• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 73,465 $/Barrel

Washington/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Sanktionen der USA gegen den Iran sind am Dienstag vergangener Woche in Kraft getreten. „Wer mit Iran Geschäfte macht, wird keine Geschäfte mit den Vereinigten Staaten machen“, erklärte US-Präsident Donald Trump über Twitter. Eine zweite Stufe der Sanktionen, die sich explizit gegen die Ölbranche richtet, soll am 5. November folgen. Iran ist ein wichtiger Ölproduzent - 3,8 Mio. Barrel Öl fördert das Land jeden Tag.

Die US-Regierung drängt Länder und Unternehmen aus aller Welt schon jetzt dazu, kein Öl aus Iran mehr zu kaufen. Weil sich vermutlich die meisten Konzerne und Länder an das Embargo gegen Iran halten werden, um sich nicht die Geschäfte mit den USA zu verderben, wird das dann noch verfügbare Öl wohl knapper und damit teurer. Analysten haben ihre Preisprognosen zuletzt angehoben. Lediglich China, Indien und die Türkei haben angekündigt, sich nicht an den amerikanischen Sanktionen gegen Iran zu beteiligen.

Unmittelbar auf den Beginn der Sanktionen hat der Rohölpreis vergangene Woche nur moderat reagiert. Ölfachleute betonen, dass allein die Ankündigung der Sanktionen und die Diskussionen darüber im Vorfeld bereits preistreibend gewirkt hätten. Der Ölpreis ist in den vergangenen Monaten auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. „Den Preisanstieg im Frühjahr und Sommer führen wir zu einem großen Teil auf die Spekulationen wegen der Sanktionen und dann die eigentliche Entscheidung, die Sanktionen wiederaufleben zu lassen, zurück“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. Denn nicht nur dürften dadurch dem Markt rund eine Million Barrel Export aus Iran täglich fehlen, was auch im Falle der Produktionserhöhung der OPEC die freien Förderkapazitäten einschränken werde.

Schon bald könnte der Preis in eine Höhe schießen, in der es für Wirtschaft und Verbraucher unangenehm wird. „Sollte der Ölpreis deutlich über 80 oder 90 Dollar steigen, dürfte es bremsend auf die Konjunktur wirken“, sagt Frank Klumpp, Analyst bei der LBBW. Zwar wollen OPEC-Staaten ihre Ölförderung erhöhen. Verhindern können sie das künftige Angebotsdefizit aber wohl kaum. Die Förderländer geraten bei ihren freien Kapazitäten an die Grenze des Machbaren. „Damit sind beim Ölpreis kräftige Preisausschläge vorprogrammiert“, sind die Rohstoffanalysten der Commerzbank überzeugt.