenden Wochen "erhebliche Anstrengungen" unternommen werden, damit nicht noch strengere Maßnahmen wie Ausgangssperren, Schließungen von Geschäften und Massentests nötig würden, so Brinkhaus in einem Schreiben an die Mitglieder der Unionsfraktion.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA drohen vorerst neue harte Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Das könnte durchaus weiter als Euphoriebremse für den Aktienmarkt wirken, auch wenn an den Börsen bekanntlich die Zukunft und nicht Gegenwart oder Vergangenheit gehandelt wird.

Quartalszahlen und Unternehmenstermine

In der kommenden Wochen werden noch einige Quartalsberichte für Bewegung am Markt sorgen. Während die wichtigsten Unternehmen in den USA sowie alle DAX-Konzerne bereits ihre Zahlen für das zurückliegende Quartal veröffentlicht haben, stehen noch Quartalsmitteilungen einiger Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenliga auf dem Programm. In Deutschland dürften vor allem die Quartalszahlen von Thyssenkrupp (Donnerstag) im Fokus stehen. Bei den Zahlen, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden, sei mit einem "ganz fürchterlichen Free Cashflow" zu rechnen, sagte Konzernchefin Martina Merz bereits der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Man saniere "gegen die Uhr". Man befinde sich in Gesprächen mit Bundes- und Landesregierung über mögliche Staatshilfen, habe bisher aber keine Hilfen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds beantragt. Merz kündigte zudem einen "weiteren Stellenabbau" an.

In der kommenden Woche werden Quartalszahlen von den folgenden deutschen Unternehmen erwartet:

  • Montag: Encavis, Grand City Properties, Dermapharm
  • Dienstag: zooplus
  • Mittwoch: SAF-Holland
  • Donnerstag: Thyssenkrupp, CTS Eventim, Knorr-Bremse

Von den an den US-Börsen gelisteten Unternehmen stehen in der kommenden Woche noch Quartalszahlen im Terminkalender von:

  • Montag: Baidu, Tyson Foods, JD.com
  • Dienstag: Walmart, Home Depot
  • Mittwoch: Nvidia, LBrands
  • Donnerstag: NetEase, Ross Stores

Wichtige Konjunkturdaten der kommenden Woche

Wichtige Wirtschaftsdaten sind in der kommenden Woche eher rar gesät. Am Montag werden in Japan vorläufige Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal veröffentlicht, während in China Daten zur Industrieproduktion und dem Einzelhandelsumsatz auf dem Programm stehen. Am Dienstag werden der US-Einzelhandelsumsatz und die Industrieproduktion für Oktober veröffentlicht. Während der Einzelhandelsumsatz sein Vorkrisenniveau bereits seit längerer Zeit wieder überschritten hat, schwächelt die Industrieproduktion weiter. Mit dem Empire State Index (Montag) und dem Philadelphia-Fed-Index (Donnerstag) stehen in der kommenden Woche auch zwei regionale Frühindikatoren aus den USA auf dem Programm.

Montag, 16.11.2020
00:50 – JP: BIP Q3 (vorläufig) q/q
01:01 – GB: Rightmove Hauspreisindex November m/m
03:00 – China: Anlageinvestitionen Oktober ytd/y
03:00 – China: Industrieproduktion Oktober y/y
03:00 – China: Einzelhandelsumsatz Oktober y/y
03:00 – China: Arbeitslosenquote im Oktober
05:30 – JP: Industrieproduktion September (endgültig) m/m
08:00 – DE: Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe, September
09:00 – DE: Euro Finance Week, u.a. mit Finanzstaatssekretär Kukies, EZB-Vize De Guindos und Kommissionsvize Dombrovskis
10:00 – EZB-Finanzstabilitätsbericht
14:30 – US: Empire State Manufacturing Index November
14:30 – CA: Industrieumsatz September m/m
15:45 – EWU: Volumen der EZB-Käufe von Staatsanleihen, Pfandbriefen und ABS
16:30 – AU: CB Index der Frühindikatoren September m/m

Dienstag, 17.11.2020
01:30 – AU: Protokoll der geldpolitischen Notenbanksitzung
08:00 – DE: Vierteljährliche Arbeitsmarktstatistik, Q3
10:00 – IT: Handelsbilanzsaldo September in Mrd €
14:15 – CA: Baubeginne Oktober in Tsd
14:30 – US: Importpreise Oktober m/m
14:30 – US: Einzelhandelsumsatz Oktober m/m (!)
14:30 – CA: Wertpapierkäufe von ausländischen Investoren September in Mrd CA$
14:30 – CA: Großhandelsumsatz September m/m
14:55 – US: Redbook Einzelhandelsumsätze Vorwoche m/m
15:15 – US: Kapazitätsauslastung Oktober
15:15 – US: Industrieproduktion Oktober m/m
16:00 – US: Lagerbestände September m/m
16:00 – US: NAHB-Hausmarktindex November
22:00 – US: Nettokapitalzuflüsse September in Mrd US$
22:30 – US: API Öl-Lagerbestände in Mio Barrel
22:45 – NZ: Erzeugerpreise (Input) Q3 q/q
22:45 – NZ: Erzeugerpreise (Output) Q3 q/q

Mittwoch, 18.11.2020
00:30 – AU: MI Index der Frühindikatoren September m/m
00:50 – JP: Handelsbilanzsaldo Oktober (saisonbereinigt) in Mrd ¥
01:30 – AU: Lohnpreisindex Q3 q/q
08:00 – GB: Verbraucherpreise Oktober y/y
08:00 – GB: Erzeugerpreise (Input) Oktober m/m
08:00 – GB: Erzeugerpreise (Output) Oktober m/m
08:00 – GB: Einzelhandelspreise Oktober y/y
08:00 – DE: Verarbeitendes Gewerbe (Auftragsbestandsindex und Reichweiten), September
09:00 – DE: Euro Finance Week, u.a. Rede von EZB-Bankenaufsichtschef Enria
10:30 – GB: Hauspreisindex September y/y
11:00 – EWU: Verbraucherpreise Oktober (endgültig) y/y
13:00 – US: MBA-Hypothekenanträge Vorwoche w/w
14:30 – US: Baugenehmigungen Oktober (annualisiert) in Tsd
14:30 – US: Baubeginne Oktober (annualisiert) in Tsd
14:30 – CA: Verbraucherpreise Oktober m/m
16:30 – US: Rohöllagerbestände in Mio Barrel w/w

Donnerstag, 19.11.2020
00:00 – EU: Staats- und Regierungschefs, Videokonferenz zu den Entwicklungen der Corona-Pandemie
01:30 – AU: Arbeitslosenquote Oktober
01:30 – AU: Erwerbstätigenzahl Oktober m/m in Tsd
08:00 – CH: Handelsbilanzsaldo Oktober in Mrd CHF
08:00 – DE: Umsatz im Gastgewerbe, September
10:00 – EWU: EZB-Leistungsbilanzsaldo September (saisonbereinigt) in Mrd €
12:00 – GB: CBI-Index Erwartungen Industrieaufträge November
14:30 – US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche in Tsd
14:30 – US: Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche in Mio
14:30 – US: Philadelphia-Fed-Index November (!)
14:30 – CA: ADP-Beschäftigtenzahl ex Agrar Oktober m/m in Tsd
16:00 – US: Index der Frühindikatoren Oktober m/m
16:00 – US: Verkauf bestehender Häuser Oktober (annualisiert) in Mio
16:30 – US: DoE Erdgas-Lagerhaltung in BCF

Freitag, 20.11.2020
00:30 – JP: Verbraucherpreise (Kernrate) Oktober y/y
01:01 – GB: GfK-Verbrauchervertrauen November
01:30 – AU: Einzelhandelsumsatz September m/m
01:30 – JP: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe November (vorläufig)
03:00 – NZ: Kreditkartenausgaben Oktober y/y
08:00 – DE: Erzeugerpreise Oktober m/m
10:30 – GB: Einzelhandelsumsatz Oktober m/m
10:30 – GB: Öffentlicher Finanzierungsbedarf Oktober in Mrd £
14:30 – CA: NHPI-Hauspreisindex September m/m
14:30 – CA: Einzelhandelsumsatz September m/m
16:00 – EWU: Verbrauchervertrauen November (vorläufig)
21:30 – US: Commitments of Traders (COT) Report


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